Alkohol in Lebensmitteln: Worauf Eltern achten können

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Beim Auspacken riechen gekaufte Produkte nach Alkohol, obwohl man ihn gar nicht erwartet. Für Erwachsene ist der Rotwein in der Bratensoße oder dem Dessert in der Regel kein Problem – für Kinder aber schon. Sie können sich früh an den Geschmack gewöhnen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Einigen Lebensmitteln wird Alkohol zugesetzt, um sie haltbarer zu machen oder ihnen einen besonderen Geschmack zu verleihen.
  • Alkohol verdampft beim Kochen und Backen nicht komplett. Restalkohol bleibt in der Familienmahlzeit.
  • "Alkoholfreies Bier" ist oft nicht alkoholfrei und somit nicht geeignet für Kinder.
Leerer Einkaufswagen vor Supermarkt-Kühlschränken
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Alkohol als Zutat

In einigen Produkten wird Alkohol als Zutat verwendet. In Fertigpackungen muss Alkohol als Zutat in der Zutatenliste aufgeführt werden, zum Beispiel als Alkohol, Amaretto, Rum, Weinbrand oder Ethylalkohol. Auch wenn Backwaren bei der Verpackung zur Verbesserung der Haltbarkeit und Frischhaltung mit Ethanol besprüht werden – direkt auf das Lebensmittel oder in die Verpackung – muss Ethanol als Zutat angegeben werden. Wird Alkohol als Lösemittel für Fruchtauszüge oder Aromen verwendet, die wiederum beispielsweise Kuchen zugesetzt werden, so muss dieser nicht gekennzeichnet werden.

Ein deutlicher Hinweis auf der Verpackung ist allerdings nicht gesetzlich vorgeschrieben. Einige Hersteller setzen ihn freiwillig. Denn lange Zutatenlisten erschweren es oft, den Überblick über einzelne Zutaten zu behalten. In den folgenden Fotos sind Zutatenlisten von Produkten abgebildet, die Alkohol enthalten. Finden Sie ihn in der Auflistung? Die Lösung finden Sie jeweils im darauffolgenden Bild.

Zutatenliste einer Blätterteig-Verpackung

Blätterteig

Zutatenliste einer Blätterteig-Verpackung mit Kreis um den Begriff "Ethylalkohol"

Blätterteig

Zutatenliste einer Burger-Brötchen-Verpackung

Burger-Brötchen

Zutatenliste einer Burger-Brötchen-Verpackung mit eingekreistem Wort "Alkohol".

Burger-Brötchen

Zutatenliste eines Glases Dessertcreme

Dessertcreme

Zutatenliste eines Glases Dessertcreme mit eingekreistem Wort "Ethylalkohol"

Dessertcreme

Zutatenliste einer Cocktailsauce-Flasche

Cocktailsauce

Zutatenliste einer Cocktailsauce-Flasche mit Kreisen um die Begriffe Branntwein und Whisky

Cocktailsauce

Zutatenliste einer Verpackung Hefeschnecken

Hefeschnecken

Zutatenliste einer Packung Hefeschnecken mit Kreis um die Worte "natürliche Aromen (enthält Alkohol)"

Hefeschnecken

Alkohol in unverpackten Lebensmitteln

Bei unverpackten Lebensmitteln, die z.B. in Bäckereien oder Cafés angeboten werden, ist keine Zutatenliste vorhanden. Die Verwendung von Alkohol sowie der Alkoholgehalt in Torten und Pralinen muss nicht ausgewiesen werden. Hier bleibt nur das Erfragen der Zutaten beim Personal.

Alkohol in kleinen Portionspackungen

Eine Zutatenliste ist auch nicht erforderlich bei kleinen Packungen, deren größte Fläche kleiner als 10 cm² ist, z.B. auf kleinen Schokofiguren, die zu Weihnachten und Ostern im Handel angeboten werden.

Weitere Informationen zur Lebensmittel-Kennzeichnung finden Sie in diesem Artikel.

Eigenschaften von Alkohol in Lebensmitteln

Alkohol wird in Lebensmitteln nicht nur wegen des Geschmacks hinzugefügt, sondern auch zu lebensmitteltechnologischen Zwecken. So wird Alkohol beispielsweise wegen seiner konservierenden Eigenschaften einem Produkt zugesetzt und macht dieses haltbarer. Damit Lebensmittel nicht verklumpen oder verkleben, wird Alkohol wie Ethanol auch als Trennmittel genutzt.

Gewöhnungseffekt beim Geschmack

In der Regel finden sich in den meisten Produkten nur geringe Mengen an Alkohol. Diese sind für Kinder gesundheitlich unbedenklich. Allerdings ist zu befürchten, dass die Kleinen sich schon frühzeitig an den Geschmack von Alkohol gewöhnen und die natürliche Hemmschwelle für den Verzehr gesenkt wird. Daher wird geraten, für Kinder keine Produkte zu kaufen, die nach Rum, Amaretto oder Whiskey schmecken.

Malzbier und "alkoholfreies Bier" für Kinder ungeeignet

Für Kinder sind Malzbier und "alkoholfreies Bier" keine geeigneten Durstlöscher – auch nicht als Ausnahme, wie bei Geburtstagen. Denn bis zu einem Gehalt von 0,5 Volumenprozent Alkohol gilt Bier als "alkoholfrei". Bei Getränken, die mehr als 1,2 Volumenprozent Alkohol enthalten, muss der Alkoholgehalt deklariert werden. In Malzbier, das von Kindern gerne getrunken wird, kann bis zu 1 Volumenprozent Alkohol enthalten sein.

Familienmahlzeit: besser ohne Alkohol

In einigen Rezepten wird die Zugabe von Alkohol, z.B. Rotwein oder Weißwein zur Verfeinerung von Soßen oder Rum in Desserts, vorgeschlagen. Der Alkohol löst sich jedoch beim Backen oder Kochen bei hohen Temperaturen nicht vollständig auf. Es bleibt immer ein Restalkoholgehalt. Reiner Alkohol verdampft zwar bereits bei Temperaturen von ungefähr 78 Grad. Daher stammt wahrscheinlich auch der hartnäckige Irrglaube, dass Alkohol sich beim Kochen vollständig verflüchtige. Wenn Kinder mitessen, sollte man daher besser ohne Alkohol kochen und backen.

Es gibt gute Alternativen zum Kochen mit Alkohol. Apfelsaft eignet sich in herzhaften Gerichten als Ersatz genauso gut wie eine kräftige Gemüsebrühe. Ein Stück Zartbitterschokolade kann beispielsweise ein Chili oder eine Bratensoße verfeinern. Oder auch ein Teelöffel Zimt, Vanille oder Kardamom bringt eine abwechslungsreiche Note auf den Teller. In Süßspeisen kann auf die Zugabe von Alkohol in der Regel komplett verzichtet werden.