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Wer wir sind

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Dafür stehen wir

Bei Bürgerinnen und Bürgern ist die Verbraucherzentrale NRW eine gefragte Ansprechpartnerin. Sie gilt als glaubwürdig und zuverlässig - so das Ergebnis einer TNS-Emnid-Umfrage. 88 Prozent der Nutzer waren mit unserer Beratung "Sehr zufrieden" bis "ziemlich zufrieden". Anbieterunabhängigkeit, fachliche Kompetenz und der bürgernahe Zugang zum Recht sind Garanten für eine hohe Akzeptanz.

Wir informieren und beraten zu den vielfältigen Fragen des Verbraucheralltags. Wir unterstützen Verbraucherinnen und Verbraucher aber auch bei der Durchsetzung ihrer berechtigten Interessen gegenüber Anbietern. Jahr für Jahr bewahren wir Tausende vor Übervorteilung. Wir ebnen den Weg, um Verbraucherrechte durchzusetzen.

Gegenüber Politik, Verwaltung und Verbänden setzen wir uns für wirtschaftlichen, gesundheitlichen und digitalen Verbraucherschutz ein. Ob in Anhörungen, bei Gesetzgebungsverfahren oder im fachlichen Austausch mit Stakeholdern – wir machen uns stark für faire Märkte, unbedenkliche Produkte und Dienstleistungen, für transparente Verbraucherinformation sowie für die praktikable Ausgestaltung von Verbraucherrechten.

Wir zeigen aber auch rechtlichen Regelungsbedarf auf – und wirken so darauf hin, dass etwa Gesetzeslücken kein Einfallstor für unseriöses Anbieterverhalten bieten. Mit den uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln – Abmahnungen und Klagen – sorgen wir dafür, dass Anbieter Verbraucherrechte auch einhalten. Damit nützt unsere Arbeit im rechtlichen Verbraucherschutz nicht nur Konsumenten, sondern auch jenen Anbietern, die ihre legitimen wirtschaftlichen Interessen durch unseriöses Geschäftsgebaren ihrer Mitbewerber bedroht oder geschädigt sehen.

Auch tragen viele unserer Aktivitäten dazu bei, das Wirtschaftsgeschehen zu strukturieren: Mit unserer Arbeit verbessern wir zum einen die Entscheidungs- und Handlungskompetenz der »Nachfrager«. Zum anderen stärken wir durch unseren Einsatz für transparente und faire Regeln auch das Vertrauen der Konsumenten in die Märkte – was zu einem positiven Konsumklima beiträgt.

Mit vielen unserer Informations- und Beratungsangebote leisten wir einen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilisierung privater Haushalte. Wenn zum Beispiel Maßnahmen der Zwangsvollstreckung drohen oder wenn es Probleme mit dem Konto gibt: Wir bieten unbürokratisch Hilfe, wenn Ratsuchende in existenziellen Notlagen Unterstützung benötigen. Dies umfasst zum einen die Geld- und Kreditberatung, um Einnahmen und Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen. Zum anderen auch die rechtliche Prüfung von Gläubigerforderungen, etwa um ungerechtfertigte Rechnungsposten abzuwenden. Und wir unterstützen, um die Teilhabe am Wirtschaftsleben durch das Führen eines Pfändungsschutzkontos sicherzustellen.

Angesichts eines konstant hohen Anteils verschuldeter Privatpersonen, die offensichtlich immer öfter generationsübergreifend im Griff der Überschuldung bleiben, sind die Angebote sozialorientierter Verbraucherberatung nicht nur eine Hilfe für die Betroffenen, sondern auch eine echte Entlastung für die Sozialträger.

Als gemeinnütziger Verein werden wir von über 30 verbrauchernahen Verbänden und örtlichen Arbeitsgemeinschaften getragen. Damit sind wir gesellschaftlich vielfältig verankert – und können bei unseren Aktivitäten nicht nur auf breite ehrenamtliche Unterstützung, sondern auch auf den Sachverstand der Mitgliedsverbände zählen. Im Projekt »Verbraucherscouts« gehen eigens geschulte Ehrenamtliche mit Vorträgen zu Verbraucherthemen gezielt in Vereine und Verbände

Das bieten wir an

BeratungssituationDie 61 Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW – zwischen Aachen und Detmold, zwischen Rheine und Euskirchen – verzeichnen jedes Jahr rund 800.000 Kontakte mit Ratsuchenden. Persönliche Beratung, außergerichtliche Rechtsberatung und -vertretung, aktuelle Informationen und Ratgeberbücher sowie eine aktive Öffentlichkeitsarbeit zählen zu den Dienstleistungen, auf die Bürgerinnen und Bürger in »ihrer Verbraucherzentrale vor Ort« vertrauen.

Wenn der Handyvertrag Tücken birgt oder es beim Stromanbieterwechsel hakt, wenn Kostenfallen im Kreditvertrag lauern oder Urlaubsärger zum Reisebegleiter wird – die Teams in den Beratungsstellen beraten zu fast allen Verbraucherproblemen. Dabei wird das persönliche Beratungsgespräch
nach wie vor am stärksten in Anspruch genommen – Anfragen werden aber auch telefonisch oder per E-Mail beantwortet.

Mit dem Angebot zur außergerichtlichen Rechtsberatung und -vertretung bieten die örtlichen Verbraucherzentralen einen bürgernahen Zugang zum Recht. Auf Grundlage der aktuellen Gesetzgebung und Rechtsprechung werden Hilfestellungen gegeben, um berechtigte Ansprüche gegenüber
Anbietern durchzusetzen.

Darüber hinaus gibt es Spezialberatungen zu den Themen:

Geld & Versicherungen | Digitale Welt | Umwelt & Haushalt | Gesundheit & Pflege | Energie | Reise & Mobilität | Verträge & Reklamation


Verbrauchertelefon NRW: 09 00-1-89 79 69 – unter dieser Nummer gibt es für Ratsuchende landesweit einen kurzen Draht zur Rechts- und Verbraucherberatung per Telefon. Erreichbar montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr. Stundenweise sind auch Fachleute zum Beispiel für Mietrecht
oder Versicherungen am Verbrauchertelefon im Einsatz.

Ratgeber: Etwa 80 aktuelle, attraktiv gestaltete Bücher und 35 E-Books umfasst das Verlagsprogramm der Verbraucherzentrale NRW. Bücher, E-Books und Software werden zum Teil auch in Kooperation mit Rundfunkanstalten, Verbänden und Kammern herausgegeben. 2017 wurden gut 100.000 Ratgeber mit anbieterunabhängiger Verbraucherinformation verkauft – im Direktvertrieb an Endkunden, über die Beratungsstellen, das bundesweite Netzwerk der Verbraucherzentralen und über den Buchhandel. Vom »Vorsorge-Handbuch« über »Richtig versichert« bis hin zu »Bärenstarker Kinderkost« reicht die Themenpalette. Im Buchprogramm finden sich jedoch nicht nur nutzwerte Titel für den Verbraucheralltag, sondern zum Beispiel auch Arbeitsmaterialien für Lehrkräfte oder Multiplikatoren.

Checked4you: Kinder und Jugendliche lotst das Online-Magazin »checked4you« der Verbraucherzentrale NRW mit aktuellen Beiträgen zu jugendrelevanten Themen durch die Konsumwelt. Neben vielen Informationen rund um Geld, Job, Trends, Shopping, Computer, Internet, Musik, Sport und Reisen finden die 16- bis 20-Jährigen hier in Foren auch Gelegenheit, Fragen zu stellen und ihre Meinung zu äußern. Beiträge können bewertet, kommentiert und mit anderen geteilt werden.

Darauf achten wir

Tag für Tag hat die Verbraucherzentrale NRW hundertfach mit Ratsuchenden Kontakt – die Anfragen spiegeln, welche unlauteren Maschen grassieren, wie Verbraucher übervorteilt werden oder angesichts intransparenter Angebote den Überblick verlieren.

Als Sensor für diese Probleme zeigen wir in Gesprächen mit Politik und Verbänden, aber auch mit Anbietern aus Industrie, Landwirtschaft, Handel und Handwerk Fehlentwicklungen auf, bringen Verbraucherinteressen auf den Punkt und formulieren verbraucherpolitische Forderungen. Aber auch für die besonderen Verbraucherbelange von Senioren, von Kindern und Jugendlichen oder von Migranten engagieren wir uns.

Eingebunden sind die Aktivitäten in das Netzwerk der Verbraucherzentralen in den Ländern sowie ihrer Dachorganisation Verbraucherzentrale Bundesverband. Kompetenzen für den Konsumalltag stärken – so lautet die Überschrift beim präventiven Verbraucherschutz. In Schulen und Freizeiteinrichtungen, bei Verbänden und Organisationen zeigen wir in Veranstaltungen, Vorträgen, Unterrichtseinheiten oder Workshops, wo beim Onlineshoppen Fallen lauern können, wie der Stromanbieterwechsel reibungslos funktioniert oder was Kennzeichnungen und Label zum Beispiel über die Herkunft von Produkten aussagen.

Einen Überblick über verbraucherpolitische Positionen gibt die Website www.verbraucherzentrale.nrw/politik-nrw.

So vermitteln wir Verbraucherkompetenz

Konsumieren will gelernt sein – und das Lernen sollte schon frühzeitig beginnen. Mit ihren Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche sowie für Erzieher und Lehrkräfte bietet die Verbraucherzentrale NRW viele Module, um Heranwachsenden Kompetenzen zu vermitteln, die eine Orientierung in der Welt des Konsums ermöglichen. Um den bewussten Umgang mit Geld, die Wertschätzung von Lebensmitteln, um Wege zur Abfallvermeidung oder zum Energiesparen, aber auch zum nachhaltigen Konsum drehen sich Materialien, Unterrichtseinheiten oder Workshops.

Unter welchen Arbeitsbedingungen wurde mein Smartphone hergestellt? Was kann ich zur Schonung von Ressourcen beitragen? Wie haushalte ich sinnvoll mit meinem Geld? Welche Inhaltsstoffe stecken in meiner Nahrung? Orientiert an ihrer Lebenswelt, werden junge Menschen motiviert, sich mit dem eigenen Konsumverhalten auseinanderzusetzen. Dessen ökonomische, ökologische und soziale Folgen abzuschätzen, ist elementarer
Baustein des Lehrplans zur Verbraucherbildung.

Als unabhängige Bildungspartnerin bietet die Verbraucherzentrale NRW Unterrichtsbesuche, Aktionen und Materialien für Schulen und Einrichtungen der Kindertagesbetreuung an. Mit Fachtagungen und Fortbildungen unterstützt sie zudem Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Multiplikatoren in Bildungseinrichtungen.

Eine zukunftsfähige Verbraucher- und Wirtschaftspolitik braucht einen theoretischen Unterbau. Denn Ergebnisse und Erkenntnisse der Verbraucherforschung bieten die Chance, politisches und wirtschaftliches Handeln an den Bedürfnissen der Konsumenten auszurichten. Welche
Wertvorstellungen und Muster sind für deren Kaufverhalten maßgeblich? Wie muss verständliche Verbraucherinformation aussehen? Das bei der Verbraucherzentrale NRW angesiedelte Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW (KVF NRW) fördert die Forschung zu diesen Fragen und gibt Anstöße für interdisziplinäres Arbeiten in der Wissenschaft sowie deren Austausch mit Politik und Praxis.

So arbeiten wir

Viel verbraucherrechtliches Know-how, aktuelle Beratungs- und Informationsangebote, gute Erreichbarkeit und nicht zuletzt die nutzerfreundliche Gestaltung der Beratungsstellen begründen das positive Image der Verbraucherzentrale NRW bei ihren Kunden.

Der fachlich-organisatorische Support, den die rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Düsseldorfer Geschäftsstelle der Verbraucherzentrale NRW für die Arbeit in den Beratungsstellen leisten, ist ein wesentlicher Baustein für das hohe Ansehen, das die »Dienstleistung
Verbraucherberatung« bei den Menschen in Nordrhein-Westfalen genießt.

In der Zentrale »gebündeltes« Expertenwissen zu den verschiedenen Beratungsthemen lässt sich von allen Beratungsstellen abrufen. Das sichert nicht nur die hohe Qualität und Aktualität der Beratungsaussagen, sondern auch einheitliche Standards von Aachen bis Wuppertal. Via Intranet sind Informationen und Beratungsunterstützung nur einen Mausklick entfernt.

Wobei das Ganze natürlich keine Einbahnstraße ist: Denn kristallisieren sich im Beratungsalltag aktuelle Probleme, Marktentwicklungen oder unseriöse Geschäftspraktiken heraus, wirken die Anlaufstellen gleichsam als Sensor und spiegeln diese Beobachtungen an die Experten in der Geschäftsstelle. Erkenntnisse, in welchen Branchen welche Verbraucherprobleme auftreten, sind nicht zuletzt Grundlage für verbraucherpolitische Forderungen. Oder auch Auslöser, um Missstände durch rechtliche Schritte abzustellen, oder auf Verbesserungen durch gesetzliche Regelungen hinzuarbeiten.

Darüber hinaus: Methoden der Beratung, Konzeptionen für Aktionen, Fortbildung und Personalentwicklung, Ausstattung der Räumlichkeiten, Management von Dienstleistungs- und Mietverträgen, Redaktion und Produktion von Materialien und Ratgebern sowie Support für die lokale Medienarbeit – all dies wird zentral in der Düsseldorfer Geschäftsstelle er- und bearbeitet. Damit lassen sich – im Verbund mit den anderen Verbraucherzentralen der Länder und dem Verbraucherzentrale Bundesverband – nicht nur landesweit einheitliche und professionelle Standards sicherstellen, sondern auch kostengünstige Lösungen erreichen.

Unsere Maßnahmen, Beratungsaussagen und Empfehlungen können mitunter gewichtige Auswirkungen auf Märkte haben. Und wenn sie sachlich nicht gerechtfertigt oder rechtlich nicht haltbar wären, könnte das erhebliche Schadenersatzforderungen betroffener Anbieter auslösen. Das Streiten für starke Verbraucherrechte und unabhängige Verbraucherinformation und -beratung stellt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich vor hohe Anforderungen.

Durch eine umfassende, kontinuierliche Fortbildung, bei der uns der Verbraucherzentrale Bundesverband unterstützt, sichern wir die Qualität unserer Arbeit, die Verbraucher von ihrer unabhängigen Partnerin erwarten.

So rechnen wir

Der Etat der Verbraucherzentrale NRW in Höhe von rund 47 Millionen Euro (2017) speist sich aus institutioneller Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen, aus anteiligen Mitteln der Städte und Kreise für die 61 örtlichen Beratungsstellen, aus Projektmitteln, eigenen Einnahmen sowie Spenden.

Seit 2007 ist die Finanzierung der Verbraucherzentrale NRW durch Vereinbarungen mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung zur langfristigen Zusammenarbeit gesichert. Wurde bis dahin jedes Jahr neu über die öffentlichen Zuwendungen entschieden, gibt es seither jeweils für einen Zeitraum von fünf Jahren Finanzierungszusagen, die Planungssicherheit bieten. »Verbraucherschutz ausbauen und Verbraucherrechte stärken« – so waren die gemeinsamen Anstrengungen für die Jahre 2011 bis 2015 überschrieben. Konkret waren dabei vor allem der Ausweitung und Stärkung der Angebote und Dienstleistungen in den Beratungsstellen verabredet. Im Herbst 2015 wurde mit dem Land – unter der Überschrift »Verbraucherschutz in NRW – auf sicherem Fundament in die Zukunft« – eine Folgevereinbarung bis 2020 auf den Weg gebracht.

Datenschutz in der digitalen Welt sowie ein verbesserter Verbraucherschutz im Finanzmarkt wurden dabei als Schwerpunkte der Zusammenarbeit gewählt. Durch die Akquisition einer Vielzahl von Projekten hat die Verbraucherzentrale NRW ihre Angebote zur Verbraucherinformation und -beratung weiter ausgebaut und so auch ihre Finanzierung über Projektmittel des Landes, verschiedener Bundesministerien und der EU breiter aufstellen können.

Darüber hinaus erwirtschaften wir einen Teil der benötigten Mittel selbst: etwa durch den Verkauf von Ratgebern oder durch Beratungsentgelte, mit denen sich Ratsuchende an den entstehenden Kosten beteiligen. Außerdem ermöglichen Zuwendungen des Fördervereins sowie der Verbraucherschutzstiftung in Nordrhein-Westfalen etwa die Durchführung von Bildungsveranstaltungen oder die Erstellung von Materialien.

Einnahmen der Verbraucherzentrale NRW

Von dort kommen wir

Vor fast 60 Jahren, am 21. Juli 1958, wurde die Verbraucherzentrale NRW als Landesarbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände gegründet. Doch das per Satzung erklärte Ziel, Verbrauchern als dem schwächeren Marktpartner zu mehr Macht zu verhelfen, hat auch heute nichts von seinem Anspruch eingebüßt.

Geändert allerdings haben sich die Methoden: Mit Haushaltsgeräteberatung in den Wirtschaftswunderzeiten in Schwung gekommen, zeigt sich die Verbraucherzentrale NRW heute mit einem dichten Beratungsstellennetz als kompetenter Dienstleister rund um Verbraucherberatung und -information.

21. Juli 1958
Engagierte Frauen- und Familienverbände gründen in Düsseldorf die Landesarbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände des Landes Nordrhein-Westfalen. 1959 wird die Abteilung Verbraucherzentrale NRW eröffnet. In sieben Beratungsstellen der Gründungsverbände (Düsseldorf, Hagen, Herford, Wuppertal, Essen, Köln und Bonn) wird zum Einkauf, zu Wohn- und Einrichtungsfragen beraten.


1961– 1964
Verbraucherzentralen gibt es jetzt in allen Bundesländern. Weitere Aufgaben kommen hinzu: gutachterliche Stellungnahmen, ein landesweiter Vortragsdienst, Ausstellungen zu »gesunder und preiswerter Ernährung«, zum »Haushalten und Wirtschaften mit Kleinkindern«.


1965
Das geänderte Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verhilft den Verbraucherverbänden zur Klagebefugnis bei Wettbewerbsfragen.


1967
128.000 Verbraucher besuchen die Ausstellung »Die Familie, wie sie lebt, wohnt und wirtschaftet« in Moers, an der sich die Verbraucherzentrale NRW beteiligt. Erste bundesweite Verbraucherwoche.


1968
Auch die Verbraucherzentrale NRW geht auf die Straße – mit dem Kleinbus »Verbraucher-Express«. Die Ernährungsberatung setzt Filme und Diaschauen ein.


1971
Die Verbraucherzentralen treten der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) bei. Die erste Planstelle für eine Verbraucherberaterin wird bewilligt.


1972
Der Gesamtetat der Verbraucherzentrale NRW liegt bei knapp 1 Million Mark. Im Durchschnitt entfallen auf jede Beratungsstelle 6.500 Ratsuchende und 11.000 Beratungen. Umzug an den heutigen Standort in der Düsseldorfer Mintropstraße.


1973
Gegen Preistreiberei: Mit dem DGB ruft die Verbraucherzentrale NRW zum Fleischverzicht auf: »Wir wollen den totalen Fleischboykott!« Metzger reagieren mit Sonderangeboten und Preisnachlässen.


1974
Verbraucherinformationen für Einwanderer in sieben Sprachen, eine Aussiedlerberatungsstelle im Durchgangswohnheim Unna-
Massen, später folgen Angebote für weitere Einwanderergruppen.


1975
Der telefonische Ansagedienst bietet aktuelle Verbraucher- und Einkaufstipps. Aufklärungskampagne in einem umgebauten Omnibus.


1977
Honorar-Rechtsanwälte übernehmen die Rechtsberatung in ausgewählten Städten.


1979
Start des dreijährigen Bildschirmtext-Feldversuchs (Btx): Mit dem Institut für angewandte Verbraucherforschung (IfaV) wird ein Informationsangebot mit mehreren tausend Seiten entwickelt.


1980
Die Verbraucherzentralen erhalten die Befugnis zur außergerichtlichen Rechtsbesorgung. Mit der Abteilung Verbraucherbildung hält Verbraucheraufklärung Einzug in Kindergärten und Schulen.


1981
Die Zeitung »Verbraucher aktuell« soll durch Themenwahl, Stil und Layout »auch mittlere und untere soziale Schichten« ansprechen. 2007 wird sie durch einen Online-Newsletter ersetzt.


1982
Boykottaufruf: 70 Prozent der Kunden protestieren mit ihrem Käuferstreik gegen die Preispolitik der Ölmultis. Beginn des Ratgeberverkaufs mit »Gärtnern ohne Gift« und »Giftdepot Mülleimer«.


1983
Bundesweite Aktion gegen sittenwidrige Kreditverträge von Teilzahlungsbanken mit überwältigendem Echo auf Medien- und
Verbraucherseite. Haushaltsführungs- und Budgetberatung sowie Spezialangebote wie die Versicherungsberatung laufen an.


1985
Die Arbeit mit finanziell oder gesellschaftlich benachteiligten Verbrauchern wird intensiviert, zum Beispiel durch Fortbildungen für Wohlfahrtsverbände, Kommunalverwaltungen und größere Unternehmen.


1986
Nach dem Tschernobyl-GAU fragen Tausende besorgte Bürger nach der Strahlenbelastung von Lebensmitteln. Die Abfall- und Umweltberatung entsteht mit einer zentralen Umweltgruppe und Beratern in Lünen und Dortmund, später in 24 weiteren Kommunen.


1987
Vorsicht, Spraydosen! – unter diesem Kampagnenmotto starteten die Verbraucherzentralen Aktivitäten gegen den Einsatz von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) als Treibmittel in Spraydosen.


1989
Start der landesgeförderten Energieberatung in zehn Kommunen. Angesichts des immensen Zustroms von Aus- und Übersiedlern aus Osteuropa wird die Verbraucherberatungsstelle in Unna-Massen zur Drehscheibe für zielgruppenspezifische Verbraucherinformation. Ein Informationspaket mit »Tipps für Übersiedler« und Wissenswertem zum Versicherungsschutz wird über 20.000 Mal verschickt.


1990
Gründung von Verbraucherzentralen in den fünf neuen Bundesländern: Die Verbraucherzentrale NRW unterstützt Brandenburg beim Aufbau.


1991
Die grenzüberschreitende Verbraucherberatung Gronau im deutsch-niederländischen Grenzgebiet wird eröffnet.


1993
Das »Konzept für die Verbraucherpolitik 2000 in NRW« des Landes sichert die Finanzierung der Geschäftsstelle – und zur Hälfte die der Beratungsstellen. Die Finanzierung der anderen 50 Prozent wird nach einem mehrjährigen Verhandlungsmarathon mit den Kommunen erfolgreich vereinbart.


1994
Basisangebote in Beratungsstellen werden kostenpflichtig.


1996
Fachtagung »Herausforderung Sustainability – Konzepte für einen zukunftsfähigen Konsum« in Aachen. Beginn der Beratung zu Pflegedienstleistungen.


1997
Start des Internetangebots der Verbraucherzentrale NRW, das heute im bundesweiten Gemeinschaftsauftritt der Verbraucherzentralen
fortgeführt wird.


1998
Die neue Baufinanzierungsberatung finanziert sich – wie die Versicherungs- und später die Altersvorsorgeberatung – vollständig aus Entgelten.


1999
Der telefonische Beratungsservice startet, heute beantwortet das »Verbrauchertelefon NRW« rund 16.000 Anfragen jährlich. Start der landesgeförderten Verbraucherinsolvenzberatung.


2000
Die Zuständigkeit für den institutionellen Verbraucherschutz in NRW wechselt – ausgelöst durch den BSE-Skandal – vom Wirtschafts- in das neue Verbraucherschutzministerium. Der Förderverein der Verbraucherzentrale NRW wird gegründet.


2001
Die Verbraucherzentrale NRW startet das Online-Jugendmagazin »checked4you«.


2002
In zwei Internetforen der Verbraucherzentrale NRW beklagen Verbraucher ungerechtfertigte Preiserhöhungen nach der Euro-Einführung, über 900 Anbieter geben Erhöhungen zu.


2007
Erstmals erhält die Verbraucherzentrale NRW durch eine »Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz« mit der Landesregierung NRW eine Förderzusage bis 2010. Eine bundesweite Kampagne motiviert Verbraucher zum Stromanbieterwechsel.


2008
Mit der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers verlieren Tausende Anleger Teile ihres Vermögens. Durch eine Vereinbarung mit der ehemaligen Citibank bahnt die Verbraucherzentrale zahlreichen Bankkunden den Weg zu Entschädigungsleistungen.


2011
Mit einer zweiten Vereinbarung wird die Finanzierung der Verbraucherzentrale bis 2015 gesichert. Das Wissenschafts- und das Verbraucherschutzministerium gründen gemeinsam mit der Verbraucherzentrale NRW das Kompetenzzentrum Verbraucherforschung (KVF).


2012
Verbraucherzentrale und Landeskriminalamt verabreden gemeinsame Aktivitäten zu kriminellen Machenschaften bei unerlaubter Telefonwerbung.


2013
Mit einem Erfolg beim Bundesgerichtshof punktet die Verbraucherzentrale für mehr Transparenz im Energiemarkt.


2014
Im Online-Portal »IGeL-Ärger« kann Ärgernissen mit kostenpflichtigen Extraleistungen beim Arztbesuch Luft gemacht werden.


2015
Die 60. Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW wird in Witten eröffnet.


2016
Mit Verbraucherinformationen für Geflüchtete gibt die Verbraucherzentrale NRW Orientierung im Konsumalltag. In vier Städten lotst der Förderverein der Verbraucherzentrale NRW im Projekt »Verbraucher-scouts« ältere Menschen durch den Verbraucheralltag.


2017
In einem »Memorandum of Understanding« werden mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeinsame Anstrengungen für mehr Cybersicherheit verabredet.


2018
Auf einer Fachtagung werden zum 60. Geburtstag der Verbraucherzentrale NRW Zukunftsperspektiven für Verbraucherarbeit ausgelotet. Die Verbraucherzentrale NRW mahnt Sony wegen kundenunfreundlicher Nutzungsbedingungen beim Onlineservice Play-Station-Network ab.

Dahin möchten wir gehen

Das Smartphone wird zum Onlineshop in der Hosentasche. An der Supermarktkasse ersetzt digitales Bezahlen das Kramen nach Kleingeld. Vergleichsportale im Internet empfehlen sich als Lotsen für Kaufentscheidungen. Ungewollte In-App-Käufe belasten die Haushaltskasse – die neue smarte Verbraucherwelt bringt eine Flut an Innovationen, aber auch Tücken. Was zunehmende Vernetzung, Digitalisierung und Big Data im Alltag für jeden Einzelnen bedeuten können – darauf wird die Verbraucherzentrale NRW stärker als bislang Antworten geben müssen.

Ob Alters-, Pflege- oder Gesundheitsvorsorge – von Verbraucherinnen und Verbrauchern wird in vielen Lebensbereichen mehr Eigenverantwortung verlangt. Für die Verbraucherzentrale NRW resultiert daraus die Aufgabe, die Menschen hierbei zu begleiten: Zur Vorsorge zu motivieren, die undurchsichtigen und komplexen Märkte transparent zu machen, unabhängige Orientierungshilfen an die Hand zu geben, vor Übervorteilung zu schützen, den Weg zum Recht aufzuzeigen und gegen unseriöse Anbieter vorzugehen, sind dabei zentrale Tätigkeitsfelder. Mit der Einführung der Musterfeststellungsklage verfügen Verbraucherverbände über ein neues Instrument, um im Namen von Geschädigten gegen Unternehmen vor Gericht
ziehen zu können. Die Chancen der Eine-für-alle-Klage werden wir nutzen, um wirkungsvoll gegen rechtswidriges Verhalten von Anbietern vorzugehen.

Die 61 Beratungsstellen in Nordrhein-Westfalen werden in den Städten und Kreisen auch künftig unverzichtbare Anlaufstellen im Dienstleistungsangebot kommunaler Daseinsvorsorge sein. Sie sichern jedoch nicht nur Teilhabe am Marktgeschehen, sondern motivieren auch zu sinnvollen Investitionen. Außerdem tragen die Beratungsangebote dazu bei, Haushalte von Transferleistungen unabhängiger zu machen. Nicht zuletzt unterstützen und begleiten die Beratungsstellen kommunale Anliegen wirkungsvoll.

Die demografische Entwicklung, eine wachsende Gruppe sogenannter bildungsferner Bürgerinnen und Bürger – jenseits der »Stammkundschaft« der Beratungsstellen wird es neue Zielgruppen geben, an denen sich Verbraucherarbeit orientieren und für die sie als Wegweiser durch den »Verbraucherdschungel« fungieren muss.

Dabei ist »Beratung im Quartier« ein zukunftsweisender Weg sein, um Informationen über windige Geschäftspraktiken oder das kleine Einmaleins des Verbraucheralltags dorthin zu bringen, wo sich Menschen zusammenfinden: zum Beispiel in Treffs für Jung und Alt, Begegnungsstätten, Familienzentren oder Kirchengemeinden.

In privaten Haushalten schlummert ein großes Potenzial, um Energie zu sparen oder diese effizient zu nutzen. Dabei wird es für die Verbraucherzentrale NRW künftig nicht mehr nur darum gehen, Verbraucher darauf zu stoßen und ihnen brauchbare Handlungsempfehlungen zu geben. Auch Fragen, wie Verbraucher als Einkäufer, Erzeuger und Manager der verschiedenen Ressourcen die Energiewende aktiv mitgestalten können, werden an Bedeutung gewinnen. Denn wenn Privatleute selbst Energie erzeugen und zum »Prosumer« werden, sehen sie sich komplexen Aufgaben gegenüber – bei denen sie von ihrer Verbraucherzentrale anbieterunabhängige Informationen und rechtliche Unterstützung erwarten.

Die Verbraucherzentrale NRW entwickelt darüber hinaus ein Konzept mit Angeboten für bürgerschaftliches Engagement in der Verbraucherarbeit. Neben der wirkungsvollen Unterstützung der hauptamtlichen Arbeit soll dadurch auch ihre gesellschaftliche Akzeptanz und Vernetzung verstetigt werden.