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Nepp mit dem Energieausweis

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Wer Wohnraum verkaufen oder vermieten will, braucht einen Energieausweis. Das nutzen auch Betrüger aus.

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15.000 Euro Bußgeld - das klingt dramatisch. Auf diese Angst setzen Gauner, die Haus- und Wohnungsbesitzern Geld aus der Tasche ziehen wollen. Richtig ist, dass ein so hohes Bußgeld seit dem 1. Mai 2015 droht, wenn man in einer Immobilienanzeige oder spätestens beim Besichtigungstermin die Pflichtangaben zur Energieeffizienz verschweigt. Falsch ist allerdings, dass jeder Haus- und Wohnungsbesitzer generell so einen Ausweis braucht. Lesen sie hier, in welchen Fällen ein Energieausweis außerdem nötig ist.

Die Betrüger gehen hauptsächlich mit zwei Maschen vor:

Der Anruf

Haus- und Wohnungsbesitzern wird am Telefon erklärt, dass der Energieausweis für Wohngebäude Pflicht sei und der Anrufer diesen ausstellen würde. Meist handelt es sich um unerlaubte Werbeanrufe. Stimmt der Angerufene einem Termin zu, erhält er eine Auftragsbestätigung zusammen mit einer Zahlungsaufforderung. Mit seiner Unterschrift bevollmächtigt der Verbraucher die Firma zur "Beantragung eines Energieausweises". Zugleich erklärt sich der Betroffene mit der "Kontaktaufnahme und der Beratung" einverstanden, die erforderlich seien, um den Ausweis zu erstellen. Die Folge dürften weitere Werbeanrufe auch von anderen Firmen sein.

Die Verbraucherzentrale rät Betroffenen, auf die Anrufer nicht einzugehen und das Gespräch möglichst schnell zu beenden. Werden Unterlagen zugeschickt, sollte man auf keinen Fall den Geldbetrag überweisen, sondern der Forderung schriftlich widersprechen und den angeblich abgeschlossenen Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten. Hierbei hilft unser Musterbrief. Zusätzlich sollten Anzeige bei der Polizei erstattet und der unerlaubte Werbeanruf bei der Bundesnetzagentur gemeldet werden.

Der Gutschein

Im Briefkasten liegt ein Gutschein für eine "objektbezogene Energieeffizienz-Information". Ein paar Tage später steht ein Berater vor der Haustür, der einen Termin zum Ausstellen eines Energieausweises vereinbaren will. Hierbei sollen teure und zum Teil unnötige Handwerkerleistungen verkauft werden.

Verbraucher sollten sich nicht unter Druck setzen lassen. Wurde trotzdem ein Vertrag abgeschlossen, haben Verbraucher ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Wer unsicher ist, kann sich an die Verbraucherzentrale in seinem Ort oder unsere allgemeine Kontaktadresse wenden.

 

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