Wasserenthärtungsanlage: Wird durch Einbau das Leitungswasser belastet?

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Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus. Der Vermieter will jetzt zentral eine Wasserenthärtungsanlage installieren. Belasten die Salze nicht die Umwelt? Wie verändert sich die Qualität des Leitungswassers dadurch?

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Die bei Wasserenthärtung durch einen Ionentauscher notwendigen Regeniersalze belasten die Umwelt. Es besteht das Risiko einer erhöhten Keim- und Natriumbelastung des Leitungswassers.

Der Einbau einer Wasserenthärtungsanlage sollte durch einen autorisierten Installationsbetrieb erfolgen. Die eingesetzten Geräte müssen das DVGW- oder DIN-Prüfzeichen tragen. Eine regelmäßige Wartung der Anlage ist erforderlich.

Nur wenn die Wasserhärte größer als 3,8 mmol/l (>21 °dH) und das Wasser in Warmwasserbereitern über 60 °C erhitzt wird, ergibt aus technischen Gründen eine Wasserenthärtung Sinn, um Kalkablagerungen im Warmwasserbereich zu vermeiden. Die Entfernung von Calcium- und Magnesium-Ionen aus dem Leitungswasser ist aus gesundheitlicher Sicht unsinnig. Die Enthärtung sollte daher möglichst auf die Wasserzuspeisung zur Waschmaschine und zur Warmwasserinstallation beschränkt werden.

Mögliche Folgen der Wasserenthärtung durch einen Ionentauscher:

  • Keimbelastung bei längeren Standzeiten des Wasser im Ionentauscher
  • Entfernung der Mineralstoffe Magnesium und Calcium
  • eine erhöhte Natrium-Belastung des Trinkwassers (Grenzwert der Trinkwasserverordnung 200 mg pro Liter)
  • eine Absenkung des pH-Wertes, die den Zusatz von Korrosionsinhibitoren erforderlich macht
  • Salzbelastung des Abwassers durch die Regeneriersalze (für ein Einfamilienhaus können mehr als 100 kg Salz pro Jahr nötig sein)
  • Die Menge des eingesetzten Regeniersalzes muss in einem Betriebsbuch protokolliert werden, es sei denn, die Daten werden kontinuierlich erhoben und gespeichert. Der Salzverbrauch sollte den Herstellerangaben entsprechen.
  • zusätzlicher Abfall durch nicht recyclebare Filterpatronen

Auch Umkehrosmoseanlagen oder Dosieranlagen können Nachteile in Bezug auf die Wasserqualität mit sich bringen.


Quellen:

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