Spielsand und Bastelsand: Ist Asbest enthalten?

Stand:
In den Medien wird derzeit über Asbest in Spielsand berichtet. In Neuseeland, Australien, Belgien und den Niederlanden wurden in Proben verschiedener Spielesets Rückstande von Asbest in nicht unerheblichem Maß gefunden. Unsere Nachbarländer reagieren bereits mit Verkaufsverboten und Warnungen. Wir klären den Sachstand und sagen, was man mit bereits gekauftem Sand tun kann.
Kinderhände spielen mit buntem Sand

Das Wichtigste in Kürze:

  • In gefärbtem Sandspielprodukten (Magic Sand, Kinetischer Sand, Deko- und Bastelsand, Montessori-Sandspieltischen) aus China wurde in Australien und Neuseeland, aber auch in den Niederlanden und Belgien in zahlreichen Produkten Asbest nachgewiesen. Untersuchungsergebnisse von Behörden stehen aber noch aus.
  • Die Verbraucherzentrale NRW rät vorsorglich davon ab, solche Sandspiel-Produkte für den Innenbereich zu verwenden, bis sicher geklärt ist, ob diese Asbest enthalten oder nicht.
  • Wenn Asbest belastete Sandspielprodukte schon geöffnet und in Innenräumen verwendet wurden, sollten Reinigungsmaßnahmen ergriffen werden, bei denen kein Staub aufgewirbelt und eingeatmet wird.
  • Normaler Spielsand für Sandkästen im Freien ist nicht betroffen.
  • Update 19.02.26: Erste Untersuchungen des belgischen Wirtschaftsministeriums zu Produkten aus dem stationären Handel zeigten keine oder nur geringe Spuren von Asbest. Zudem gab es erste entsprechende Produktrückrufe.
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Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät vorsorglich davon ab, Kindern bunten Bastelsand oder auch Montessori-Sandspieltische, die in China hergestellt wurden, zum Spielen zu geben. Denn derzeit ist nicht klar welche Produkte von einer Asbestbelastung betroffen sind. Auch Erwachsene, die bunten Sand zu Dekozwecken oder für künstlerische Tätigkeiten verwenden, sollten diesen vorsorglich erstmal nicht weiter nutzen und die Hinweise zum Einpacken des Sandes berücksichtigen, die auf dieser Internetseite stehen sowie derzeit weitere Untersuchungsergebnisse abwarten.

Asbest in Spielsand nachgewiesen

In Australien, Neuseeland und auch in den Niederlanden wurden in gefärbtem Spiel-, Bastel- und Dekosand, Magic Sand, Kinetischem Sand und auch in sogenannten Montessori-Sandspieltischen aus China Asbestfasern nachgewiesen. Diese wirken beim Einatmen krebserzeugend. Bei den Funden handelt es sich nicht um „normalen“ Sandkastensand, der im Freien eingesetzt wird. Die zuständige niederländische Behörde NVWA (Nederlandse Voedsel- en Warenautoriteit) gibt an, derzeit Produkte zu untersuchen. In Belgien rief der Minister für Verbraucherschutz vorsorglich dazu auf, solche Spielsandprodukte unverzüglich aus den Regalen zu entfernen und nicht mehr zu verwenden. 

In welchen Produkten wurde Asbest nachgewiesen?

Die niederländische Zeitung Algemeen Dagblad ließ Sandtische, die als sogenannte Montessori Produkte beworben wurden, sowie Sets aus buntem Bastelsand auf Asbest untersuchen. In sechs von zwölf untersuchten Produkten wurde Asbest nachgewiesen. Dabei handelte es sich um Tremolit-Asbest, der krebserzeugend wirkt, wenn er eingeatmet wird. Es wurden Asbestgehalte bis zu fünf Prozent bestimmt. Die betroffenen Artikel waren unter anderem bei Top1Toys, Bol.com, Amazon, AliExpress sowie beim Großhändler Koppen Speelgoed erhältlich.

In Australien und Neuseeland warnten bereits Ende 2025 die Behörden vor buntem Magic-, Bastel-, Spiel- bzw. Dekosand. Betroffen waren dort unter anderem Produkte der Marken "Educational Colours" und "Kadink".

Das Belgische Wirtschaftsministerium veröffentlichte zuletzt am 20.02.2026 eine aktualisierte Liste von asbesthaltigen Spielsandprodukten, darunter befanden sich Produkte von Hobbycraft und unterschiedliche Marken, die über Amazon verkauft wurden. Wenn das Spielsandprodukt dort nicht gelistet ist, ist unklar, ob es asbestfrei ist oder nicht. Im Zweifelsfall fragen Sie direkt beim Hersteller nach.

Update 19.02.26: Das belgische Wirtschaftsministerium ließ 15 Spielsandprodukte aus dem stationären Handel auf Asbest untersuchen. 13 Proben waren asbestfrei und drei enthielten sehr geringe Spuren von Asbest, die weit unter dem Grenzwert von 0,1 Massenprozent lagen. Die Ergebnisse der 5 online gekauften Produkte wurden noch nicht veröffentlicht. Zudem hat der Hersteller "Spinmaster" eine Erklärung zur Asbestfreiheit von "Kinetic-Sand-Produkten" veröffentlicht.

Es wurden auch schon Produkte zurückgerufen: "Creafun Zand Schilderen Boerderij", "Moxy Sand Painting", diverse Produkte von Hobbycaft, "PUFFERZ Pufferfigur Sand" (Toi-Toys), "Stretch Squad dehnbare Figuren" (Action), Stretcherz 4er Pack Electro Squad" (Aldi Süd), Stretcherz-Spielzeuge (Smyths-Toys) sowie "Stretcherz Slammerz" (Woolworth).

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bietet eine regelmäßig aktualisierte Datenbank mit Rückrufen gefährlicher Produkte.

Woher stammen die Asbest-belasteten Sandprodukte?

Bei den Funden scheint es sich um Produkte aus China zu handeln. Die Ursache für die Belastung mit Asbest liegt wahrscheinlich darin, dass der gefärbte Sand aus Gruben stammt, in denen Asbest natürlich vorkommen kann. Es ist nicht vorhersagbar, welche Produkte betroffen sind und welche nicht, da die Asbestbelastung sich von Charge zu Charge unterscheiden kann.

Was soll ich mit bereits gekauftem Sand tun?

  • Solange keine Untersuchungen vorliegen, die Entwarnung geben, sollten vorsorglich 
    weder Erwachsene noch Kinder mit dem Sand spielen, dekorieren oder basteln.
  • Sie sollten unbedingt vermeiden Stäube des Sandes einzuatmen.
  • Geschlossene Verpackungen sollten vorsorglich nicht geöffnet werden.
  • Wenn der Sand bereits entnommen wurde, ziehen Sie eine dicht sitzende FFP2-Maske, Putzhandschuhe und eine Schutzbrille an, machen Sie den Sand z.B. mit einer Blumenspritze (gefüllt mit Wasser und einem Tropfen Spülmittel) vorsichtig so nass, dass er nicht mehr stauben kann, wischen Sie den Sand anschließend mit nassen Lappen auf. Glatte Flächen lassen sich feucht abwischen. Geben Sie alles (auch Handschuhe und FFP2-Maske) in reißfeste Plastikbeutel und verschließen Sie diese luftdicht, ohne die Luft  herauszudrücken. Sie können auch Behältnisse wie Dosen oder Eimer mit dicht schließenden Deckeln verwenden.
  • Saugen Sie den Sand nicht mit einem Haushaltsstaubsauger auf. Wenn Teppiche oder Polster verunreinigt sind, von denen sich der Staub nicht feucht abwischen lässt, sollte ein Spezialsauger der Klasse H verwendet werden.
  • Wenn sich herausstellt, dass das Produkt asbesthaltig ist, muss es als asbesthaltiger Abfall entsorgt werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Abfallentsorger, wo asbesthaltige Abfälle abzugeben sind. Aber gerade hier gilt, dass man die Untersuchungsergebnisse abwarten sollte, bevor man voreilige - und womöglich aufwändige oder teure - Entsorgungsmaßnahmen trifft.
  • Bei der Verwendung von asbesthaltigen Spielsand in Innenräumen können je nach Höhe der Produktbelastung und Menge der verbreiteten Stäube möglicherweise professionelle Reinigungsmaßnahmen notwendig sein.
  • Achten Sie in den kommenden Wochen auf weitere Hinweise zum Umgang mit den Produkten auf unseren Internetseiten oder über Informationskanäle von Behörden.
  • Grund zu Panik besteht aber nicht, da Asbest vor allem ein Gesundheitsrisiko bei längerer Exposition und/oder hohen Faserkonzentrationen darstellt. Die meisten an Asbestose Erkrankten waren jahrelang beruflich hohen Faserkonzentrationen ausgesetzt.

Quellen:

Familie im Wohnzimmer

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