Verkaufsmaschen bei Solaranlagen und Wärmepumpen erkennen
Ob Haustürbesuch, Telefonakquise oder als Information getarnte Werbung: Beim Kauf von Solaranlagen und Wärmepumpen setzen manche Anbieter gezielt auf Verkaufsdruck. Erfahren Sie, welche Strategien häufig eingesetzt werden und wie Sie fundierte Entscheidungen treffen, ohne sich zu einem schnellen Kauf drängen zu lassen.

Der Markt rund um erneuerbare Energien wächst und damit auch die beworbenen Angebote für Solaranlagen, Wärmepumpen und mehr. Manche Verkaufsstrategien, sowohl online als auch offline, sind darauf ausgelegt, auszusehen wie unabhängige Informationen oder Zeitdruck zu erzeugen und Sofort-Käufe zu bewirken.
Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt: Treffen Sie Ihre Entscheidung für eine neue Heizung oder den Einsatz von Solarstrom sorgsam und lassen Sie sich nicht zu einem Kauf drängen. Informieren Sie sich, zum Beispiel durch eine unabhängige Beratung, und vergleichen Sie mehrere Angebote regionaler Anbieter, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen.
Hier finden Sie einige Beispiele dafür, auf welche Verkaufsstrategien Sie achten und wie Sie mit ihnen umgehen können.
Akquise per Telefon- oder Haustürgespräch
Es gibt Anbieter, die Sie gezielt kontaktieren, um Ihnen ihre Produkte und Dienstleistungen anzubieten. So kann es beispielsweise sein, dass ein Unternehmen Sie am Telefon ungefragt zu einem Beratungsgespräch bei Ihnen zu Hause drängt oder ohne Termin bei Ihnen an der Haustüre klingelt und Ihnen ein besonderes Angebot für eine Photovoltaikanlage macht. Treffen Sie in solchen Situationen keine spontanen Kaufentscheidungen.
Diese Art von Akquise und weitere Tipps für den Umgang thematisiert die Verbraucherzentrale NRW in einem YouTube-Short über unerbetene Verkaufsangebote an Telefon.
Zeitdruck
Seien Sie vorsichtig mit Angeboten, die Zeitdruck erzeugen – sei es durch Rabatte oder die Betonung anstehender Preis- oder Gesetzesänderungen. „Nur heute“ und „jetzt handeln“ Appelle verursachen Stress, der einer gut informierten Entscheidung im Weg steht.
Pauschalangebote
Die Frage nach der Energieversorgung in Ihrem Zuhause ist eine sehr individuelle. Viele Faktoren rund um das Gebäude, Ihre bisherige Heizungstechnik, Ihr Nutzungsverhalten und Ihre persönlichen Wünsche spielen eine Rolle, sodass pauschale Angebote ohne Bestandsaufnahme oftmals nicht passend sind. Bedenken Sie, dass Sie nicht nur ein Gerät kaufen, sondern ein System, das passend ausgelegt und fachgerecht installiert werden soll. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt daher, entsprechende Angebote von Fachfirmen einzuholen.
Als Information getarnte Werbeanzeigen
Es ist eine gängige Strategie, Werbeanzeigen aussehen zu lassen wie Nachrichtenartikel, Informationsangebote oder ähnliches. Anbieter legen dazu teilweise Internetseiten an, deren Namen mit Worten wie „Vergleich“, „Info“, „Ratgeber“ oder „News“ unabhängige Informationen suggerieren. Gibt es in oder unter dem Artikel die Möglichkeit, ein Angebot einzuholen oder einen Kauf zu tätigen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um unabhängige Informationen. In manchen Fällen findet sich aber auch in der URL oder in einem kleinen Zusatz im Logo ein Hinweis auf das werbende Unternehmen. Darüber hinaus kann das Impressum Aufschluss darüber geben, ob ein Unternehmen aus dem Energiesektor für die Inhalte verantwortlich ist.
Grundsätzlich gilt: Im Internet werden Ihnen in diversen Kontexten Werbeanzeigen ausgespielt – auf der Ergebnisseite Ihrer Suchanfrage, auf Nachrichtenplattformen, Kleinanzeigenportalen, Social Media oder anderen Websites. Sie sind nicht immer auf den ersten Blick als solche erkennbar und die verpflichtende Kennzeichnung als Werbung wird oft besonders unauffällig gestaltet, das heißt in kleiner oder kontrastarmer Schrift. Achten Sie auf Hinweise wie „Werbung“, „Anzeige“, „Ad“ (englisch für Anzeige), „Advertorial“ (eine Kombination aus Ad für Anzeige und Editorial für redaktionellen Inhalt) „gesponsert“ oder „sponsored by“, um Werbung zu identifizieren.
Gerade im Geschäft mit Solaranlagen locken Anbieter häufig mit aufmerksamkeitsstarken „Clickbait“-Anzeigen, die zu redaktionell aufgemachten Beiträgen führen, die Werbung und Information vermischen. Dieses YouTube-Short über das Zusammenspiel aus Köderwerbung und Advertorials für Solaranlagen zeigt ein paar typische Beispiele.











