Das Wichtigste in Kürze:
- Wer sich wegen einer Allergie oder Atemwegserkrankung einen mobilen Luftreiniger anschaffen möchte, sollte vorher ärztlichen Rat einholen, ob dadurch eine Besserung der Symptome zu erwarten ist
- Bei der Auswahl eines Luftreinigers bieten die Testergebnisse der Stiftung Warentest Orientierung.
- Mobile Luftreiniger ersetzen nicht das Lüften, weil sie überschüssige Luftfeuchtigkeit und ausgeatmetes Kohlendioxid nicht abführen.
Detaillierte Antwort: Ob die Anschaffung eines Luftreinigers in Ihrem Fall wirklich sinnvoll ist, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Diese oder dieser kann entscheiden, ob davon tatsächlich ein positiver Effekt auf Ihren Husten zu erwarten ist.
Wenn Sie zuhause eine Schadstoffquelle haben, z. B. einen Schrank der Lösemittel ausgast, ist sinnvoller die Ursache, also in dem Beispiel den Schrank, zu entfernen, als einen Luftreiniger aufzustellen.
Luftreiniger ersetzen auch nicht das Lüften, weil sie das ausgeatmete Kohlendioxid nicht gegen Sauerstoff tauschen und keine überschüssige Luftfeuchte abführen können. Beim Lüften mit geöffnetem Fenster oder mit einer Lüftungsanlage werden auch ohne Luftreiniger bereits Schadstoffe und Partikel aus der Raumluft entfernt.
Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen Luftreiniger empfehlen sollte, sind folgende Aspekte bei der Auswahl zu beachten:
- Aktivkohlefilter können organisch-chemische Verbindungen binden z.B. Lösemittel. Laut Umweltbundesamt und Test der Stiftung Warentest sind Luftreiniger bei der Filterung von chemischen Gasen wie dem krebserzeugenden Formaldehyd weniger wirkungsvoll.
- In Bezug auf das Filtern von Stäuben funktionieren Luftreiniger gut. Partikel-Filter wie HEPA-Filter können winzige Teilchen, Aerosolpartikel und Viren aus der Raumluft entfernen. Sie können auch Sporen und Pollen in der Raumluft reduzieren. Die Filter müssen in jedem Fall regelmäßig ausgetauscht werden. Beachten Sie die Angabe des Herstellers zum Filterwechsel.
- Luftwäscher und -befeuchter bergen das Risiko, dass das Wasser im Gerät verkeimt und dadurch eine neue mikrobielle Belastung für die Raumluft entsteht. Chemische Wirkstoffe zur Verringerung der mikrobiellen Belastung können ihrerseits wieder die Raumluft verunreinigen. Eine zu hohe Luftfeuchte im Raum erhöht außerdem das Risiko für Schimmelschäden.
- Das Umweltbundesamt rät von Luftrenigern ab, die Ozon produzieren. Das ist meist bei Geräten mit Ionisator oder UV-C-Lampe der Fall. Der Grund: Ozon selbst reizt die Atemwege und die Reaktionsprodukte von Ozon mit Substanzen in der Luft können ebenfalls schädlich sein.
- Hersteller sollten ihre Aussagen bezüglich der Filterleistung und Luftreinigung durch unabhängige Überprüfungen belegen können.
- Das Gerät muss von seiner Leistung zur Raumgröße passen und sollte leise arbeiten. Bei einer Wohnung mit mehreren Zimmern sind ggf. mehrere Geräte notwendig.
- Der Verein Deutscher Ingenieure hat in der VDI-EE 4300-14 "Messung von Innenraumluftverunreinigungen – Anforderungen an mobile Luftreinigungsgeräte zur Reduktion der aerosolgebundenen Übertragung von Infektionskrankheiten" Anforderungen und Prüfkriterien für Luftreiniger festgelegt, die ein tragbarer Luftreiniger nachweislich erfüllen sollte.
Quellen: