Verbraucherreport 2026: Verbraucherzentralen fordern besseren Schutz für junge Menschen

Stand: 17. Juni 2026

Ob im Netz, beim Einkaufen oder im Bereich Ernährung: Junge Menschen stoßen in diesen Bereichen täglich auf Risiken, die sie allein kaum bewältigen können. Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt: Die Verbraucherzentralen sehen die Politik hier in der Pflicht.

Das Wichtigste in Kürze:

  • 87 Prozent der befragten Verbraucher:innen halten den politischen Schutz für Kinder und Jugendliche im Bereich Social Media und Online-Games für mangelhaft.
  • Auch beim Thema Finanzen und gesunde Ernährung sehen die meisten Verbraucher:innen erheblichen Nachbesserungsbedarf.
  • Das Vertrauen in die Politik beim Verbraucherschutz ist gering und sinkt weiter – nur jede fünfte Person glaubt, dass die Politik ihrer Verantwortung gerecht wird.
  • Der Verbraucherreport 2026 des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) macht deutlich: Es braucht verbindliche Regeln, die junge Menschen wirklich schützen.

Warum sind junge Verbraucher:innen besonders gefährdet?

Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer Welt auf, in der Konsumangebote allgegenwärtig sind – ob auf dem Smartphone, im Supermarkt oder in der Schulmensa. Gleichzeitig fehlt ihnen oft noch die Erfahrung, um Risiken einzuschätzen: Werbung zu erkennen, Schulden zu vermeiden oder ungesunde Lebensmittel zu identifizieren. Was wie eine persönliche Herausforderung wirkt, ist in Wirklichkeit ein strukturelles Problem – und damit eine politische Aufgabe.

Genau das belegt der Verbraucherreport 2026, den der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) jährlich in Auftrag gibt. Für die aktuelle Ausgabe befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa im April 2026 bundesweit 1.502 Menschen ab 14 Jahren. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Eine große Mehrheit der Befragten sieht den Schutz junger Menschen in zentralen Lebensbereichen als unzureichend an und fordert politisches Handeln.

Digitale Welt: Warum brauchen junge Menschen besonders hier mehr Schutz?

Das Internet und soziale Medien gehören für Kinder und Jugendliche zum Alltag – doch die Politik schützt sie dort bislang kaum wirksam. Das zumindest ist die klare Einschätzung von 87 Prozent der Befragten im Verbraucherreport 2026. Sie bewerten den Schutz junger Menschen bei der Nutzung sozialer Plattformen und Online-Games als schlecht. Algorithmen sind gezielt darauf ausgelegt, Nutzer:innen möglichst lange zu binden, was für Kinder und Jugendliche ein besonderes Risiko darstellt.

Der vzbv-Vorständin Ramona Pop zufolge braucht es hier zeitnah Lösungen: Digitale Angebote müssten so gestaltet sein, dass junge Menschen sie sicher nutzen können. Freiwilliges Engagement der Unternehmen reicht nicht aus. Gefragt sind verbindliche Regeln, die Kinder und Jugendliche zuverlässig schützen.

Wo liegen im Bereich Finanzen und Ernährung Risiken für Heranwachsende?

Beim Thema Finanzen sind  82 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die Politik junge Menschen nicht ausreichend schützt. Beispielsweise beim Thema Überschuldung sehen sie erheblichen Nachbesserungsbedarf. Der vzbv fordert, diese Risiken gerade für die Jüngsten spürbar zu reduzieren.

Auch im Ernährungsbereich bewerten viele den politischen Verbraucherschutz als mangelhaft: Knapp drei von vier Befragten (74 Prozent) halten die bestehenden Maßnahmen für unzureichend. Der vzbv fordert deshalb Rahmenbedingungen, die eine gesunde Ernährung für Kinder und Jugendliche überhaupt erst ermöglichen.

Vertraut die Bevölkerung der Politik beim Verbraucherschutz?

Hier liegt vielleicht das ernüchterndste Ergebnis: Obwohl 86 Prozent der Befragten die Politik grundsätzlich in der Verantwortung sehen, die Interessen der Bevölkerung beim Thema Verbraucherschutz zu schützen, glauben nur 20 Prozent, dass die Politik dieser Aufgabe tatsächlich gerecht wird. Und das Vertrauen scheint weiter zu bröckeln: 2024 lag der Wert noch bei 24 Prozent, 2025 bei 22 Prozent.

Diese Vertrauenslücke ist ein deutliches Signal. Es reicht nicht, Schutz zu versprechen – es müssen sichtbare Taten folgen. Eine Mehrheit von 79 Prozent spricht sich ausdrücklich dafür aus, dass die Politik auch dann junge Menschen stärker schützen sollte, wenn das strengere Vorgaben gegenüber Unternehmen und Digitalplattformen bedeutet.

Was fordern die Verbraucherzentralen zum Schutz von jungen Menschen?

In allen drei Bereichen – Digital, Finanzen, Ernährung – müssen Gesetze und Regulierungen so gestaltet werden, dass junge Menschen nicht schutzlos dem Markt ausgeliefert sind, sondern sicher und selbstbestimmt teilhaben können, so die Forderung des vzbv.

  • Digital: Plattformen müssen Kinder und Jugendliche besser schützen – durch transparentere Algorithmen und wirksame Altersgrenzen. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Unternehmen haben sich als nicht ausreichend erwiesen. 
  • Finanzen: Klarere Regeln sollen Überschuldung und Betrug auch bei unerfahrenen Nutzern verhindern. Gerade Jugendliche brauchen bessere Absicherung, bevor sie in Kostenfallen geraten. 
  • Ernährung: Gesunde Lebensmittel sollen leichter zugänglich werden – aggressive Werbung ungesunder Produkte gegenüber Kindern muss eingeschränkt werden. Gesund essen darf keine tägliche Ausnahme bleiben, sondern muss zur einfachen Wahl werden.

Der Verbraucherreport 2026 ist damit nicht nur eine Bestandsaufnahme – er ist ein klarer Auftrag.

FAQ: Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

Was ist der Verbraucherreport 2026?

Der Verbraucherreport ist eine jährliche repräsentative Umfrage, die der Verbraucherzentrale Bundesverband beim Meinungsforschungsinstitut forsa in Auftrag gibt. Für die Ausgabe 2026 wurden im April 1.502 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren befragt. Ziel ist es, ein aktuelles Bild davon zu zeichnen, wie gut sich Verbraucherinnen und Verbraucher in ihrem Alltag geschützt fühlen.

Warum stehen Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt des diesjährigen Reports?

Junge Menschen sind in besonderer Weise Risiken ausgesetzt – ob durch suchtfördernde digitale Angebote, finanzielle Fallen oder ungesunde Lebensmittel. Gleichzeitig fehlt ihnen oft noch die Erfahrung, um diese Risiken eigenständig einzuschätzen. Der Report zeigt, dass die Bevölkerung hier einen klaren Schutzauftrag an die Politik sieht.

In welchen Bereichen ist der Schutz junger Menschen besonders mangelhaft?

Am schlechtesten bewertet wird der Schutz im digitalen Bereich: 87 Prozent der Befragten halten ihn bei sozialen Medien und Online-Games für unzureichend. Beim Thema Finanzen sind es 82 Prozent, im Ernährungsbereich 74 Prozent. In allen drei Feldern besteht aus Sicht der Befragten erheblicher politischer Handlungsbedarf.

Wie groß ist das Vertrauen in die Politik beim Verbraucherschutz?

Das Vertrauen ist gering und nimmt weiter ab. Nur 20 Prozent der Befragten glauben, dass die Politik beim Verbraucherschutz ihrer Verantwortung gerecht wird – nach 22 Prozent im Vorjahr und 24 Prozent im Jahr 2024. Gleichzeitig halten 86 Prozent der  befragten Verbraucher:innen die Politik grundsätzlich für zuständig, Verbraucherinteressen zu schützen.

Was fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband als Konsequenz aus den Umfrageergebnissen?

Der Verbraucherzentrale Bundesverband verlangt gesetzliche Maßnahmen in den Bereichen Digitales, Finanzen und Ernährung, die junge Menschen wirksam absichern. Dazu gehören strengere Regeln für Plattformen, besserer Schutz vor Überschuldung sowie Rahmenbedingungen, die eine gesunde Ernährung für Kinder und Jugendliche zur zugänglichen Normalität machen.

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