Internet langsam: Das können Sie tun

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ist der Internetanschluss langsam, sollten Sie Kabel, Treiber und andere Faktoren prüfen.
  • Stellt sich heraus, dass Ihr Anbieter nicht die gewünschte Leistung liefert, führen Sie protokollierte Geschwindigkeitsmessungen durch.
  • Damit können Sie einen Tarifwechsel verlangen oder sogar eine Sonderkündigung aussprechen.
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Langsamer Internetanschluss

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Der Stream bricht während der Fußball-Übertragung dauernd ab. Beim Download des neuen Programms kriecht der Fortschrittsbalken nur mühsam voran. Und beim Hochladen von Dokumenten für die Steuererklärung wird wegen Zeitüberschreitung die Annahme verweigert. Das Internet in vielen Haushalten lahmt – wie Beschwerden bei der Verbraucherzentrale NRW zeigen.

Weil Internetanbieter oft mit hohen "bis zu"-Bandbreiten werben, ist der Frust groß, wenn angepriesene Highspeed-Verbindungen nicht ankommen. Dann bleiben Ihnen folgende Möglichkeiten:

Grafik: Fünf Schritte, wenn das Internet lahmt - Fehlersuche, Vertrags-Check, Messung, Abhilfe verlangen, Kündigung oder Tarifwechsel

Fehlerquellen ausschließen

Nicht immer liegt es an der Leitung. Denn auch veraltete Treiber der Netzwerkkarte, schlechter WLAN-Empfang, zu viele Cookies im Browser, falsche Router-Einstellungen, ungeeignete Kabel oder Antivirenprogramme können die Geschwindigkeit bremsen. Manchmal hilft auch der alte Trick, den Internetrouter kurz aus- und wieder anzuschalten.

Welche Geschwindigkeit zusteht

Im Produktinformationsblatt müssen Anbieter angeben, welches Download- und Upload-Tempo Sie beim Internetdienst normalerweise erwarten können. Auf diese Unterlage müssen Sie vor Vertragsschluss unter anderem hingewiesen werden. Meist steht sie auch auf den Internetseiten des Anbieters zur Verfügung. Die im Produktinformationsblatt genannten Richtwerte sind die Messlatte dafür, ob die vereinbarte Geschwindigkeit tatsächlich beim Kunden ankommt.

Richtig messen

Die Bundesnetzagentur bietet auf breitbandmessung.de ein Messtool, um die Surfgeschwindigkeit zu überprüfen. Postleitzahl, Name des Anbieters und der gebuchte Tarif sowie die im Produktinformationsblatt angegebene maximale Datenübertragungsrate sind dabei der Schlüssel, um die aktuellen Übertragungsraten beim Down- und Upload auf die Probe zu stellen. Am Ende gibt's ein detailliertes Protokoll, das alle relevanten Daten festhält und Abweichungen von den Maximalwerten dokumentiert. Als Ausdruck oder Bildschirmfoto sollten die Messergebnisse gesichert werden. Die Bundesnetzagentur empfiehlt 20 Messungen an zwei unterschiedlichen Tagen in gleichem Umfang (mindestens zehn Messungen pro Tag), um dauerhafte Minderleistungen nachweisen zu können. Wichtig: Der Computer muss mit einem Netzwerkkabel an den Router angeschlossen sein, um die Internetverbindung korrekt zu messen.

Ausführlicher beschäftigen wir uns mit dem Tool in den Fragen und Antworten zu langsamen Internetanschlüssen.

Abweichungen mit Folgen

Weicht die tatsächliche Internetgeschwindigkeit erheblich, kontinuierlich oder regelmäßig wiederkehrend von der vereinbarten ab, wird die vertraglich zugesicherte Leistung nicht erfüllt. Sie können dann vom Anbieter Abhilfe verlangen. Dafür benennt die Bundesnetzagentur drei Voraussetzungen:

  • Wenn nicht an mindestens zwei Messtagen jeweils mindestens einmal 90 Prozent der vertraglich vereinbarten maximalen Geschwindigkeit erreicht werden,
  • wenn die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit nicht in 90 Prozent der Messungen erzielt wird
  • oder wenn die vereinbarte Mindestgeschwindigkeit an mindestens zwei Messtagen jeweils unterschritten wird.

Auf Abhilfe pochen

Ist die Internetleitung nachweislich schlechter als vertraglich zugesichert, sollten Sie Ihren Anbieter schriftlich über das Problem informieren und eine angemessene Frist zur Abhilfe setzen. Zwei Wochen reichen normalerweise aus. Bleibt die Geschwindigkeit weiter hinter der vereinbarten zurück oder ist es dem Anbieter technisch an Ihrem Wohnort gar nicht möglich, die vertraglich vereinbarten Leistungen dauerhaft zu erbringen, kann der Vertrag außerordentlich gekündigt werden.

Musterbriefe und weitere Erläuterungen dazu, wie Sie am besten vorgehen, finden Sie in den Fragen und Antworten zu langsamen Internetanschlüssen.

Tarifwechsel als Ausweg

Bietet Ihr Telefonunternehmen auch günstigere Tarife an, die von vornherein nur die gemessene niedrigere Geschwindigkeit bieten, sollten Sie einen entsprechenden Tarifwechsel bzw. eine Vertragsanpassung verlangen. Achten Sie dabei darauf, dass die Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten nicht wieder von vorne beginnt und keine Kosten für den Wechsel anfallen. Darüber hinaus sollten Sie sich informieren, ob andere Anbieter an Ihrem Standort Internetdienste anbieten und gegebenenfalls dorthin wechseln.