Küchenrolle, Taschentücher und Co.: Immenser Verbrauch
Stand:
25. November 2025
Der Markt für Papierprodukte aus frischen Fasern wächst rasant. Dagegen nimmt der Absatz von Recycling-Alternativen stetig ab. Ein Siegel bietet ökologische Orientierung, andere Logos erscheinen eher fragwürdig.
Hygienepapiere lassen sich nicht recyceln. Deshalb empfehlen wir, unbedingt Recyclingpapier-Produkte zu nutzen.
Der Blaue Engel garantiert 100 Prozent Altpapierfasern und ist aus ökologischer Sicht die beste Wahl.
Achtung: Lassen Sie sich nicht von exotischen Tieren auf Verpackungen in die Irre führen!
Küchenrollen und Toilettenpapier, Papiertaschentücher und -servietten verbrauchen die Deutschen inzwischen en masse. Der Verbrauch liegt mit 18 bis 19 Kilo pro Kopf im Jahr auf einem sehr hohen Niveau– ein Plus von rund 40 Prozent seit der Jahrtausendwende. Der Markt für Papierprodukte aus frischen Fasern ist weiterhin groß. Dagegen liegt der Einsatz von Altpapier in der Herstellung im Jahr 2023 bei mageren 40 Prozent. Seit 15 Jahren sinkt dieser Anteil, er lag ehemals bei 75 Prozent Altpapier Zudem stammen fast 40 Prozent der Papierfasern für den deutschen Markt aus Südamerika – auch von ökologisch umstrittenen Plantagen
Die Verbraucherzentrale rät deshalb, beim Kauf von Hygienepapieren besonders auf die Rohstoffe zu achten. Denn die Fasern sind nach einmaligem Gebrauch für den Papierkreislauf verloren. Deshalb sind aus ökologischer Sicht Produkte aus recyceltem Papier die beste Wahl.
Eine aktuelle Ökobilanz-Studie des Umweltbundesamtes macht deutlich, dass in fast allen betrachteten Kategorien Recyclingpapier Vorteile gegenüber Frischfaserpapier hat. Recyclingpapier spart im Durchschnitt 78 Prozent Wasser, 68 Prozent Energie und 15 Prozent CO2-Emissionen im Vergleich zu Frischfaserpapier und sollte daher erste Wahl beim Einkauf sein.
Wer jedoch in Supermärkten und Drogerien nach umweltfreundlichen Produkten Ausschau hält, steht zahlreichen Logos gegenüber.
Aus Umweltschutzgründen besonders empfehlenswert
Blauer Engel:
Mit dem rechtlich geschützten Zeichen Blauer Engel sind Verbraucher:innen grundsätzlich auf der sicheren Seite. Die Hersteller erhalten das Siegel nur für einen bestimmten Zeitraum. Hygienepapiere mit dem Blauen Engel werden zu 100 Prozent aus Altpapier gemacht. Der Einsatz von problematischen Farbsubstanzen, chlorhaltigen Bleichmitteln und anderen schädlichen Chemikalien ist verboten. Wählen Sie Hygienepapiere aus Altpapier anstelle von Frischfaserpapier, helfen Sie der Umwelt mehrfach. Es wird vor allem die Ressource Wald/Holz weltweit geschont, denn für diese Produkte muss kein mehr Baum gefällt werden. Außerdem wird für die Produktion deutlich weniger Wasser und Energie verbraucht, das Abwasser weniger mit schädlichen Stoffen belastet und der Ausstoß von klimaschädlichen Gasen ist geringer.
Gerade im Hygienepapierbereich sind Produkte aus Recyclingfasern besonders zu empfehlen, da ansonsten wertvolle frische Fasern nach einmaligem Gebrauch für den Rohstoffkreislauf verloren gehen.
Marktanteil von Hygienepapieren mit dem Blauen Engel, die man in Supermärkten findet, ist leider laut Umweltbundeamt von 2014 bis 2023 auf knapp 10 Prozent deutlich zurückgegangen. Verbraucher:innen haben somit keine große Auswahl.
Aus Umweltschutzgründen weniger oder nicht empfehlenswert
FSC-Siegel
Hinter FSC (Forest Stewardship Council) verbirgt sich eine internationale, gemeinnützige Organisation, die sich für eine ökologisch und sozial verantwortliche Nutzung von Wäldern einsetzt. Bei FSC-gekennzeichneten Papieren stammen die Holzrohstoffe aus zertifiziertem Holz und aus kontrollierten Quellen oder es wird Altpapier verwendet. Bei der Herstellung werden allerdings keine Umweltkriterien wie beispielsweise Energie- und Wasserverbrauch oder der Einsatz von Chemikalien berücksichtigt. Hygienepapiere mit dem FSC-Zeichen sind deshalb im Vergleich zu Waren, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, weniger empfehlenswert.
Die FSC-Kennzeichnung gibt es sowohl auf Hygieneprodukten, die zu 100 Prozent aus Altpapierfasern hergestellt wurden, als auch auf solchen, die zu einem Teil Altpapierfaser enthalten oder nur aus frischen Zellstofffasern bestehen. Bei einer Marktbegehung der Verbraucherzentrale NRW fiel auf, dass unterschiedliche Produktqualitäten mit dem Zeichen angeboten werden und Sie sehr genau hinsehen müssen, wenn Sie zum Beispiel ein wirklich umweltfreundliches Toilettenpapier mit 100 Prozent Recyclingfasern kaufen möchten.
PEFC-Siegel
Das Zeichen steht für ein internationales Zertifizierungssystem von Organisationen aus der Wald- und Holzwirtschaft. Die Papiere mit dem PEFC-Siegel werden aus frischen Holzfasern, die aus zertifizierter Waldwirtschaft stammen, hergestellt. Es kann ein Anteil aus Altpapier beigemischt werden. An die Vergabe sind geringere ökologische und soziale Kriterien geknüpft als beim FSC-Siegel. Die Auszeichnung sagt nichts über die eingesetzten Chemikalien sowie den Energie- und Wasserverbrauch bei der Produktion aus. Hygienepapiere mit dem PEFC-Zeichen sind deshalb im Vergleich zu Waren, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, weniger empfehlenswert.
Lassen Sie sich nicht von Pandabären oder exotischen Tiermotiven auf Verpackungen in die Irre führen. Ein wirklich umweltfreundliches Hygienepapier trägt das Umweltzeichen Blauer Engel.
Alternative zu Wegwerfprodukten
Wer die Bäume lieber im Wald stehen lassen möchte, statt sich beispielsweise mit ihren Frischfasern die Nase zu schnäuzen, sollte bei Taschentüchern, Küchenrollen und Servietten zu Varianten aus Stoff greifen.
Auf der Toilette kann man auch ohne Toilettenpapier auskommen, zum Beispiel werden im asiatischen Raum häufig Wasserschläuche oder Dusch-WCs verwendet oder in einigen europäischen Ländern wie Frankreich, Italien, Portugal und Spanien sind Bidets weit verbreitet.
Mehr zum Thema Papier und Umwelt und eine Übersicht über die Vielzahl von Kennzeichen und Labels finden Sie hier.
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