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Führungszeugnisse und Urkunden online beantragen: Vorsicht, Falle!

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Viele offizielle Dokumente wie das Führungszeugnis oder die Geburtsurkunde können Sie online beantragen. Doch Vorsicht: Im Netz stoßen Sie immer wieder auf zweifelhafte Angebote. Am Ende zahlen Sie Geld und erhalten als Gegenleistung bloß Informationen zur Beantragung der gewünschten Dokumente.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Einige offizielle Dokumente vom Amt können Sie im Internet beantragen.
  • Doch Vorsicht: Einige Dienstleister machen ein Geschäft damit, Ihre Anfragen an Behörden weiterzuleiten und dafür extra abzukassieren. Wer nicht genau hinguckt, zahlt so doppelt oder bekommt statt des gewünschten Papiers lediglich Informationen zur Beantragung.
  • Beantragen Sie offizielle Dokumente direkt auf der Internetseite Ihrer Gemeinde.
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Das Führungszeugnis, das KfZ-Wunschkennzeichen oder die Urkunde vom Standesamt – für viele wichtige Dokumente müssen Sie nicht mehr zur örtlichen Behörde gehen. Sie können viele offizielle Papiere auch bequem online beantragen. Wer dabei jedoch nicht genau hinguckt, kann schnell draufzahlen.

Wo Amt drauf steht, muss nicht Amt drin sein

Viele Dienstleister werben damit, die Organisation der gewünschten Dokumente zu übernehmen und die Anträge an die zuständigen Behörden weiterzuleiten. Doch bei einigen Anbietern erhalten Sie die gewünschte Auskunft gar nicht. Anstatt der Papiere gibt es hier lediglich Informationen dazu, eine Art „Wegweiser“, wie Sie die gewünschten Dokumente bei der Behörde beantragen können.

Für diese Informationen erheben die Anbieter dann zusätzliche Kosten, die bei der Behörde direkt nicht entstanden wären. Ein geschickter Schachzug der Online-Anbieter, denn so ist für viele Nutzer nicht klar ersichtlich, dass sie nicht das offizielle Dokument an sich erwerben.

Ein Auftrag, zwei Rechnungen

Zusätzlich zu den Kosten für den Service des Dienstleisters werden Sie dann noch ein zweites Mal zur Kasse gebeten: für die eigentliche Leistung vom Amt.

Wer etwa über standesamt.com eine Geburtsurkunde anfordert, zahlt 35 Euro für den "Normal-Service". Vier Euro mehr werden für den "Schnell-Service" erhoben. Worin der Unterschied liegt, erfahren Sie an der Stelle nicht. Der Unterschied zur Bestellung beim Standesamt direkt wird jedoch bald merkbar: Das schickt nämlich – nachdem Sie schon beim Dienstleister bezahlt haben – zusätzlich eine Rechnung über die Bearbeitungsgebühr für die Ausstellung.

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    Ratgeber statt Führungszeugnis

    Der Betreiber der Internetseite amtsweg.com suggeriert, dass man direkt online ein Führungszeugnis beantragen könne. Dass es sich nicht um eine offizielle Behördenseite handelt, ist kaum erkennbar. Nur wer genau hinschaut, merkt, dass mit der Eingabe persönlicher Daten lediglich ein „Ratgeber“ zum Online-Beantragen eines Führungszeugnisses bestellt wird.

    Nach der Bestellung erhalten Sie für die verlangten 13 Euro dann kein Führungszeugnis, sondern ein eBook, das erklärt, wie Sie ein Führungszeugnis beantragen können. Dabei sind sämtliche nötigen Infos auch kostenlos zu bekommen. Das Bundesjustizamt stellt alle Fragen und Antworten zur Verfügung, inklusive Link zum Beantragen des Führungszeugnisses.

    Den Marktwächtern liegen zudem Beschwerden über die Internetseiten grundbuchamt.com, esta-pro.org, eta-canada.com oder strassenverkehrsamt.de vor. Auch hier bekommen Sie anstatt der gewünschten Dienstleistung lediglich Informationen - und eine Rechnung. Manchmal kommt sogar direkt eine Mahnung. 

    Offizielle Dokumente online beantragen: darauf können Sie achten

    • Um am Ende nicht doppelt zu bezahlen, prüfen Sie auf den Internetseiten Ihrer Stadt oder Gemeinde, ob Sie die benötigten Unterlagen dort online anfordern können. In der Regel bieten die Ämter das nämlich ganz ohne zusätzliches Entgelt an.
    • In einigen Fällen ist nicht ohne weiteres erkennbar, ob Sie sich auf einer offiziellen Webseite von Behörden oder Ämtern befinden. Überprüfen Sie deswegen im Impressum, ob sie wirklich auf der Seite der zuständigen Behörde sind.
    • Wenn Gebühren verlangt werden, lesen Sie genau nach, wofür.
    • Sollten Sie überraschend eine Rechnung oder Mahnung erhalten, widersprechen Sie. Möglicherweise wurde gegen die Button-Lösung verstoßen.