Neuer Schufa-Score: Die wichtigsten Infos

Stand: 09. Juni 2026

Die Schufa bewertet die Kreditwürdigkeit von Verbraucher:innen. Der Wert wird Schufa-Score genannt. Im März 2026 wurde er geändert. Die Verbraucherzentralen klären die wichtigsten Fragen dazu.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der neue Schufa-Score hat Punkte und den alten Basis-Score mit Prozentwerten abgelöst.
  • Sie haben ein Recht auf kostenlose Auskunft über Ihren Score-Wert und die über Sie gespeicherten Daten.
  • Der Schufa-Score wird aber noch nicht nicht bei allen Abfragen zu Ihrer Zahlungsfähigkeit eingesetzt.

Was ist die Schufa?

Die Schufa Holding AG ist keine Behörde, sondern ein Unternehmen. Sie ist eine so genannte Auskunftei, von denen es mehrere in Deutschland gibt. Sie verdienen unter anderem Geld damit, die Bonität (Zahlungsfähigkeit) von Menschen zu bewerten und diese Informationen Unternehmen zur Verfügung zu stellen.

Die Bonität sagt etwas darüber aus, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person ihre Rechnungen bezahlen kann. Dafür berechnet die Schufa so genannte Score-Werte.

Wozu dient der Schufa-Score?

Die Schufa gibt verschiedene Score-Wert auf Anfrage an Unternehmen weiter, mit denen sie kooperiert (z. B. Banken, Telekommunikationsanbieter, Energieversorger und so weiter). Hintergrund ist, dass sich die Unternehmen absichern wollen, nur mit einer zahlungsfähigen Person eine Kundenbeziehung einzugehen. Die Unternehmen treffen dann mithilfe des Score-Wertes ihre Entscheidung, z. B. ob ein Vertrag zustande kommt oder zu welchen Konditionen. Es kann aber auch sein, dass ein bestehender Vertrag gekündigt wird oder die Konditionen angepasst werden, weil sich der Schufa-Score verschlechtert hat.

Der Score der Schufa kann somit erhebliche Auswirkungen auf Ihr Leben haben und beeinflusst die Art und Weise, wie Sie am Wirtschaftsleben teilnehmen.

Warum wurde der Score geändert?

Sie haben ein Recht darauf zu erfahren, wie diese Score-Werte zustande kommen und welche Ihrer persönlichen Informationen für die Berechnung der Bonität verwendet werden. Nur dann können Sie prüfen, ob die verwendeten Daten korrekt sind.

Wie die Score-Werte zustande kamen, war vor März 2026 nicht transparent. Zwar erteilte die Schufa auf Anfrage kostenlos eine Kopie der bei ihr gespeicherten personenbezogenen Daten (das macht sie weiterhin und nennt es "Datenkopie nach Art. 15 DSGVO"). Allerdings glich das Zustandekommen des Bonitäts-Scores bislang eher einer "Black Box".

Nicht zuletzt wegen der Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in zwei wegweisenden Entscheidungen (Urteil vom 7. Dezember 2023, Az. C-634/21; Urteil vom 27. Februar 2025, Az. C-203/22) hat sich die Schufa um Transparenz bemüht und den neuen Schufa-Score am 17. März 2026 vorgestellt.

Fragen und Antworten zum Schufa-Score

Lesen Sie hier, was es mit dem neuen Score auf sich hat und ob er das Versprechen von Transparenz einlöst:

Was ist neu am neuen Schufa-Score?

Erstmals macht die Schufa transparent, welche Kriterien sie für die Beurteilung der Bonität heranzieht. Der neue Score basiert auf 12 festgelegten Kriterien, welche die Schufa für relevant hält, um die Zahlungsfähigkeit beurteilen zu können. Für jedes Kriterium vergibt die Schufa unterschiedlich viele Punkte.

Der neue Score ist ein Wert zwischen 100 und 999 Punkten. Je höher die Punktezahl, desto besser wird die Bonität bewertet.

Anhand der Punkteverteilung können Sie das Zustandekommen Ihres Score-Wertes nachvollziehen und die Punkte selbst nachrechnen. Aus der Punkteverteilung wird außerdem deutlich, wie die Schufa die einzelnen Kriterien gewichtet, um die Bonität zu bewerten.

Neu ist auch, dass der neue Score in Zukunft den so genannten Basis-Score ersetzen soll. Der Basis-Score ist quasi ein Durchschnittswert der Bonität einer Person, allerdings in Prozent (maximal 100 Prozent) und wurde in der Vergangenheit auf der Schufa-Datenkopie angegeben. Der Basis-Score lieferte allerdings nur eine grobe Orientierung, wie die Schufa die Bonität beurteilt. Denn an ihre Vertragspartner übermittelte die Schufa nicht den Basis-Score, sondern sog. Branchen-Scores oder andere Score-Werte. Diese waren für Verbraucher:innen nicht gut verständlich.

Mit dem neuen Score soll es nun so sein, dass alle, also Verbraucher:innen und Unternehmen, den neuen Score bekommen.

Seit wann gibt es den neuen Schufa-Score?

Die Schufa hat ihren neuen Score wurde am 17. März 2026 offiziell vorgestellt. Er wird allerdings noch nicht flächendeckend eingesetzt. Zu seiner Einführung bezogen rund 25 Prozent der Schufa-Vertragspartner den neuen Score, hat die Auskunftei mitgeteilt. Das bedeutet zugleich, dass ein Großteil der Schufa-Vertragspartner den neuen Score noch nicht nutzt. Wann er flächendeckend eingesetzt wird, lässt sich daher nicht genau sagen.

Wenn Sie als Verbraucher:in anfragen, erhalten Sie seit dem 17. März 2026 nur noch den neuen Score-Wert. Der alte Basis-Score in Prozent wird nicht mehr mitgeteilt, sondern nur noch ein Punktewert zwischen 100 und 999.

Werden neben dem neuen Schufa-Score auch noch andere Score-Werte verwendet?

Da der neue Score noch nicht von allen Vertragspartnern der SCHUFA bezogen wird, muss davon ausgegangen werden, dass auch noch die so genannten Branchen-Scores bzw. andere Score-Werte weiterhin zum Einsatz kommen.

Wie diese Scores zustande kommen, also welche Kriterien dabei eine Rolle spielen und wie diese gewichtet werden, ist für Verbraucher:innen nach wie vor wenig transparent.

Woher weiß ich, wann der neue Schufa-Score zum Einsatz kommt?

Es ist auf Anhieb nicht klar, wann der neue Score zum Einsatz kommt und in welchen Fällen noch die bisherigen Score-Werte verwendet werden.

In Zweifelsfällen müssen Sie deshalb beim Unternehmen nachfragen, ob und falls ja welcher Score-Wert der Schufa bezogen wird, um die Bonität zu beurteilen.

5. Wird die Bonität durch den neuen Schufa-Score schlechter?

Wegen der Umstellung von Prozent auf Punkte lassen sich der alte (max. 100 Prozent) und der neue Score (100-999 Punkte) nicht 1:1 miteinander vergleichen. D. h. wer beim Basis-Score den Wert von 98 Prozent erreichte, hat nicht automatisch 980 Punkte.

Die Einteilung sowohl des alten Basis-Scores als auch des neuen Bonitäts-Scores in die Klassen hervorragend, gut, akzeptabel, ausreichend und ungenügend hat sich nicht geändert.

Nach Angabe der Schufa ändert sich durch die Umstellung auf den neuen Score für den Großteil der Verbraucher:innen nichts, d. h. Sie verbleiben in der gleichen Score-Klasse. 8 Prozent der Verbraucher:innen werden schlechter bewertet, was diese als ungerecht empfinden, wenn sich an dem zugrundeliegenden Datenbestand nichts geändert hat. Zugleich erreichen etwa 9 Prozent durch den neuen Score eine höhere Score-Klasse.

Wo kann ich den neuen Schufa-Score sehen?

Den neuen Schufa-Score erhalten Sie, wenn Sie eine "Datenkopie nach Art. 15 DSGVO" bei der Schufa einfordern. Das geht hier: https://www.meineschufa.de/dakobs/. Die Datenkopie wird postalisch versendet und ist kostenlos.

Auf dem Schreiben werden der neue Score genannt sowie alle persönlichen Informationen aufgeführt, welche die Schufa über eine Person gespeichert hat. Diese sollten Sie regelmäßig auf Richtigkeit überprüfen!

Zudem gibt es seit Einführung des neuen Scores auch einen neuen Schufa-Account geschaffen. Dieser Online-Zugang ist ebenfalls kostenlos. Bei der Registrierung sollten Sie darauf achten, dass Sie auch wirklich beim kostenfreien neuen Schufa-Account landen. Die Adresse dazu lautet: https://app.schufa.de Für die Registrierung ist eine vorherige Identifizierung und Legitimation nötig, die auch mittels PIN-Brief erfolgen kann.

Was soll ich tun, wenn die Schufa veraltete oder fehlerhafte Daten von mir speichert?

Sollten Sie feststellen, dass die Schufa falsche Daten über Sie gespeichert hat, sollten Sie die Schufa informieren und Korrektur des Datenbestandes verlangen. Dies ist insbesondere bei Zahlungsstörungen wichtig. Zahlungsstörungen, auch erledigte, haben für den Schufa-Score eine große Bedeutung und können ihn deutlich verschlechtern.

Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich bei der Schufa einen negativen Eintrag (Zahlungsstörung) habe?

Unternehmen teilen der Schufa mit, wenn Sie in Zahlungsschwierigkeiten stecken. Eine "Einmeldung einer Zahlungsstörung" bei der Schufa ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig.

Sollten Sie ernsthaft Zweifel daran haben, dass die gemeldete Zahlungsstörung richtig ist, sollten Sie der Sache nachgehen!

Deshalb sollten Sie unbedingt zeitnah reagieren, wenn Sie eine Mahnung oder ein Inkassoschreiben erhalten und die darin geltend gemachte Forderung sorgfältig prüfen!

Stellt sich heraus, dass die Meldung einer Zahlungsstörung an die Schufa unzulässig war, sollten Sie sich umgehend mit dem Unternehmen in Verbindung setzen, das die Störung gemeldet hat. Es ist verpflichtet, den Eintrag zu korrigieren, wenn er rechtswidrig war.

Ich habe wegen des Schufa-Scores keinen Vertrag bekommen. Was nun?

Wenden Sie sich zunächst an den Anbieter, der den Abschluss eines Vertrages (z. B. Mobilfunkvertrag, Energieliefervertrag, Kauf auf Rechnung, etc.) abgelehnt hat oder einen laufenden Vertrag kündigt.

Erfragen Sie konkret, ob der Schufa-Score maßgeblich für die Ablehnung des Vertrages bzw. die Kündigung war. Auch wenn Sie den Vertrag nur zu schlechteren Konditionen erhalten haben, können Sie erfragen, ob die Schlechterstellung auf dem Schufa-Score beruht.

Bestätigt der Anbieter, dass die Ablehnung, Schlechterstellung oder Kündigung des Vertrages wegen des Schufa-Scores erfolgte, dann haben Sie das Recht, von der Schufa zu erfahren, wie dieser Score konkret zustande gekommen ist. Dieses Recht haben Sie unabhängig davon, ob es sich um den neuen oder um einen "alten" Score-Wert handelt.

Wirkt sich die Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos (P-Konto) negativ auf meinen Schufa-Score aus?

Nein, die Einrichtung eines P-Kontos selbst wirkt sich nicht negativ auf den Schufa-Score aus. Allerdings wirken sich die Zahlungsstörungen, die zur Zwangsvollstreckung geführt haben, negativ auf den Score aus. Deshalb ist es wichtig, bei Überschuldungssituationen frühzeitig eine anerkannte Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle aufzusuchen.

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