Photovoltaik: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist

Stand:
gefördert durch:

Eine Photovoltaikanlage verwandelt Sonnenlicht in Strom. Die Verbraucherzentrale erklärt, wie sie funktioniert und was Sie für Planung und Installation wissen müssen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Photovoltaikanlagen sind eine lohnende Investition, wenn möglichst viel des erzeugten Stroms selbst genutzt wird. 
  • Solarstromanlagen können Sie kaufen oder mieten. 
  • Fördermittel sollten bereits bewilligt sein, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben. 
PV-Module auf dem Dach eines Wohnhauses
On

Was ist Photovoltaik (PV)?

Photovoltaik wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Als Energiequelle dient meist die Sonne. Dazu können Sie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach oder auch auf der Terrasse errichten. Sie besteht im Wesentlichen aus Solarmodulen. Die darin enthaltenen Solarzellen nehmen das Sonnenlicht auf und wandeln es über einen Wechselrichter in Haushaltsstrom um. Inzwischen setzen schon viele private Haushalte auf erneuerbare Energien. Sie sind damit nicht nur Stromverbraucher:innen, sondern auch -produzent:innen, so genannte Prosumer:innen. Im Unterschied zur Photovoltaik wird bei der Solarthermie das Licht in Wärme umgewandelt.

Wer darf eine Photovoltaikanlage installieren?

Grundsätzlich darf sich jede Privatperson und jedes Unternehmen eine Solarstrom- oder Photovoltaikanlage (PV-Anlage) anschaffen. Im Einzelfall hängt das aber von Ihren Wohnverhältnissen ab: Als Eigentümer:in eines Ein- oder Zweifamilienhauses können Sie diese Entscheidung in der Regel allein treffen. Wohnen Sie in einer Eigentums- oder Mietwohnung müssen die (Mit-)Eigentümer:innen zustimmen.

Das „Ja“ der Eigentümer:innen brauchen Sie auch dann, wenn Sie ein Stecker-Solargerät für den Balkon installieren möchten. Diese Strom erzeugenden Geräte zum Anschließen und Loslegen (Plug-and-Play) können Sie auch ohne großen Planungs- und Installationsaufwand kaufen und nutzen. Im Gegensatz dazu müssen Sie bei Solaranlagen, die an oder auf Gebäuden installiert werden, zusätzliche technische und rechtliche Vorgaben  einhalten.

Theoretisch dürfen Sie selbst die Solarmodule aufs Dach setzen. Davon raten Expert:innen allerdings ab, da die Hersteller:innen ihre jahrzehntelangen Garantien von einer fachgerechten Montage abhängig machen. Den Anschluss an die Hauselektrik und ans Stromnetz müssen ohnehin Elektroinstallateur:innen vornehmen.

Wann lohnt sich eine Photovoltaikanlage?

Ob eine Solarstromanlage das Richtige für Sie ist, hängt von Ihren persönlichen Zielen ab. Wenn Sie etwas für die Umwelt tun möchten, lautet die Antwort eindeutig: Ja!

Aber auch unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten sind Photovoltaikanlagen lohnend. Heute ist es üblich, einen Teil des Sonnenstroms vom Dach selbst zu verbrauchen. Daher ist der Stromverbrauch ein wichtiger Faktor. Eine Solaranlage rechnet sich umso schneller, je mehr Solarstrom Sie direkt selbst verbrauchen. Denn für den Strom vom Dach müssen Sie viel weniger bezahlen als für den Strom aus dem Netz. Ganz nebenbei können Sie mit dem Strom vom Hausdach Ihren Autarkiegrad erhöhen, also unabhängiger vom Stromanbieter werden.

Den Strom aus Ihrer PV-Anlage, den Sie nicht selbst verbrauchen, können Sie ins öffentliche Netz einspeisen. Dafür erhalten Sie eine Einspeisevergütung, die ebenfalls zur Wirtschaftlichkeit der Anlage beiträgt.

Ob sich eine Solarstromanlage für Sie rechnet, können Sie online mit dem Renditerechner der Stiftung Warentest abschätzen. 


Beratung in den Bundesländern

Dürfen wir Sie beraten?

Zum Thema dieses Artikels beraten wir Sie auch gerne persönlich. Entweder in einer unserer Beratungsstellen, bei Ihnen zuhause oder in vielen Fällen auch telefonisch oder online.

Ich möchte eine Beratung in:


Wenn Sie bei der Beurteilung eines Angebots unsicher sind, können Sie auch bei einer Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe anfragen. Die stationäre Energieberatung ist bundesweit kostenlos.

Unter welchen Voraussetzungen ergibt eine Photovoltaikanlage Sinn?

Eine wichtige Bedingung ist eine möglichst verschattungsfreie Dachfläche mit einer stabilen, asbestfreien Abdeckung. Optimal für eine PV-Anlage sind eine Südausrichtung und eine Dachneigung von 30 Grad. Neigungen von unter 25 oder über 60 Grad können den Stromgewinn aus der Solaranlage um bis zu zehn Prozent verringern. Die Ausrichtung der Fläche und die Sonneneinstrahlung sind also entscheidend.

Obwohl sie nicht so hohe Erträge wie südlich ausgerichtete Flächen bringen, sind heute auch Anlagen auf Ost- und Westdächern oft sinnvoll. Das hat auch mit einer speziellen technischen Vorgabe aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu tun. Denn Photovoltaikanlagen sollen nur maximal 70 Prozent der Nennleistung der Module ins Netz einspeisen. Bei Ost- und Westdächern bleibt die Maximalleistung der Gesamtanlage ohnehin meist unterhalb der 70-Prozent-Grenze, sodass durch diese Begrenzung kein Ertrag verloren geht.

Sollte ich eine Photovoltaikanlage mieten oder kaufen?

Eine Solaranlage ist immer als langfristige Investition zu sehen, die sich über 20 Jahre und länger rentieren soll. Viele Anlagen werden aber deutlich länger zuverlässig günstigen Strom liefern. Bei der Anschaffung müssen Sie je nach Anlagengröße pro Kilowatt Leistung durchschnittlich mit Kosten von etwa 1.300 bis 1.900 Euro (einschließlich 19 Prozent Mehrwertsteuer) rechnen. Größere Anlagen sind tendenziell günstiger als kleine.

Eine Photovoltaikanlage mit beispielsweise 8 Kilowatt Leistung kostet etwa 13.000 Euro. Diese Summe müssen Sie nicht allein aufbringen. Einige Bundesländer, Kommunen und andere regionale Institutionen zahlen Zuschüsse für Batteriespeicher und Solaranlagen. Es lohnt sich immer, dort und auch direkt bei den örtlichen Klimaschutzmanager:innen oder Energieberater:innen nachzufragen. Wenn die Anlage schon läuft, erhalten Sie eine weitere Förderung in Form der Einspeisevergütung für den ins allgemeine Netz abgegebenen Solarstrom.

Können oder wollen Sie trotz der Förderung die Anlage nicht vollständig selbst finanzieren, haben Sie die Wahl, eine Photovoltaikanlage über einen Kredit zu finanzieren oder eine Anlage zu mieten. Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile.

Mit dem Kredit können Sie eine Anlage vorfinanzieren, die von Anfang an Ihre eigene ist. Insgesamt ist dies in der Regel viel günstiger als zu mieten und auch die Kreditlaufzeit kann deutlich kürzer gewählt werden. Es gibt spezielle Kredite für Photovoltaikanlagen von  Geschäftsbanken und Sparkassen sowie Förderkredite mit günstigen Konditionen und Tilgungszuschüssen von der bundeseigenen Förderbank KfW. Ab Juli 2021 können Sie beim Neubau oder einer Sanierung statt Förderkrediten dort auch direkte Zuschüsse beantragen.

Mieten oder pachten können Sie eine Photovoltaikanlage von Ihrem lokalen Stadtwerk oder überregionalen Anbieter:innen. Solche Angebote kosten Sie zwischen 50 bis 150 Euro im Monat. Das klingt überschaubar, summiert sich aber über die lange Laufzeit von meist 18 bis 20 Jahren auf einen hohen fünfstelligen Betrag, der die Anschaffungskosten beim Kauf einer Anlage fast immer deutlich übersteigt, manchmal um das zwei- bis dreifache.

Grund dafür ist, dass Vermieter:innen die Photovoltaikanlage nicht nur anschaffen und installieren müssen, sondern auch Kosten für Finanzierung, Wartung, Reparaturen, Versicherung und weitere Risiken sowie den unternehmerischen Gewinn einkalkulieren.

Wenn Sie eine Anlage mieten, gehört sie Ihnen zwar nicht, Sie sind aber Betreiber:in und dürfen den Solarstrom selbst verbrauchen. Den Überschuss speisen Sie wie bei einer eigenen Anlage ins Netz ein und erhalten die Einspeisevergütung aus dem EEG. Je nachdem, wie  jeweilige Anbieter:innen den Leistungsumfang der Anlage definieren, ob also bestimmte Zusatzleistungen in der Miete enthalten sind, und wie hoch der Eigenverbrauch angesetzt ist, kann unter dem Strich ein kleiner Gewinn für Sie herauskommen – oder aber auch ein dicker Verlust.

Meist ist eine Miete oder Pacht am Ende deutlich teurer als ein Kauf. Dafür brauchen Sie sich im besten Fall um die Wartung, Instandhaltung und Versicherung nicht zu kümmern. Weil die Angebote aber sehr unterschiedlich ausgestaltet sind, lohnt es sich, die Vertragsbedingungen vorab gründlich zu prüfen. Achten Sie dabei auf versteckte Kosten und darauf, dass die Miete nur dann zu zahlen ist, wenn die Anlage wie versprochen Strom produziert und der Vermieter oder die Vermieterin allen vertraglichen Verpflichtungen (Wartung, Reparaturen) nachkommt. Vorteil der Miete ist, dass Sie sich bei der Anschaffung nicht mit den technischen Details beschäftigen müssen und während des Betriebs keine größeren Kostenrisiken bestehen, wenn Solarmodule oder Wechselrichter nicht wie erwartet funktionieren. Nachteil ist, dass die Mietverträge bis zu 20 Jahre laufen und praktisch nicht kündbar sind. Auch bei einem Hausverkauf oder wenn das Haus vererbt wird, müssen diese weitergeführt werden.

Ob Sie sich für einen Kredit oder die Miete der Anlage entscheiden, sollten Sie genau prüfen. Lassen Sie sich nicht zu schnellen Entscheidungen drängen, wie es häufig überregionale Anbieter:innen in Beratungsgesprächen versuchen, die telefonisch und über Videochat durchgeführt werden. Beachten Sie, dass Sie einen Vertragsabschluss in der Regel innerhalb von zwei Wochen widerrufen können. Nutzen Sie diese Möglichkeit, wenn Sie sich über Ihre Entscheidung unsicher sind.

Wie groß sollte die Photovoltaikanlage sein?

Die elektrische Leistung (Nennleistung) einer Photovoltaikanlage wird in Kilowattpeak (kWp) gemessen. Sie gibt die maximale Leistung der Solarmodule unter standardisierten Laborbedingungen an und ermöglicht einen Vergleich der Module.

Für die Installation von rund 1 kWp Anlagenleistung werden etwa sechs bis acht Quadratmeter Fläche benötigt. Der Stromertrag der Anlage schwankt jedoch mit der Sonneneinstrahlung und den Jahreszeiten. Außerdem ist er abhängig von Umwelteinflüssen wie Schatten, reflektierendem Licht und der Verschmutzung der Module.

Die Anlage nur so klein zu dimensionieren, dass sie für den Eigenverbrauch optimiert ist, stellt oft nicht die wirtschaftlich beste Variante dar, da kleine Anlagen pro Kilowatt Leistung teurer sind als größere. Deshalb sind größere Anlagen meist lohnender, wie auch die aktuelle Photovoltaik-Studie der HTW Berlin im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW zeigt. Die Grenze setzen dann die verfügbare Dachfläche und das eigene Budget.

Gewonnenen Strom selbst nutzen oder einspeisen?

Selbst erzeugten Strom selbst zu nutzen und dadurch weniger Energie aus dem Netz zu kaufen, lohnt sich mehr, als möglichst viel davon einzuspeisen. Denn der Strom vom eigenen Dach kostet Sie bei einer Anlagengröße von 5 bis 10 kWp nur etwa 13 bis 11 Cent pro Kilowattstunde (kWh), während Sie für Strom aus dem Netz 25 bis 29 Cent (brutto) pro Kilowattstunde bezahlen müssen.

Um zu wissen, wie hoch der Anteil an Strom ist, den Sie in jedem Fall für sich selbst erzeugen müssten, hängt von drei Faktoren ab:

  • der Höhe des Stromverbrauchs,
  • dessen zeitlicher Verteilung und
  • der Anlagenleistung.

Mit unserem Solarrechner können Sie testen, wie viel Solarstrom Sie ungefähr im Haushalt verbrauchen. 

 

Beispiel für Stromerzeugung Eigenverbrauch

Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt mit einer 5-Kilowattpeak (kWp)-Anlage auf dem Hausdach erreicht z.B. einen sogenannten Eigenverbrauch von etwa 20 bis 30 Prozent, nutzt also 20 bis 30 Prozent des selbst erzeugten Stroms auch selbst.

Die Grafik zeigt die Erträge für einen solchen Fall. Dabei wird von einem spezifischen jährlichen Ertrag der Solaranlage von 900 kWh pro kWp und einem jährlichen Stromverbrauch von etwa 3.500 kWh ausgegangen (Hinweis: Grund für den geringen Eigenverbrauch im Sommer ist ein dreiwöchiger Urlaub.)

Der Eigenverbrauch lässt sich steigern, indem Sie den Stromverbrauch in die Produktionszeiten der Solaranlage verschieben,  also etwa die Wasch- und Spülmaschine passend einschalten. Auch ein Energiemanagementsystem kann Ihnen dabei helfen, Solarenergie zu Hause effizienter zu nutzen. Das Gerät steuert die Energieströme automatisch. Eine dritte Möglichkeit ist es, einen Batteriespeicher einzusetzen. Damit lässt sich der Eigenverbrauch auf 50 bis 70 Prozent erhöhen.

Worauf muss ich achten, wenn ich eine Photovoltaikanlage anschaffen will?

Nehmen Sie sich Zeit für die Planung. Informieren Sie sich vorab gründlich und lassen Sie sich fachlich beraten.

Zunächst sollten Sie, am besten bei einer Beratung oder mit einem Fachbetrieb, die baulichen Voraussetzungen prüfen. In den meisten Bundesländern ist für kleinere Photovoltaikanlagen, die an oder auf Gebäuden installiert werden, keine Baugenehmigung erforderlich. Es sei denn, es gibt Vorgaben zum Denkmalschutz oder örtliche Bebauungspläne, die etwas anderes besagen. Zur Sicherheit sollten Sie sich vorab bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung über die jeweils geltenden Vorschriften erkundigen.

Nun können Sie festlegen, welche Kriterien Ihre Solaranlage erfüllen soll: Wie groß kann die Anlage werden? Wie viel Strom muss sie erzeugen? Wie viel darf sie kosten? Dabei sollten Sie nicht nur Ihren aktuellen Stromverbrauch berücksichtigen, sondern auch gleich überlegen, ob Sie den selbst produzierten Strom in Zukunft vielleicht auch für Wärmeanwendungen (Warmwasser, Wärmepumpe) oder die Ladung eines Elektroautos nutzen möchten.

Wenn Sie wissen, was Sie brauchen, empfiehlt es sich, mehrere Kostenvoranschläge von Fachbetrieben einzuholen. Falls Sie eine Förderung in Anspruch nehmen möchten, müssen Sie eventuelle Fördermittel unbedingt beantragt und bewilligt haben, bevor Sie einen Vertrag beim Anlagenhersteller oder Installationsbetrieb unterschreiben. 

Wie finde ich das beste Angebot?

Preistabelle Photovoltaikanlage

Unser aktueller Preisindex für Photovoltaik hilft Ihnen, die Kosten einzuschätzen. Beim Vergleich der Angebote sollten Sie aber nicht nur auf den Preis achten, sondern vor allem auf den Umfang und die Qualität der Leistungen. Falls notwendig sollten beispielsweise auch die Kosten für ein Gerüst oder den Umbau des Zählerschranks enthalten sein. Achten Sie bei den Konditionen im Angebot darauf, dass Sie keine Vorschüsse für noch nicht erbrachte Leistungen oder Lieferungen zahlen müssen. „Standardpakete“ passen nicht auf jedes Dach. Deshalb muss die Photovoltaikanlage an Ihre Bedürfnisse angepasst werden. Das gilt für die Anzahl der Solarmodule ebenso wie für Typ und Leistung des sogenannten Wechselrichters sowie des Batteriespeichers.

Entscheidend sind die Gesamtleistung (Spitzenleistung in kWp) der Anlage, das vorgesehene Anlagenkonzept und die verwendeten Komponenten (Hersteller, Typ). Kommen die einzelnen Bestandteile von unterschiedlichen Hersteller:innen, muss Ihr:e Installateur:in dafür sorgen, dass sie optimal aufeinander abgestimmt sind.

Wichtig ist zudem, dass Ihr:e Installateur:in ausreichend Kompetenz und Erfahrungen auf diesem Gebiet hat. Dies lässt sich durch fundierte Aus- und Weiterbildungen oder regelmäßige Schulungen bei Hersteller:innen belegen. Am besten lassen Sie sich auch Referenzen nennen, so dass Sie andere Kund:innen nach ihren Erfahrungen fragen können.

Vorteilhaft ist es, wenn Anbieter:innen in Ihrer Nähe angesiedelt sind und auch engen Kontakt zu Lieferant:innen und Hersteller:innen pflegen. Dann haben Sie im Zweifel bei Fragen und Reklamationen kurze Reaktionszeiten und können auf kulante Lösungen hoffen.  

Ohne Vor-Ort-Termin ist es kaum möglich, einen vernünftigen Kostenvoranschlag zu erstellen. Prüfen Sie anschließend, ob in den Kosten für Montage und Netzanschluss tatsächlich alle nötigen Bauteile und Arbeiten aufgeführt sind. Die Angebote sollten möglichst genau sein und alle Komponenten genau beschreiben.

Lassen Sie sich einen „Pass“ für Ihre Solarstromanlage ausstellen. Sowohl der Photovoltaik-Anlagenpass als auch der Speicherpass des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW) wurden gemeinsam mit dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) entwickelt. Mit ihnen dokumentieren Handwerksbetriebe, dass die Anlage und die Geräte nach dem Stand der Technik geplant und installiert wurden. Die Formulare enthalten auch eine Protokollvorlage für die Abnahme. Diese dokumentiert, dass die Anlage oder der Speicher bei der Übergabe korrekt funktionieren.

Beide Pässe können nur von registrierten Handwerksbetrieben übergeben werden. Der Bundesverband Solarwirtschaft hält dazu ausführliche Informationen und ein Handwerker:innenverzeichnis bereit.

Für Batteriespeicher auf Lithium-Ionen-Basis ist ein Zertifikat über die Einhaltung des Sicherheitsleitfadens Li-Ionen-Hausspeicher empfehlenswert.

Welche gesetzlichen Vorgaben muss ich einhalten?

Der Weg zur eigenen Solaranlage ist auch mit Formalitäten verbunden. Hier finden Sie die wichtigsten Adressen: 

Anmeldung beim Netzbetreiber

Als Errichter:in meldet Ihr:e Installateur:in die Solarstromanlage beim Stromnetzbetreiber an. Dieser ist Ansprechpartner:in für den Anschluss der Anlage ans Stromnetz. Er nimmt außerdem den Überschussstrom ab und vergütet Ihnen jede eingespeiste Kilowattstunde nach den Vergütungssätzen des EEG. An ihn müssen Sie bestimmte Daten einmalig und jährlich melden. Die meisten Netzbetreiber schlagen vor, einen Einspeisevertrag abzuschließen. Dieser Vertrag ist nach dem EEG aber nicht erforderlich und kann für Sie als Anlagenbetreiber:in nachteilig sein, wenn er einseitige Haftungsbeschränkungen zugunsten des Netzbetreibers enthält.

Anmeldung im Marktstammdatenregister

Sie müssen Ihre Photovoltaikanlage und – falls vorhanden – den Batteriespeicher bei der Bundesnetzagentur in ein Register eintragen lassen. Seit dem 31. Januar 2019 heißt dies Marktstammdatenregister. Meldepflichtig sind die Inbetriebnahme, die Stilllegung, technische Änderungen und ein Betreiber:innenwechsel. Diese Pflicht besteht auch für ältere Anlagen.

Gewerbeanmeldung nicht nötig

Wenn Sie als Privatperson auf Ihrem Einfamilienhaus eine Solarstromanlage betreiben, müssen Sie dafür kein Gewerbe beim Ordnungsamt anmelden, auch wenn Finanzämter gelegentlich etwas anderes sagen. Der Bund-Länder-Ausschuss Gewerberecht hat dazu bereits im Jahr 2010 eine eindeutige Empfehlung abgegeben.

Steuererklärung muss meistens nicht sein

Möchten Sie die Photovoltaikanlage möglichst unbürokratisch betreiben und eine jährliche Steuererklärung dafür vermeiden, können Sie dies unter bestimmten Voraussetzungen tun - mit überschaubaren finanziellen Nachteilen. Falls Sie jedoch Ihre Solaranlage als Steuersparmodell nutzen möchten, sollten Sie prüfen, ob die eigene steuerliche Situation dazu geeignet ist und eine Steuerberaterung in Anspruch nehmen.

Was ist die EEG-Umlage?

Jede:r Stromverbraucher:in bezahlt in Deutschland mit dem Strompreis eine EEG-Umlage. Für Photovoltaikanlagen bis 30 Kilowatt Leistung sieht das EEG eine Bagatellgrenze vor. Das bedeutet, für den selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom ist keine EEG-Umlage zu zahlen. Das gilt jedenfalls, sofern Sie als Betreiber:in der Photovoltaikanlage den Solarstrom selbst verbrauchen, beispielsweise als Familie im eigenen Einfamilienhaus.

Verbrauchen Sie als Anlagenbetreiber:in den Solarstrom aber nicht selbst, sondern jemand anderes, gilt das als Stromlieferung und dann ist die volle EEG-Umlage fällig.

Anders sieht es bei Photovoltaikanlagen aus, die mehr als 30 Kilowatt Leistung haben: Hier müssen Sie für den selbst verbrauchten Strom eine auf 40 Prozent ermäßigte EEG-Umlage zahlen, und zwar auch dann, wenn Stromerzeuger:in und Stromverbraucher:in identisch sind.

Die Höhe der EEG-Umlage wird jährlich neu festgelegt und im Oktober für das Folgejahr veröffentlicht. Für das Jahr 2021 beträgt die volle EEG-Umlage 6,5 Cent und die ermäßigte 2,6 Cent pro Kilowattstunde. Die EEG-Umlage müssen Sie an den Netzbetreiber bezahlen, sie wird von diesem zusammen mit der Einspeisevergütung jährlich abgerechnet. Hier finden Sie ein Beispiel für eine Abrechnung.

Worauf Sie bei PV-Anlagen mit mehr als 10 kW achten sollten

Die Höhe der Vergütung, die der Netzbetreiber laut EEG für den ins Netz eingespeisten Strom zahlt, ist abhängig von der Anlagenleistung.

Bei einer Anlage mit einer Leistung bis 10 Kilowatt ist der Vergütungssatz pro Kilowattstunde am höchsten. Der Leistungsanteil zwischen 10 und 40 Kilowatt wird etwas niedriger vergütet. Beispiel: Sie nehmen im Januar 2021 eine Photovoltaikanlage mit 15 Kilowatt in Betrieb. Dann erhalten Sie für die ersten 10 Kilowatt 8,16 Cent und für die restlichen 5 Kilowatt 7,93 Cent pro Kilowattstunde. Speisen Sie beispielsweise 9.000 Kilowattstunden ins Netz ein, erhalten 6.000 Kilowattstunden die höhere und 3.000 Kilowattstunden die niedrigere Vergütung.

Die Bundesnetzagentur ermittelt die Höhe der Einspeisevergütung nach EEG und veröffentlicht sie. Im ersten Jahr gilt die Einspeisevergütung ab dem Monat der Inbetriebnahme bis zum Jahresende und anschließend für weitere 20 Jahre.

Zusätzlicher Zähler notwendig

Bei einer Anlage bis 30 Kilowatt wird nur der bisherige Bezugszähler durch einen Zweirichtungszähler ersetzt. Dieser misst sowohl Strombezug wie auch Überschusseinspeisung aus der Photovoltaikanlage. 

Damit der Netzbetreiber bei einer Anlage mit mehr als 30 Kilowatt die EEG-Umlage für den Eigenverbrauch abrechnen kann, muss zusätzlich die Menge des selbst verbrauchten Solarstroms ermittelt werden. Weil der Eigenverbrauch aber nicht direkt messbar ist, muss der von der Solarstromanlage insgesamt produzierte Strom gemessen werden. Dafür ist ein geeichter Zähler, der Erzeugungszähler, notwendig.

Größere Anlagen wirtschaftlich sinnvoll

Wegen dieser Unterschiede machen es sich viele Verkäufer:innen von Photovoltaikanlagen einfach und empfehlen Verbraucher:innen, nur Anlagen bis 10 Kilowatt zu installieren. Dagegen zeigt eine Studie im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW, dass es auch für private Haushalte wirtschaftlich sinnvoll sein kann, eine größere Anlage zu kaufen.

Die Studie zeigte unter anderem, dass größere PV-Anlagen pro Kilowatt Anlagenleistung weniger kosten als kleine. Außerdem unterscheiden sich die Betriebskosten von kleineren und größeren Anlagen im untersuchten Leistungsbereich bis 20 Kilowatt nur wenig, was den Solarstrom aus größeren Anlagen ebenfalls günstiger macht. Je größer der Eigenverbrauch des Solarstroms ist oder je mehr er sich durch künftige Anschaffungen wie ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe erhöht, umso sinnvoller ist eine größere Photovoltaikanlage.

Welche Versicherung brauche ich?

Solarstromanlagen sollten wenigstens in Ihre Wohngebäudeversicherung mit eingeschlossen werden, damit sie vor Gefahren wie Sturm, Hagel, Blitz und Feuer abgesichert sind. Für große und teure Anlagen oder wenn Sie einen Kredit zur Finanzierung in Anspruch nehmen, kann auch eine spezielle Photovoltaikversicherung empfehlenswert sein. Diese ist zwar teurer als eine Gebäudeversicherung, manchmal ist sie aber beim Kauf der Anlage von Hersteller:innen oder Installateur:innen in den Kaufpreis für die ersten ein bis drei Jahre schon einkalkuliert.

Erhalte ich eine Gewährleistung oder Garantie für meine Photovoltaikanlage?

Je nach Einbausituation gibt es für Solarstromanlagen eine gesetzliche Gewährleistungsfrist von zwei oder fünf Jahren, d.h. die Verkäufer:innen müssen in dieser Zeit für Sachmängel haften. Welche Frist im Zweifel gilt, ist juristisch nicht eindeutig geregelt. Deshalb sollten Sie am besten schon vor Ablauf der 2-Jahres-Frist prüfen, ob die Anlage ihre volle Leistungsfähigkeit hat, mängelfrei installiert wurde und die versprochenen Erträge bringt.

Darüber hinaus bieten Hersteller:innen für Solarmodule freiwillig Garantien über 10 bis mehr als 20 Jahre an. Damit solche Garantien wirklich etwas nützen, muss die Hersteller:innen in Deutschland ansprechbar sein. Gibt es die Firma irgendwann nicht mehr oder muss die Garantie im Ausland eingefordert werden, ist der Nutzen gering.

Was ist zu tun, wenn die PV-Anlage läuft?

Sobald die Anlage läuft, sollten Sie regelmäßig die Funktion und den Ertrag der Anlage kontrollieren. Die meisten Wechselrichter speichern die Daten der Energieausbeute und stellen sie am Display, auf einer Internetseite oder über eine Smartphone-App zur Verfügung. Beim Vergleich mit anderen Anlagen in der Region oder mit der Sonneneinstrahlung zeigt sich dann, wie reich die "Sonnenernte" ausfällt. Spätestens alle fünf Jahre sollte eine Fachperson die Sicherheit und Funktion der Anlage prüfen. Nach zehn Jahren kann eine professionelle Reinigung der Solarmodule sinnvoll sein.