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Checkliste: So planen Sie Ihre Anlage fürs sonnenbetankte E-Auto

Wenn Sie Ihr Elektroauto mit Solarstrom vom eigenen Dach betanken möchten, helfen Ihnen die folgenden Hinweise und Tipps bei der Auswahl der nötigen Komponenten. Dieser Leitfaden soll auch dazu beitragen, dass Sie möglichst viel Sonnenstrom für Ihre Elektromobilität nutzen können. Eine Orientierungshilfe dazu bietet Ihnen unser Solarrechner.

Grafische Checkliste
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Worauf es bei den einzelnen Komponenten ankommt

Photovoltaikanlage

  • Bauen Sie die Photovoltaikanlage (PV-Anlage) nicht zu klein. Als Richtwert für die Anlagengröße sollte mindestens 1 kWp Leistung pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch für Haushalt und E-Auto angepeilt werden. Besonders geeignet sind Anlagen zwischen 5 und 10 Kilowatt Peak.
  • Um ein Elektroauto mit einem möglichst hohen Anteil an Solarstrom zu laden, sollte Ihre PV-Anlage mehr Solarstrom produzieren, als direkt im Haushalt verbraucht wird. Ab einem Überschuss von mehr als 1,4 Kilowatt Leistung kann die Solaranlage ein Auto theoretisch auch alleine laden.


Heimspeicher

  • Wir empfehlen, den Batteriespeicher bezogen auf den Haushaltsverbrauch so zu wählen, dass Sie bis zu 1 Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität pro 1.000 Kilowattstunden Haushaltsstromverbrauch haben. Den Batteriespeicher im Haus können Sie größer wählen, wenn ein Elektro-Auto vor allem abends geladen werden soll. Dann empfehlen wir bis zu 1,5 kWh pro 1.000 Kilowattstunden Verbrauch. Wird das Auto vor allem tagsüber geladen, lohnt sich ein größerer Batteriespeicher dagegen kaum.
  • Je nachdem, ob Ihr Elektrofahrzeug ein- oder dreiphasig lädt, sollte Ihr Batteriespeicher eine Entladeleistung zwischen 1,4 und 4,2 Kilowatt haben. Dann kann der Batteriespeicher das Auto theoretisch auch alleine laden.


Elektrofahrzeug

  • Wichtig bei der Wahl Ihres E-Autos sind vor allem Ihr Budget sowie Ihr Bedarf an Komfort und das Raumangebot im Fahrzeug.
  • Achten Sie auf die Ladestecker des Fahrzeugs. Der sogenannte Typ-2-Stecker für Wechselstromladung und der CCS oder Combostecker (Gleichstrom Schnellladung) sind die Standardstecker in Europa. Von Typ 1 auf Typ 2 sind Adapterkabel erhältlich. CHAdeMO- und CCS/Combostecker sind nicht miteinander kompatibel.
  • Möchten Sie Ihr E-Auto möglichst schnell laden, sollten Sie ein möglichst leistungsfähiges Ladegerät wählen. Mehrphasige Ladegeräte sind in der Regel schneller als einphasige. Allerdings verringert sich bei der schnelleren Ladung der Solarstromanteil.
  • Möchten Sie möglichst viel Solarstrom tanken, ist in Verbindung mit der Photovoltaikanlage eine langsamere Ladung mit kleiner Leistung vorteilhafter.


Ladestation

  • In NRW werden 11- und 22-Kilowatt-Ladestationen gefördert. Beide Leistungskategorien sind für zu Hause gut geeignet.
  • Nur Elektrofachkräfte dürfen eine Ladestation installieren. Wenden Sie sich an Spezialisten mit Fachkenntnissen und Erfahrung.
  • Um Netzprobleme zu vermeiden, muss der Elektroinstallateur mit dem Netzbetreiber  abstimmen, welche Anschlussleistung die Ladestation am Aufstellort haben darf.  
  • Fordert der Netzbetreiber für den Anschluss der Ladestation einen separaten  Stromzähler, an dem dann die PV-Anlage nicht gleichzeitig angeschlossen ist, kann darüber kein Solarstrom in das Auto geladen werden. In diesem Fall sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Elektrobetrieb eine andere Lösung finden, um die Ladestation und die Photovoltaikanlage an einen gemeinsamen Zähler anzuschließen, sinnvollerweise zusammen mit dem Haushalt. Zusätzliche Zähler verursachen auch weitere Zählerkosten.
  • Achten Sie bei den Kosten für Ladestationen auf die Ausstattung (z.B. abschließbar, Smartphone-Steuerung, integrierter Zwischenzähler). Bei einigen Geräten sind teure Bauteile, wie z.B. der notwendige allstromsensitive Fehlerstromschutzschalter Typ B, bereits integriert, bei anderen nicht.
  • 11-Kilowatt-Ladestationen haben den Vorteil, dass der Solarstromanteil im Auto höher ausfallen kann. Wahrscheinlich wird der Netzbetreiber bei diesen Ladestationen keinen separaten Zähler fordern.
  • Nachteilig ist, dass die meisten Autos langsamer geladen werden, als sie könnten. Vor allem einphasig ladende Autos können an einer 11-Kilowatt-Ladestation nur mit maximal 3,7 Kilowatt laden, da sich die Leistungsangabe der Ladestation (11 Kilowatt) auf den dreiphasigen Betrieb bezieht.
  • Mit einer 22-Kilowatt-Ladestation können die meisten Elektrofahrzeuge schneller geladen werden. Mehr Leistung ist in Wohnhäusern nicht sinnvoll, da die Hausanschlüsse schnell überfordert würden.
  • Durch die hohe Leistung können Sie zwar die Ladezeit minimieren, gleichzeitig verringern Sie aber den Solarstromanteil im Fahrzeug. Denn eine Photovoltaikanlage kann nur an wenigen Tagen alleine (ohne zusätzlichen Netzbezug) ausreichend Leistung zur Verfügung stellen. Einphasig ladende Autos können hier maximal mit 7,2 kW geladen werden.

Bedenken Sie: Die Auswahl der Ladestation hat großen Einfluss auf die Steuerungsmöglichkeiten, um möglichst viel Solarstrom ins E-Auto zu bekommen. Wichtig ist, dass Ladestation und Photovoltaiksystem kompatibel zueinander sind. Das heißt: Die PV-Anlage steuert die Ladeleistung der Ladestation so, wie sie gerade Solarstrom verfügbar hat.

Worauf Sie bei der Anschaffung noch achten sollten

Je nachdem, welche Komponenten Sie zuerst anschaffen, sind drei Szenarien denkbar:

  1. Sie haben schon eine PV-Anlage (und einen Speicher)
    Wenn Sie schon eine Photovoltaikanlage mit oder ohne Speicher haben, sollten Sie die Ladestation danach auswählen, dass sie für die Kommunikation mit der Photovoltaikanlage geeignete Schnittstellen hat. Manche Photovoltaik-Systemanbieter empfehlen bestimmte Ladestationen.
     
  2. Sie haben schon ein Elektrofahrzeug und eine Ladestation
    Wenn Sie zuerst das E-Auto mit Ladestation anschaffen, achten Sie darauf, dass die Ladestation später mit einer noch zu installierenden Photovoltaikanlage kommunizieren kann. Es gibt viele verschiedene Ladestationen, aber nur wenige, die sich für die Ansteuerung durch eine PV-Anlage eignen.
    E-Auto-Hersteller bieten oft auch zum Fahrzeug passende Ladestationen an. Sie berücksichtigen aber nur selten die Anbindung an eine eigene Solarstromanlage. Fragen Sie bei Ihrem E-Auto-Anbieter nach dieser Kombination und der passenden Ladestation oder wenden Sie sich an einen Photovoltaik-Fachbetrieb, der sich mit der Anbindung ans E-Auto auskennt.
     
  3. Sie haben schon eine PV-Anlage, ein E-Auto und eine Ladestation
    Möchten Sie zu einer vorhandenen Photovoltaikanlage mit Ladestation fürs E-Auto später einen Heimspeicher nachrüsten, muss dieser in die Regelungsfunktion zwischen PV-Anlage und Ladestation eingebunden werden. Achten Sie hier beim Kauf des Batteriespeichers auf Kompatibilität.