Rückruf von Tiefkühlbeeren der Marke ja und bei Lidl!
Jetzt ruft Lidl eine Tiefkühlbeeren-Mischung wegen Noroviren zurück. Kürzlich hat die REWE Group Tiefkühlbeerenwegen Hepatitis-A-Viren zurückgerufen, im Mai Globus. Vom Verzehr wird dringend abgeraten.
Die Verbraucherzentrale rät, Tiefkühlbeeren vor der Verwendung in kalten Speisen durchzukochen.

Das Wichtigste in Kürze:
- Seit dem 17. Juli wird die Freshona Bio-Beerenmischung (300-Gramm-Packung) von Lidl mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 17.04.2028 und 18.04.2028 (Chargen siehe unten) bundesweit zürückgerufen.
- Seit dem 7. Juli wird die "ja! Beerenmischung, tiefgefroren" (750-Gramm-Beutel) mit der Chargennummer L-26085 und mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 15.03.2028 bundesweit zurückgerufen.
- Bereits seit dem 8. Mai wird der Globus Beeren-Mix, tiefgekühlt (300-Gramm-Packung) mit der Chargennummer 355/25 29.09.2027 E25-1409/10000-001 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 29.09.2027 bundesweit zurückgerufen.
- Aus den Regalen im Handel wurden die Packungen bereits entfernt.
- In den Beerenmischungen von ja! und Globus wurden Hepatitis-A-Viren nachgewiesen. Die Erkrankung tritt erst mit ca. 4 Wochen Verzögerung auf und kann insbesondere bei älteren Menschen, Kindern, Immungeschwächten und Personen mit Lebererkrankungen einen schweren Verlauf nehmen. Eine Impfung gegen die Viren ist nach Kontakt (aber vor Ausbruch) noch möglich.
- In der Lidl-Beerenmischung wurden Noroviren nachgewiesen, die zu sehr plötzlichen heftigen Durchfällen und schwallartigem Erbrechen führen können.
- Schauen Sie zuhause, ob Sie eines dieser Produkte ggf. als Vorrat in Ihrem Tiefkühlschrank haben.
Welche Produkte sind vom Rückruf betroffen?
Freshona Bio Beerenmischung von Lidl (300-Gramm-Packung)
Der Rückruf betrifft die mindesthaltbarkeitsdaten 17.04.2028 und 18.04.2028 mit folgenden Chargennummern:
- L180426H3
- L180426L3
- L190426L3
- L190426N3
Hersteller ist die Fa. Jütro Tiefkühlkost. Das Produkt wurde in allen Lidl-Filialen außer in den Bundesländern Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein verkauft. Es kann in allen Lidl-Filialen auch ohne Kaufbeleg zurückgegeben werden.
ja! Beerenmischung, tiefgefroren" (750-Gramm-Beutel)
Der Rückruf für das Ja!-Produkt betrifft derzeit ausschließlich die Chargennummer L-26085, GTIN: 4337256908795 mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 15.03.2028.
Hersteller ist die Eurogroup España Frutas y Verduras S.A.U., Ronda Narciso Monturiol 6, 208 B, 46980 Paterna (Valencia) / Spanien.
Verkauft wurde die Beerenmischung nach bisherigem Kenntnisstand (9. Juli 2026) in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie im Saarland.
Ja-Produkte werden vor allem in Geschäften der REWE-Group wie Rewe und Nahkauf, aber z.B. auch bei Hit verkauft.
Diese Beerenmischungen können auch ohne Kaufbeleg in das Geschäft zurückgebracht werden. Der Kaufpreis wird erstattet.
Globus Beeren-Mix, tiefgekühlt (300-Gramm-Packung)
Bereits seit dem 8. Mai 2026 wird der Globus Beeren-Mix, tiefgekühlt (300-Gramm-Packung) mit der Chargennummer 355/25 29.09.2027 E25-1409/10000-001 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 29.09.2027 bundesweit zurückgerufen. Er wurde über die Globus-Verbrauchermärkte bundesweit verkauft.
Die Ursprungsware für die möglicherweise mit Hepatits-Viren belasteten Beeren kam laut Europäischem Schnellwarnsystem RASFF aus Serbien bzw. aus Serbien und Polen.
Wie gefährlich ist Hepatitis A?
Hepatitis A gehört zu den Erkrankungen, die in Deutschland meist durch Viren in Lebensmitteln (z.B. Tiefkühlkost) übertragen werden. Auch Muscheln oder Austern aus dem Mittelmeerraum sind häufiger betroffen. Auf Fernreisen können neben frischem, vorgeschnittenem Obst und Gemüse auch Eiswürfel und nicht abgepacktes Trinkwasser ein Problem darstellen.
Erste Symptome sind häufig Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl und gelegentlich erhöhte Temperatur. Es kann zu einer Gelbsucht mit Gelbfärbung von Haut und Bindehaut, dunklem Urin, entfärbtem Stuhl und starkem Juckreiz der Haut kommen. Die Beschwerden bleiben in der Regel wenige Tage bis mehrere Wochen bestehen. Insbesondere ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen der Leber können schwerere Krankheitsverläufe entwickeln.
Gegen Hepatits A kann man sich vorbeugend impfen lassen. Aber auch bis zu 14 Tage nach dem Verzehr des Produkts kann noch geimpft werden.
Informationen zu Hepatitis A gibt es beim Robert-Koch-Institut. Wichtig: Wenn Sie infiziert sind, können Sie andere Personen anstecken. Deshalb sind eine gründliche Händehygiene und die Einhaltung weitere Handhygiene-Maßnahmen besonders wichtig.
Für Hepatitis A besteht in Deutschland gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine namentliche Meldepflicht. Das zuständige Gesundheitsamt muss sowohl bei einem Krankheitsverdacht und der Erkrankung als auch beim direkten oder indirekten Nachweis des Erregers (akute Infektion) schnell informiert werden.
Wie schnell merke ich, ob ich erkrankt bin?
Es ist oft schwierig, einen zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Verzehr eines Lebensmittels und einer Erkrankung herzustellen. Das gilt besonders in diesem Fall, da zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung 15 bis 50 Tage liegen können, im Durchschnitt sind es 4 Wochen.
Wie gefährlich sind Noroviren?
Eine Norovirus-Erkrankung tritt innerhalb von 10 bis 50 Stunden nach der Infektion auf. Sie äußert sich durch plötzlichen heftigen Durchfall, schwallartiges Erbrechen und gelegentlich auch Fieber. Die Symptome lassen nach wenigen Tagen von selbst nach. Problematisch ist der starke Flüssigkeitsverlust durch die starken Brechdurchfälle. Das stellt vor allem für Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen eine Gefahr dar. Dadurch entwickeln sich schwerere Krankheitsverläufe mit ausgeprägtem Schwächegefühl und Schwindel. Wenn nach dem Verzehr dieser Beeren schwere oder länger anhaltende Symptome auftreten, sollten Sie ärztliche Hilfe suchen und auf eine mögliche Norovirus-Infektion hinweisen. Es ist wichtig, den zum Teil erheblichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust möglichst auszugleichen.
Informationen zu Noroviren gibt es beim Robert-Koch-Institut. Auch diese Erkrankung ist meldepflichtig. Eine Impfung steht nicht zur Verfügung. Wichtig ist die konsequente Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln. Wenn möglich sollten die betroffenen Personen separate Toiletten nutzen.
Was kann ich tun, um mich gegen Hepatitis-A- und Noroviren zu schützen?
Es gibt immer mal wieder größere Krankheitsausbrüche z.B. in Schulen oder Altenheimen durch Tiefkühlbeeren. (In Privathaushalten wird das in der Regel gar nicht bekannt.) Grund dafür ist der unsachgemäße Umgang mit solchen Beerenmischungen. Schon seit vielen Jahren warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung davor, TK-Obst roh zu verzehren und mit ihnen Smoothies, Shakes oder Eis zuzubereiten. Es rät, Tiefkühlbeeren grundsätzlich vor dem Verzehr aufzukochen. Solche Beeren können außer mit Hepatitis-A-Viren bei unsachgemäßer Produktion (unsauberes Waschwasser) auch mit Noroviren belastet sein.
Auch Muscheln sollten nur gut durchgegart gegessen werden.
Unsere Quellen
- Lebensmittelwarnung.de (Lidl) vom 17.07.2026
- Lebensmittelwarnung.de (ja!) vom 08.07.2026
- Lebensmittelwarnung aus Luxemburg (ja!) vom 07.07.2026
- Verbraucherinformation des Herstellers vom 07.07.2026
- Hepatitis A. RKI-Ratgeber. Stand: 13.05.2026
- Noroviren. RKI-Ratgeber. Stand: 29.11.2019
- Tiefkühlbeeren vor dem Verzehr besser gut durchkochen. BfR-Presseinformation Nr. 05/13 vom 13.03.2013
- Rewe Produktrückruf, Pressemeldung vom 08.07.2026
- Lebensmittelwarnung.de (Globus-Beerenmix) vom 08.05.2026
- Schnellwarnsystem RASFF vom 07.07.2026, Update vom 10.07.2026
- Schnellwarnsystem RASFF vom 12.05.2026, Update vom 09.06.2026








