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So können Sie beim Waschen und Spülen Strom sparen

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Wasch- und Spülmaschinen heizen das Wasser elektrisch auf. Das kann hohe Kosten verursachen.
  • Haben Sie einen Warmwasseranschluss zur Verfügung, lohnt es sich oft, die Geräte daran anzuschließen. Für Waschmaschinen gibt es dafür spezielle Vorschaltgeräte.
  • Wir beraten Sie zum effizienten Betrieb von elektrischen Geräten.
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Waschmaschine Temperaturrad
Foto: poplasen / Fotolia.com

Wasch- und Spülmaschine gehören zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt. In vielen Fällen können Sie den Stromverbrauch der Geräte aber bis zu einem Drittel senken, wenn Sie sie direkt ans Warmwasser anschließen.

"Das Aufheizen des Wassers macht den Großteil des Stromverbrauchs von Wasch- und Spülmaschinen aus. Dabei ist die Wassererwärmung mit Strom besonders teuer", sagt Martin Brandis, Experte der Energieberatung der Verbraucherzentralen.

Es liegt daher nahe, das Wasser anders zu erwärmen und erst dann in die Geräte fließen zu lassen. Doch Vorsicht: Das ergibt in vielen, aber nicht in allen Fällen Sinn.

Die Voraussetzungen

  • In Ihrem Haushalt wird das Wasser anders als mit Strom erhitzt. Haben Sie einen Elektroboiler, bringt der Wechsel des Anschlusses keine Einsparung. Bei einer thermischen Solaranlage haben Sie im Sommer gar keine zusätzlichen Kosten. Aber auch bei Gas- und Ölheizungen sparen Sie oft Geld.
  • Einige Waschmaschinen haben einen Warmwasseranschluss. Ohne einen Warmwasseranschluss bräuchten Sie ein spezielles Vorschaltgerät – Kostenpunkt meist rund 200 bis 300 Euro.
  • Viele Spülmaschinen können Sie problemlos an die Warmwasserleitung anschließen. Zwar gibt es hier auch Vorschaltgeräte zu kaufen – in der Regel brauchen die Maschinen kaltes Wasser aber nur kurz am Anfang des Programms. Zu dem Zeitpunkt kommt auch über den warmen Anschluss nicht gleich heißes Wasser. Doch nicht alle Modelle sind von den Herstellern für einen Warmwasseranschluss zugelassen (siehe Kasten).
Anschlussmöglichkeiten mit der Gebrauchsanweisung klären

Wenn Sie Warmwasser in einen Kaltwasseranschluss der Maschine leiten, können Sie sowohl bei Wasch- als auch bei Spülmaschinen je nach Modell Ansprüche z.B. bei einem Defekt verlieren. Hinweise dazu finden Sie in der Gebrauchsanweisung. Schließt diese die Verwendung von warmem Wasser aus, ist es auch nicht empfehlenswert. Manchmal ist in der Anweisung eine maximale Wassertemperatur angegeben, die nicht überschritten werden darf.
 

Martin Brandis fasst zusammen: "Ist eine Solaranlage vorhanden und sind Wasch- und Spülmaschine dafür geeignet, lohnt sich der Betrieb am Warmwasseranschluss meistens. Alles andere lässt sich nur im Einzelfall entscheiden."

Vorsicht bei Spültabs und Maschinen mit Tank

Vor der Umstellung auf Warmwasser sollten Sie jedoch noch einiges bedenken. Es lohnt sich nur, wenn am gewählten Warmwasseranschluss bei einer Waschmaschine schon nach anderthalb Litern warmes Wasser aus der Leitung kommt. Da Spülmaschinen viel weniger Wasser verbrauchen, darf es hier nur ein Liter sein. Sonst verpufft der Spareffekt.

Weiteres Kriterium, vor allem bei Spülmaschinen: Wenn Sie Multitabs benutzen, sollten Sie keinen Warmwasseranschluss vornehmen. Die einzelnen Tab-Phasen sind genau darauf abgestimmt, wann warmes und wann kalten Wasser anfängt die Reinigungssalze aufzulösen. Ist das Wasser zu früh warm, vermischen sich diese Reinigungsphasen und das Geschirr wird nicht mehr zuverlässig sauber.

Weiterhin heben moderne Spülmaschinen das Wasser des letzten Klarspülgangs für die Vorspülphase des nächsten Spülgangs auf. Wenn dieses Wasser jedoch heiß ist und dann langsam abkühlt, können sich gefährliche Keime in diesem Tank ansiedeln. Daher ist es dann besonders wichtig, die Spülmaschine mit hohen Wassertemperaturen zu betreiben – womit Sie wiederum weniger Energie einsparen.

Weitere Tipps zum Geldsparen

Bei Wasch- und Spülmaschinen können Sie darüber hinaus auf einige Dinge achten, um über eine Betriebszeit von 10 bis fünfzehn Jahren Geld zu sparen:

  • Achten Sie beim Kauf einer Maschine auf niedrige Verbrauchswerte. Für den niedrigsten Verbrauch steht die Energieeffizienzklasse A+++. Mit A+ gekennzeichnete Geräte weisen die geringste Effizienz auf, obwohl das Label bis D reicht.
  • Beachten Sie nicht nur den Kaufpreis. Günstige Geräte rechnen sich über viele Jahre oft nicht gegenüber teureren, aber energiesparenden Modellen. Es kann sogar ein geschenktes Gerät mit hohem Strom- und Wasserverbrauch im Endeffekt teurer werden als ein gekauftes Sparmodell.
  • Wählen Sie sparsame Programme: Bei gleicher Wassertemperatur verbrauchen in der Regel die kurz dauernden Programme mehr Energie.
  • Entscheiden Sie sich bei Waschmaschinen für eine Gerätegröße, bei der sie die Trommel regelmäßig vollpacken können. Denn: Bei einer halben Beladung sparen Sie nicht die Hälfte der Energie und des Wasser ein, sondern nur circa 20 bis 30 Prozent.

Bei allen Fragen zum effizienten Betrieb von elektrischen Geräten hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Die Berater informieren anbieter-unabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es in unserem Spezial zu Waschmaschinen, auf der Seite unseres Energieprojekts oder unter 0800 – 809 802 400 (kostenfrei).