„Picky Eating“ bei Kindern: Wie reagieren Eltern am besten?
Dein Kind verweigert auf einmal das Lieblingsessen von letzter Woche und fängt an Gemüse auszusortieren? So gehst du entspannt mit „Picky Eating“ um.

Viele Eltern kennen die Situation: Das Lieblingsessen der vorherigen Woche wird auf einmal strikt abgelehnt. Gemüse wird auf dem Teller zur Seite zu Türmen geschoben, neue Lebensmittel werden gar nicht erst ausprobiert und am Ende wird wieder nicht aufgegessen. Gerade bei sogenannten „Picky Eatern“ – also wählerischen Essern – kann das Familienessen schnell herausfordernd werden.
Das Wichtigste vorab: Beim „Picky Eating“ handelt es sich nicht um eine Krankheit. Es handelt sich vielmehr um ein besonderes Essverhalten, welches bei Kindern gar nicht so ungewöhnlich ist. Fachleute betonen, dass viele Kinder phasenweise sehr selektiv essen. In den meisten Fällen tritt diese Wandlung ab dem zweiten Geburtstag auf, zu Beginn der Autonomiephase. Durch Trotzphasen kommt es zu Abneigungen von neuen Geschmäckern und ungewohnten Texturen. Neue Lebensmittel müssen mehrmals angeboten werden, bevor sie akzeptiert werden und auch die Vorlieben verändern sich mit der Zeit. Mit Geduld, viel Ruhe und ein wenig Nachsicht schaffst du es, dein Kind durch diese neue Lebensphase zu leiten.
Dranbleiben statt extra kochen
Besonders im Familienalltag wird es schwierig, die verschiedenen Geschmäcker in einer Mahlzeit zu vereinen. Vor allem, wenn ihr ausgewogen kochen möchtet. Das kann dazu führen, dass zu viel oder sogar verschiedene Gerichte auf einmal gekocht werden. Das kostet nicht nur Zeit und Energie, sondern führt öfters zu Lebensmittelverschwendung.
Beim Umgang mit den Kleinen heißt es unbedingt Geduld und Ruhe bewahren. Kinder sollten nicht zum Essen gedrängt werden. Durch Zwang, Diskussionen und Androhungen von Bestrafungen könnte das Essverhalten sogar verschlimmert werden. Versuche stattdessen, das Esserlebnis positiv und spielerisch zu gestalten. Hilfreich sind einfache Gerichte, die sich flexibel anpassen lassen und wenig Aufwand benötigen. Auf diese Weise könntest du auch die Kinder in den Kochprozess einbeziehen.
Flexible Gerichte für die ganze Familie
Gut geeignet sind zum Beispiel Bowls nach dem Baukastenprinzip. Dafür bereitest du Basiszutaten wie:
- Nudeln
- Kartoffeln
- Reis
vor und kombinierst sie mit verschiedenem Gemüse sowie einer Proteinquelle. Das Gemüse kannst du dabei unterschiedlich anbieten:
- Roh
- Gedünstet
- Aus dem Ofen oder gegrillt
Alles kommt einzeln auf den Tisch, wie bei einem kleinen Buffet. Kinder dürfen so selbst entscheiden, was und wie viel in ihre Bowl kommt. Diese Entscheidungsfreiheit nimmt den Druck aus der Situation. Dieses Gericht bietet sich auch super dafür an, den Kindern zu zeigen, wie die gleichen Lebensmittel auf verschiedene Weise zubereitet werden können. Außerdem eignen sie sich auch gut zur Resteverwertung. Übriggebliebenes kannst du einfach am nächsten Tag neu kombinieren. Für noch mehr Tipps, um unter der Woche Zeit beim Kochen zu sparen, lohnt sich ein Blick in den Artikel „Meal Prep vs. Ingredient Prep“.
Da in den meisten Fällen Gemüse von „Picky Eatern“ abgelehnt wird, könnte ein Besuch bei einem Gemüsehof hilfreich sein. Kinder reagieren generell auf Neues besser, wenn sie die Herkunft und Entstehung verstehen. Durch einen Besuch können sie mit eigenen Augen sehen und auch nachvollziehen, wie Gemüse produziert wird. Diese Erkenntnis könnte die Neugier wecken das Neue zu probieren. Natürlich ist so eine Erfahrung mit einem gewissen Aufwand verbunden und garantiert auch nicht, dass die Kinder jedes Gemüse ohne Probleme essen werden.
Auch wenn „Picky Eating“ anstrengend für den Familienalltag sein kann, ist es in vielen Fällen nur eine vorübergehende Phase. Mit Geduld, gemeinsamen Mahlzeiten und einem entspannten Umgang beim Essen lernen Kinder, Schritt für Schritt neue Lebensmittel und Gerichte zu akzeptieren. Wichtig ist, Kinder in ihrem eigenen Tempo und ohne Druck Essen entdecken zu lassen, damit sich ein gesundes Essverhalten entwickeln kann.













