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Photovoltaikanlage – eigenen Strom vom Dach nutzen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Photovoltaikanlagen liefern Strom aus Sonnenlicht einfach vom Dach.
  • PV-Anlagen können im Jahr mindestens so viel Strom erzeugen wie ein durchschnittlicher 4-Personen-Haushalt verbraucht.
  • Die Anlagen sollten nicht zu klein ausgelegt werden und die Dachfläche möglichst optimal nutzen.
Einfamilienhaus mit PV-Anlage
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Eine Photovoltaikanlage, kurz PV-Anlage, wandelt Licht in Strom um und speist ihn in das Stromnetz Ihres Hauses ein. Der Solarstrom im Hausnetz wird nun von den üblichen Elektrogeräten verbraucht – ein möglicher Überschuss fließt dabei ins Stromnetz. Reicht der selbst erzeugte Strom nicht aus, beziehen Sie weiterhin zusätzlichen Strom aus dem Netz.

Durchschnittlich können Sie 20 bis 30 Prozent Ihres Stromverbrauchs mit dem eigens vom Hausdach produzierten Solarstrom decken. Oft werden Photovoltaikanlagen auch mit Batteriespeichern ausgestattet. Diese speichern den Solarstrom tagsüber, sodass Sie ihn abends und nachts verbrauchen können. Das kann den Anteil des Solarstroms am Stromverbrauch auf etwa 55 Prozent steigern.

Größe und Standort der Photovoltaikanlage

Übliche Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern haben eine Leistung von 3 bis 10 Kilowatt (Peak, kWp) und erzeugen pro Kilowatt durchschnittlich 850 bis 950 Kilowattstunden Strom im Jahr. Peak bedeutet bei Photovoltaikanlagen, dass die Anlagenleistung so angegeben wird, wie sie unter standardisierten Testbedingungen (bestimmte Helligkeit, Temperatur usw.) erreicht würde. Eine Anlage mit 5 Kilowatt liefert also beispielsweise 4.500 Kilowattstunden Strom im Jahr. Das reicht aus, um einen Durchschnittshaushalt mit vier Personen zu versorgen. Dieser verbraucht etwa 3.500 Kilowattstunden im Jahr.

Für eine Leistung von 1 Kilowatt sind je nach Art und Wirkungsgrad der Solarmodule 7 bis 10 m² Fläche nötig. Diese Solarmodule werden meist auf das Gebäudedach montiert und liefern Gleichstrom. In einem Wechselrichter wird der Strom in netzkonformen Wechselstrom umgewandelt. Einige Wechselrichter können auch Geräte wie z. B. eine Waschmaschine gezielt ansteuern, um mehr Solarstrom direkt zu verbrauchen. Auch Batteriespeichersysteme bieten häufig Möglichkeiten, den eigenen Stromverbrauch gezielt zu steuern.

Solarmodule sollten idealerweise mit einer Ausrichtung nach Südwest bis Südost und mit einer Neigung von 20 bis 40 Grad installiert werden. Abweichungen hiervon wirken sich mehr oder weniger negativ auf Ihren Ertrag aus. Aber auch eine Ausrichtung nach Osten oder Westen kann sinnvoll sein, wenn die Dachneigung eher flach als steil ist. Noch wichtiger sind jedoch eine möglichst schattenfreie Fläche und genügend Abstand zu Dachaufbauten wie Kamin oder Gauben, die nicht versetzt werden können.

Eine PV-Anlage sollte nicht zu klein gebaut werden. Eine kleine Anlage ist verhältnismäßig teuer, da die fixen Kosten, beispielsweise für ein Gerüst zur Installation, fast genauso hoch sind wie bei einer großen Anlage. Als Richtwert für die Anlagengröße sollte mindestens 1 kWp Leistung pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch für Haushalt und gegebenenfalls E-Auto angepeilt werden.

Eine größere PV-Anlage zu installieren ist sinnvoll, wenn Sie mehr als nur Ihren Haushaltsstrombedarf decken wollen. Bedenken Sie: Solarmodule erreichen nur selten ihre Nennleistung, also die angegebene Leistung in kW Peak, da die Realität von den Standard-Test-Bedingungen abweicht. Wenn möglich sollten PV-Anlagen nicht deutlich kleiner als 5 kW Peak und nicht größer als 10 kW Peak sein, da für stärkere Anlagen mehr Abgaben fällig werden.

Solarstrom fürs E-Auto

Das Elektroauto ist vergleichbar mit einem großen Haushaltsgerät und bezieht den Strom aus dem Hausnetz. Produziert Ihre Solaranlage gerade Strom, können Sie diesen zum Laden Ihres E-Autos nutzen. Dies erhöht den Anteil des selbst verbrauchten Solarstroms und ist besonders günstig, wenn Sie das Elektrofahrzeug tagsüber laden, da Sie so den Solarstrom direkt verwerten.

Elektroautos benötigen für die Ladung eine große Leistung, die durch eine größere Photovoltaikanlage oder einen Speicher bereitgestellt werden kann. Für viel PV-Strom im Auto sollte die Ladeleistung des E-Autos nicht zu hoch sein, da Sie sonst zusätzlichen Strom aus dem Netz beziehen müssen.

Um ein Elektroauto zu Hause mit Solarstrom zu laden, ist eine spezielle Ladestation sehr zu empfehlen.

Damit möglichst viel Solarstrom in das Elektroauto fließt, sollten die Ladeleistung und die Solarstromerzeugung aufeinander abgestimmt werden. Für einen möglichst optimalen Betrieb und eine benutzerfreundliche Bedienung des Systems wird dazu oft ein übergeordnetes Steuerungssystem benötigt.

Weitere Informationen zu Planung, Auslegung und Kauf einer Photovoltaikanlage finden Sie in unserer Broschüre  "Solarstrom und Batteriespeicher".