Menü

Anschaffung und Förderung: Kostenfragen zu Sonne im Tank

Das Wichtigste in Kürze:

  • Elektroautos werden öffentlich gefördert und es gibt Steuervorteile.
  • Die Kosten für PV-Anlage, Batteriespeicher und E-Auto lassen sich vorab gut abschätzen.
  • In Nordrhein-Westfalen gibt es Fördermöglichkeiten für alle drei Komponenten.
Geldscheine übereinander gelegt
On

In Zukunft werden immer mehr Autos rein elektrisch angetrieben, denn Faktoren wie Umweltfreundlichkeit, Klimaschutz und Fortschritte in der Technik treiben den Ausbau der Elektromobilität stark voran. Da das auch politisch gewollt ist, gibt es aktuell attraktive Förderungen für E-Autos und Ladestationen. Auch für die Anschaffung von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern gibt es finanzielle Unterstützung.

Gibt es Vorteile bei der Kfz-Steuer?

Ja, die gibt es. Abhängig vom Zulassungsdatum sind reine Elektrofahrzeuge bis zu zehn Jahre von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Diese Regelung gilt bis zu einer Erstzulassung am 31. Dezember 2020. Nach Ablauf der Steuerbefreiung zahlen Sie nur die Hälfte der regulären KfZ-Steuer. Sie richtet sich dann nach dem Gewicht des Fahrzeugs.

Hybridfahrzeuge und Plug-In-Hybride gelten nicht als Elektrofahrzeuge im Sinne des Kraftfahrzeugsteuergesetzes. Daher sind sie nicht steuerbegünstigt.

Was kosten Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und E-Auto?

Die Preise für Photovoltaikanlagen sind stark gesunken. Daher sind PV-Anlagen im Privatbereich bei den marktüblichen Installationspreisen fast immer wirtschaftlich. Für ein Kilowatt Leistung der Solaranlage sollten Sie in etwa 1.200 bis 1.600 Euro (ohne Umsatzsteuer) veranschlagen, je nach Anlagengröße und Installationsaufwand. Der Strom vom eigenen Dach kostet Sie nur etwa 9 bis 13 Cent pro Kilowattstunde (kWh), während für den Strombezug aus dem Netz 26 bis 30 Cent pro Kilowattstunde fällig sind. Für den überschüssigen eigenen Solarstrom gibt es außerdem eine Einspeisevergütung. Für neu errichtete Anlagen beträgt diese derzeit  12,2 Cent pro Kilowattstunde (Stand März 2018). Eine eigene PV-Anlage ist momentan die günstigste Möglichkeit, Strom für Ihr E-Auto zu erhalten, wenn Sie von den wenigen Ladesäulen mit derzeit noch geschenktem Strom einmal absehen.

Installieren Sie zu der PV-Anlage noch einen Batteriespeicher, verschlechtert sich bei den aktuellen Batteriepreisen die Wirtschaftlichkeit der gesamten Anlage. Zwar sind die Preise für Batteriespeicher zuletzt deutlich gesunken, aber die Speicher rechnen sich meist noch nicht.
Die Wirtschaftlichkeit ist allerdings auch von der Nutzungsintensität sowie der Lebensdauer der Batteriespeicher abhängig. Bei Eigenheimen liegen die Kosten für Batteriespeicher bei etwa 800 bis 1.400 Euro (mit Umsatzsteuer) pro Kilowattstunde Kapazität.
Je intensiver Sie den Speicher nutzen, umso wirtschaftlicher wird er. Das geht beispielsweise mit dem Elektroauto, wenn dieses tagsüber geladen wird und dadurch die Photovoltaikanlage den Heimspeicher an einem Tag mehr als nur einmal auflädt.

Bei Ladestationen gibt es große Preisunterschiede. Dies ist zum einen herstellerbedingt. Zum anderen sind die Ladestationen teilweise auch sehr unterschiedlich ausgestattet. So gibt es Geräte, bei denen zum Beispiel ein Fehlerstromschalter, ein Zähler oder auch eine Kommunikationseinheit zur Solaranlage schon integriert sind. Wenn Sie Ihre Stromtankstelle ausschließlich allein nutzen möchten und die Ladestation nicht in einem geschlossenen Raum untergebracht ist, sollten Sie darauf achten, dass sie abschließbar ist.
Je nach Hersteller und Ausstattung variieren die Kosten für Ladestationen bis 22 Kilowatt von etwa 600 bis 2.500 Euro. Schnellladestationen mit mehr als 22 kW sind für den Hausgebrauch nicht zu empfehlen, weil sie den Hausanschluss überlasten würden. Außerdem liegen die Kosten für diese Geräte bei mehr als 10.000 Euro. Für die Installation der Kabelverbindung vom Hauptverteiler im Haus bis zur Ladestation können Sie mit etwa 300 bis 1.000 Euro rechnen, dies hängt aber sehr vom Einzelfall ab.
Ein zusätzlicher Stromzähler kann weitere Kosten verursachen, ebenso wie eine Schnittstelle zur Kommunikation mit der Photovoltaikanlage. Muss ein ganz neuer Zählerplatz eingerichtet werden, erhöht das die Zusatzkosten noch deutlich.

Alltagstaugliche neue Elektroautos kosten zwischen 20.000 und 40.000 Euro. Natürlich gibt es auch teurere Modelle. In der Regel verbraucht ein Elektroauto auf 100 Kilometern zwischen 15 und 24 Kilowattstunden Strom. Der exakte Verbrauch hängt auch vom Fahrzeugmodell und der Jahreszeit ab.
Die Verbrauchskosten für diverse Automobile können Sie regelmäßig in einem Kostenvergleich des ADAC nachlesen. Dieser Kostenvergleich zeigt, dass die Kosten pro gefahrenem Kilometer bei Elektroautos meist noch höher sind, als bei konventionell angetriebenen Fahrzeugen. Der ADAC rechnet mit einem marktüblichen Netzstrompreis von etwa 30 Cent/kWh. Aber je mehr eigenen Solarstrom Sie zum Laden Ihres Elektroautos nutzen, desto günstiger wird diese Art der Fortbewegung. Zusätzlich sollten Sie berücksichtigen, dass das E-Auto womöglich auch unterwegs geladen werden muss. Das verursacht zusätzliche Kosten.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Im Rahmen des Programms progres.nrw "Markteinführung-Breitenprogramm" fördert das Land NRW Batteriespeicher in Verbindung mit einer neuen Photovoltaikanlage mit einem Zuschuss und übernimmt maximal zehn Prozent der förderfähigen Kosten. Damit kombinierbar ist ein Kredit mit Tilgungszuschuss von der öffentlich-rechtlichen KfW-Bank. Den KfW-Kredit mit der Nummer 275 können Sie darüber hinaus auch für einen Batteriespeicher beantragen, wenn Sie bereits eine Photovoltaikanlage haben und diese nach dem 31.12.2012 in Betrieb genommen wurde. Den Tilgungszuschuss von 10 Prozent der förderfähigen Kosten erhalten Sie im Gegensatz zum Kredit nur für die Installation und Anschaffung der Batterie und nicht für die Solaranlage. Die Obergrenze liegt bei 220 Euro pro Kilowatt Nennleistung der PV-Anlage. Dieses Förderprodukt läuft allerdings 2018 aus. Unter der Nummer 270 bietet die KfW außerdem einen Kredit nur für PV-Anlagen an.

Private Ladestationen für zu Hause werden in Nordrhein-Westfalen durch das Programm progres.nrw Markteinführung - Ladeinfrastruktur gefördert. Das Land NRW zahlt bis zu 1.000 Euro Zuschuss oder maximal die Hälfte der Kosten für Kauf und Anschluss pro Ladestation ("Wallbox"), wenn nur Ökostrom fließt. Neben eigenem Solarstrom erfüllen zum Beispiel Tarife mit folgenden Zertifikaten diese Bedingung: Grüner-Strom-Label, ok-power-Label, Grünstrom-Label des TÜV Nord, Grünstrom-Label EE01 des TÜV Süd.

Aktuelle Informationen zu Förderprogrammen

Anträge für diese Förderungen müssen Sie stellen, bevor Sie einen Auftrag erteilen oder Teile bestellen!

Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) können Sie online einen nachträglichen Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro für Ihr Elektroauto beantragen. Für Hybrid-Fahrzeuge sind 3.200 Euro möglich. Die Hälfte der Förderung besteht aus einem Preisnachlass durch die Händler. Diesen sogenannten Umweltbonus, auch als Kaufprämie bekannt, gibt es für Elektroautos, die in der einfachsten Variante laut Liste höchstens 60.000 Euro kosten. Die Förderung können Sie erst beantragen, nachdem Sie einen Kauf- oder Leasingvertrag abgeschlossen haben. Seit dem 3. März 2018 dürfen Sie als Käufer von Elektrofahrzeugen nun auch mehrere gleichartige Förderprogramme in Anspruch nehmen. Dies gilt allerdings nur bis zum 30. Juni 2019.