10 häufige Fehler bei der Lagerung von Obst und Gemüse

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Wer diese zehn Lagerungsfehler vermeidet, hat länger was von frischem Obst und Gemüse:

1. Tomate in den Kühlschrank gelegt

Tomaten sind kälteempfindlich: Zu kalte Temperaturen führen zu Geschmacks- und Aromaverlust und Schimmelbildung. Die Tomate sollte daher auf keinen Fall in den Kühlschrank gelegt werden. Besser ist ein schattiger und luftiger Platz im Vorratsregal mit mäßigen Temperaturen (optimal: 12–16°C).

2. Bundkarotten und Radieschen mit dem Grün dran gelagert

Bundkarotten und Radieschen werden in der Regel mit dem Grün verkauft. Dieses sollte vor der Lagerung abgeschnitten werden, denn die Blätter entziehen den Karotten beziehungsweise Radieschen Flüssigkeit. Das lässt sie schneller runzeln.

Das Grün muss aber nicht im Biomüll laden: Aus Möhrengrün kann man zum Beispiel ein Pesto machen. Und das  Grün der Radieschen lässt sich als Würze für Salate oder Suppen verwenden. Es kann aber auch wie Spinat verarbeitet werden.

3. Kartoffeln zu warm und hell gelagert

Die Kartoffeln sprießen. Und jetzt? Schade, denn sobald die Kartoffel keimt, entziehen ihr die Sprossen Vitamine und Spurenelemente. Die Knollen sind dann immer noch essbar, jedoch sollten die Keime unbedingt vorher großzügig herausgeschnitten werden, da sie das Gift Solanin enthalten.

Damit die Kartoffeln nicht vorschnell keimen, sollte man sie kühl (4-8°C), dunkel und trocken lagern. Wer keinen kühlen Keller dafür hat, kann sie ins Vorratsregal in eine Dunkelbox legen.


4. Bananen liegen aufeinander

Bananen sollten am besten hängend gelagert werden anstatt aufeinander liegend in der Obstschale. So vermeidet man Druckstellen und die Bananen bekommen keine braunen Flecken.

5. Ethylen nicht beachtet: Tomate neben Gurke, Apfel neben Kiwi

Manche Lebensmittel stoßen das Gas Ethylen aus, das den Reifeprozess von bestimmten Gemüse- und Obstsorten beschleunigt. Die Tomate beispielsweise stößt Ethylen aus und sollte daher nicht direkt neben der ethylenempfindlichen Gurke liegen. Ebenso können Äpfel den Reifeprozess von daneben liegenden Kiwis befeuern. Wenn dies nicht gewünscht ist, sollten die Früchte getrennt aufbewahrt werden. Man kann den Effekt aber auch positiv nutzen: So reifen zum Beispiel auch grüne Bananen schneller nach, wenn man Äpfel oder Birnen dazu legt.

6. Gurke im Kühlschrank eingefroren

Gurken sind empfindlich gegen Kälte. Im Kühlschrank können sie weich und wässrig werden oder sie frieren sogar ein und werden matschig. Wohler fühlen sie sich im Keller oder in einer dunklen Ecke des Vorratsregals.

7. Kirschen vor der Lagerung gewaschen

Kirschenliebhaber sollten die Früchtchen erst kurz vor dem Verzehr waschen, ansonsten werden sie matschig und verderben schneller. Damit Kirschen länger frisch bleiben, sollten sie zudem ihren Stil behalten und in einem gelochten Plastikbeutel (PE) im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden.

8. Knoblauch und Zwiebeln luftdicht verpackt

Knoblauch und Zwiebeln mögen es gern kühl, dunkel und vor allem trocken. Wenn sie zu feucht gelagert werden, verderben sie. Deshalb nicht in luftdichten Behältern oder Plastiktüten aufbewahren!

9. Birne neben geruchsintensiven Lebensmitteln aufbewahrt

Die Birne hat die Eigenart, schnell Fremdgerüche anzunehmen. Freunde des guten Geschmacks sollten daher Lauch oder geruchsintensiven Käse aus der Umgebung der Birne fernhalten. Bei der Birne entscheidet der Reifegrad über den Lagerungsort: unreife Birnen in das Vorratsregal legen, ganz reife Exemplare in den Kühlschrank.

10. Orangen und Zitronen im Kühlschrank gelagert

Orangen gehören nicht in den Kühlschrank, da sie dort an Geschmack verlieren. Auch Zitronen büßen in zu kalter Umgebung einige ihrer ätherischen Öle und damit ihren schönen Duft ein. Sie sollten daher im Vorratsregal bei mäßigen Zimmertemperaturen aufbewahrt werden, möglichst hell.

Über das Lagerungs-ABC: Richtig lagern, rechtzeitig verbrauchen - wer diese einfache Formel beherzigt, wirft weniger Lebensmittel weg, spart Geld und trägt zum Klimaschutz bei. Das "Lagerungs-ABC für Obst und Gemüse" ist dabei eine nützliche Hilfe. Marina Klein hat es im Rahmen des Hochschulwettbewerbs "Lebensmittel sind mehr wert" entwickelt, den die Verbraucherzentrale NRW im Wintersemester 2016/2017 mit der Bergischen Universität Wuppertal ausgerichtet hat.
Das komplette Buch kann hier kostenlos als PDF heruntergeladen werden.