Durchlauferhitzer kaufen: Welcher ist der richtige?

Stand: 05. Oktober 2026

Hydraulisch, elektronisch oder vollelektronisch? Die Verbraucherzentralen erklären, worauf Sie beim Kauf eines Durchlauferhitzers achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Durchlauferhitzer sind eine technische Lösung zur Trinkwassererwärmung für Wohnungen ohne zentrale Warmwassersysteme.
  • Bevorzugen Sie bei der Erneuerung oder dem Kauf effiziente, elektronische Durchlauferhitzer.
  • (Voll-)elektronische Durchlauferhitzer sind auf Dauer wirtschaftlicher als hydraulische Durchlauferhitzer, denn sie verbrauchen deutlich weniger Wasser und Energie.
  • Hydraulische Durchlauferhitzer sind weniger komfortabel und lassen sich häufig nicht mit wassersparendem Zubehör kombinieren.

Welche Arten von Durchlauferhitzern gibt es?

Es gibt drei Arten von elektrischen Durchlauferhitzern. Sie unterscheiden sich durch ihre Steuerung. Diese kann hydraulisch, elektronisch oder vollelektronisch erfolgen.

Hydraulische Durchlauferhitzer

Die meisten hydraulischen Durchlauferhitzer benötigen eine Mindestmenge von mehreren Litern an Wasserdurchfluss pro Minute an der einzelnen Zapfstelle – also Wasserhahn oder Duscharmatur –, um sich einzuschalten und warmes Wasser zu liefern. Deshalb sind diese Geräte oft nicht oder nicht gut mit Spar-Zubehör einsetzbar. Im Zweifel sollten Sie vorher im Produktdatenblatt für Ihr Gerät nachsehen oder selbst austesten, welche Durchflussmenge zum Einschalten benötigt wird. Ein sparsameres Duschen ist nicht oder nur mit deutlichem Komfortverlust möglich.

Wie können Sie die Schüttmenge messen?

Stoppen Sie die Sekunden, um einen 10-Liter-Eimer mit Warmwasser in der gewünschten Temperatur und der für Sie beim Duschen üblichen Durchflussmenge zu füllen. Nun teilen Sie 600 (10 Liter mal 60 Sekunden) durch diese gestoppte Sekundenzahl. Fertig!

Dies Messung wiederholen Sie dann bei der kleinsten möglichen Durchflussmenge, mit der ihr Gerät noch warmes Duschwasser liefert.

Ob Sie einen hydraulischen Durchlauferhitzer zu Hause haben, können Sie häufig nur über die Produktbezeichnung auf dem Typenschild erfahren oder durch eine Nachfrage beim Hersteller. Auch ein kleiner Test hilft: Ist das Schaltgeräusch besonders laut oder beginnt die Aufheizung erst bei einer stärkeren Durchflussmenge? Oder wird bei starkem Wasserdurchfluss das lauwarme Wasser erst heißer, wenn Sie den Durchfluss etwas drosseln? Falls das zutrifft, haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen hydraulischen Durchlauferhitzer. Meist haben diese Geräte außerdem nur zwei Schaltstufen.

Elektronische Durchlauferhitzer

Elektronische Durchlauferhitzer sind meist stufenlos regelbar. An diesen Geräten können Sie die Betriebstemperatur direkt und gradgenau einstellen. Sie können auch mit kleineren Durchflussmengen arbeiten. Dann sparen Sie Zeit, Wasser und Strom. Achten Sie auf die im Produktdatenblatt angegebene Mindestdurchflussmenge.

Vollelektronische Durchlauferhitzer

Vollelektronische Durchlauferhitzer sind noch etwas sparsamer und komfortabler als elektronische Durchlauferhitzer, dafür aber auch teurer. Ihr Vorteil ist, dass sie auch unter Volllast noch die Wunschtemperatur liefern. Dazu senkt das Gerät bei Bedarf automatisch den Wasserdurchfluss ab, um mit der verfügbaren Aufheizleistung die Wunschtemperatur zu erreichen.

Worauf sollten Sie beim Energieeffizienzlabel achten?

Das Energieeffizienzlabel hilft Ihnen beim Vergleich verschiedener Durchlauferhitzer. Es zeigt unter anderem die Energieeffizienzklasse und den jährlichen Stromverbrauch. Alle Durchlauferhitzer, die neu auf den Markt kommen, erhalten das EU-Label und damit eine Einstufung in eine bestimmte Energieeffizienzklasse. Die Einteilung der sieben Effizienzklassen erfolgt nach dem Ampel-System, wobei ein grüner Balken für die beste Effizienzklasse A+ und ein roter Balken für die schlechteste Effizienzklasse F steht. Ein schwarzer Pfeil neben einem Farbbalken zeigt die Effizienzklasse des Gerätes an.

Dies sind alle Informationen, die das Energielabel für elektrische Durchlauferhitzer aufweist:

 

  1. Name des Herstellers (I) und des Modells (II)
  2. Funktion zur Warmwasserbereitung mit Zapfprofil in den Größen 2XS bis S
  3. Energieeffizienzklasse des Geräts
  4. Farbbalken zur Darstellung der Energieeffizienzklassen
  5. Schallpegel in Dezibel (dB)
  6. Stromverbrauch pro Jahr in Kilowattstunden (kWh)
  7. optionales Symbol für Boiler (mit Speicher), wenn das Gerät für die Erwärmung in Schwachlastzeiten mit günstigerem Tarif geeignet ist
  8. Nummer der EU-Verordnung
     

 

Wenn Sie ein sparsames Gerät suchen, achten Sie auf die Einstufung mindestens in die Klasse A für Warmwasserbereiter. Die beste Klasse A+ erreichen nur sehr wenige Geräte.

Vergleichen Sie zusätzlich den angegebenen Jahresverbrauch. Denn auch Geräte derselben Energieeffizienzklasse können unterschiedlich viel Strom verbrauchen. Deshalb sagt die Energieeffizienzklasse allein nicht aus, welches Gerät im Alltag tatsächlich weniger Strom verbraucht. Ein elektronischer Durchlauferhitzer kann im Alltag gegenüber einem hydraulischen Gerät bis zu 30 Prozent Strom einsparen. Er passt seine Leistungsaufnahme automatisch an die benötigte Wassermenge und Temperatur an.

Das Zapfprofil auf dem Energieeffizienzlabel zeigt, für welche Anwendung das Gerät geeignet ist. Wenn Sie an einer Zapfstelle nur wenig Warmwasser benötigen, brauchen Sie dort kein besonders leistungsstarkes Gerät. So reicht beispielsweise für ein Handwaschbecken ein Mini-Durchlauferhitzer mit einem XXS-Zapfprofil. Dieser ist auch gut als effizienter Ersatz für ein klassisches Untertischgerät geeignet, in dessen Wasserspeicher üblicherweise immer einige Liter Wasser heiß gehalten werden. Dieses Warmhaltevolumen des Untertischgeräts kann auch ein hygienisches Risiko darstellen, wenn es nur selten genutzt wird oder die Temperatur zu niedrig eingestellt ist. Möchten Sie mehrere Zapfstellen im Bad oder in einer Wohnung mit einem Warmwassergerät versorgen, eignet sich dafür ein größerer elektronischer Durchlauferhitzer mit dem Zapfprofil S.

Durchlauferhitzer sind in der Regel nicht besonders laut. Der angegebene Geräuschpegel kann beim Kauf eine Rolle spielen, wenn ein Warmwasserbereiter in Kombination mit einer integrierten Wärmepumpe arbeitet. Ob das Gerät für einen ausschließlichen Betrieb mit einem günstigen Schwachlasttarif (Nachttarif) geeignet ist, wird auf dem Label durch eine Uhr symbolisiert. Diese Angabe ist beim elektrischen Durchlauferhitzer allein meist nicht relevant, sondern eher für Warmwasserbereiter mit Speichervolumen gedacht. Weitere Fragen, die Ihre persönliche Haushaltssituation betreffen, können Sie in einer Energieberatung klären.

Spartipps

Wenn Sie wissen möchten, wie viel Sie persönlich zum Beispiel beim Duschen sparen können, dann nutzen Sie unseren Duschkostenrechner. Darin können Sie auch die Verbrauchmengen und Verbrauchskosten eines hydraulischen und eines elektronischen Durchlauferhitzers miteinander vergleichen und erhalten weitere Spartipps.

Welche Vor- und Nachteile haben Durchlauferhitzer?

Ein Vorteil von Durchlauferhitzern ist, dass sie Wasser nur bei Bedarf erwärmen. Sie benötigen nur einen Kaltwasseranschluss und kein Warmwasserleitungssystem mit Zirkulation. Sobald ein Wasserhahn oder eine Dusche geöffnet wird, beginnt das Gerät mit der Erwärmung und verbraucht Strom. Deshalb ist die Einstellung N oder 0 nicht vorhanden. Das Gerät läuft oder es läuft nicht.

Da Durchlauferhitzer kein Wasser speichern und kein warmes Wasser in Leitungen zirkulieren muss, entstehen auch keine Wärmeverluste durch die Betriebsbereitschaft. Strom ist jedoch teurer als beispielsweise Öl und Gas, weshalb in Haushalten mit großen Verbrauchsmengen auch höhere Verbrauchskosten entstehen. Es gibt aber ein paar Tipps, wie Sie mit einem modernen Durchlauferhitzer die Kosten für Warmwasser deutlich senken können.

Zum Einsatz kommen Durchlauferhitzer vor allem dann, wenn keine Warmwasserzirkulation vorhanden ist und die Zapfstellen in der Wohnung oder im Haus weit auseinander liegen. Auch bei einem geringen Wasserverbrauch, beispielsweise in einem Ferienhaus, sind Durchlauferhitzer vorteilhaft.

Bei Geräten mit niedrigerer Aufheizleistung und einfacherer Technologie, bestimmt die Wasserdurchflussmenge die Temperatur. Problematisch kann es dann werden, wenn Dusche, Waschbecken und Badewanne gleichzeitig gefordert werden. Dann kann die Temperatur schlagartig sinken, weil das System nicht sofort so viel Wasser auf die gewünschte Temperatur bringen kann.

Wie viel Leistung braucht ein Durchlauferhitzer? 

Die benötigte Leistung hängt davon ab, wie Sie das Gerät nutzen. Um Duschwasser komfortabel zu erwärmen, sollte das Gerät Leistungen um 21 kW haben. Bei Geräten mit kleinerer Leistung ist eventuell die Durchflussmenge begrenzt. Am besten fragen Sie Ihren Installationsbetrieb. Zur Ermittlung der Maximalleistung muss er vor dem Einbau auch die vorhandenen Leitungsquerschnitte des Stromkabels für das vorgesehene Gerät prüfen. Normalerweise sind die Geräte wartungsfrei und müssen nicht entlüftet werden. Falls es Probleme gibt, lassen Sie nur Fachleute Reparaturen durchführen. Für einen sicheren Betrieb sind auch die hygienischen Anforderungen für die Inspektion und Nutzung zu beachten. Fragen hierzu können Sie an Ihren Installateurbetrieb, den Hersteller oder Ihr Gesundheitsamt richten.

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