Nachwuchspreis MehrWert NRW 2023

Stand:
Mit dem Nachwuchspreis MehrWert NRW werden Produkte und Dienstleistungen ausgezeichnet, die Verbraucher:innen darin unterstützen, sparsam mit Ressourcen umzugehen.
Eine junge Frau steht vor einer Wand voller Zeichnungen, u.a. eine Glühbirne
On

Die Auszeichnungen 2023

Am 6. Dezember 2023 wurden die Gewinner:innen des vierten Nachwuchspreises MehrWert NRW bekannt gegeben. Im Rahmen der Preisverleihung des zehnten Effizienz-Preises NRW hat NRW-Umweltminister Oliver Krischer den mit insgesamt 3.000 Euro dotierten Preis für verbraucherfreundliche und ressourcenschonende Produkte oder Dienstleistungen überreicht. Sie wurden von Studierenden, Absolvent:innen oder Auszubildenden in NRW entwickelt.

Ausgezeichnet wurden:

"Cue" – Pablo Brugger (Hauptpreis)

Das in der Notfallmedizin am häufigsten eingesetzte Medikament ist Sauerstoff. "Cue" ermöglicht Rettungskräften eine effiziente Nutzung von Sauerstoff unter in extremen Stresssituationen, indem es die Restzeit des verbleibenden Sauerstoff anhand der Durchflussrate auch bei einer manuellen Beatmung berechnet. Es wird zwischen der Sauerstoffflasche und dem Druckminderer angebracht und gibt ein akustisches sowie optisches Feedback zum rechtzeitigen Wechsel der Sauerstoffflasche. Ökologische und ökonomische Vorteile werden durch die modulare Bauweise und die damit verbundene Langlebigkeit ermöglicht. Einzelne Segmente des Moduls, wie der Drucksensor, der Lautsprecher oder der Akku, sind austauschbar, ohne dass eine umfassende Demontage oder ein vollständiger Ersatz des Geräts erforderlich ist.

Drei Männer stehen nebeneinander und lächeln in die Kamera.

Pablo Brugger (Mitte) bekam die Auszeichnung von NRW-Umweltminister Oliver Krischer (links) und Martin Kuhne, Bereichsleiter Ernährung und Umwelt der Verbraucherzentrale NRW (rechts), für das "Cue".

"Sustainability by design" – Laura Grönewald und Julian Weiblen (Hauptpreis)

14 Prozent des Stromverbrauchs privater Haushalte in Deutschland entfallen auf die Wäschepflege. Um den Energieverbrauch zu senken, haben die Preisträger:innen vier Waschmaschinensteuerungskonzepte entwickelt, mit denen die Anwender:innen zur Wahl von Energiesparprogrammen und ökologischen Einstellungen motiviert werden können. Zwei der Konzepte liefern bei der Einstellung der Waschprogramme Informationen über die ökologischen Auswirkungen. Zwei weitere Konzepte restrukturieren die Eingabe am Interface, so dass die Maschine Energiesparprogramme anbietet und ihre Auswahl wahrscheinlicher macht. Für die Realisation der Konzepte bedarf es lediglich einer anderen Gestaltung der Menüführung moderner Waschmaschinen. Die Konzepte sind Ergebnis einer Masterarbeit an der Universität Siegen, die Teil eines vom BMBF geförderten Forschungsprojekts war. Dabei war Miele Kooperationspartner.

Vier Menschen stehen nebeneinander und lächeln in die Kamera.

Julian Weiblen und Laura Grönewald bekamen die Auszeichnung von NRW-Umweltminister Oliver Krischer (links) und Martin Kuhne, Bereichsleiter Ernährung und Umwelt der Verbraucherzentrale NRW (rechts), für ihr Konzept "Sustainability by Design". Weiblen wurde von Matthias Laschke (2. von links), Junior-Professor und Projektbetreuer an der Uni Siegen, vertreten.

"Eleazar" – Jonathan Pohlke (Sonderauszeichnung)

Das entwickelte Bestattungskonzept "Eleazar" vermeidet Boden- und Grundwasserbelastung durch Humanasche und bietet eine neue Form des Abschieds. Ein vor dem Tod des Verstorbenen ausgesuchter junger Baum wird zusammen mit der entwickelten Aschekapsel in einem Pflanzgefäß beigesetzt. Die Humanasche dient dabei als Wachstumsgrundlage für den Baum, der den Hinterbliebenen gleichzeitig als Ort der Trauer dient. Durch die tellerartige Form der Kapsel ist die Humanasche nicht so stark konzentriert und entsprechend weniger belastet, was eine bessere Verträglichkeit für Pflanzen und Mikroorganismen bedeutet. "Eleazar" funktioniert als gesamtheitliche neue Gestaltungsform, ist aber auch für bestehende Friedhöfe geeignet.

Drei Menschen stehen nebeneinander und lächeln in die Kamera.

Pauline Klimpel (Mitte) nahm die Auszeichnung für Jonathan Pohlke stellvertretend entgegen. NRW-Umweltminister Oliver Krischer (links) und Martin Kuhne, Bereichsleiter Ernährung und Umwelt der Verbraucherzentrale NRW (rechts), überreichten die Ehrung für das Bestattungskonzept "Eleazar".

Über den Nachwuchspreis

Der Nachwuchspreis MehrWert NRW ist 2017 aus der Kooperation zwischen der Effizienz-Agentur NRW und dem Projekt MehrWert der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hervorgegangen. Seit 2019 beteiligt sich auch die NRW.BANK, die Förderbank für Nordrhein-Westfalen, als Kooperationspartnerin. Ab 2023 findet der Preis nicht mehr im Rahmen dieses Projekts statt – der Name MehrWert ist aber geblieben: Denn damit werden Innovationen ausgezeichnet, die einen Mehrwert zu unserem Leben bieten.

Die Effizienz-Agentur NRW zeichnet seit 2000 im zweijährigen Rhythmus ressourceneffiziente Produkte und Dienstleistungen von produzierenden Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen mit dem Effizienz-Preis NRW aus. Der Nachwuchspreis ergänzt dies, indem er die innovativen Ideen von jungen Leuten ins Rampenlicht rückt: Damit werden Ideen und Konzepte von Studierenden und Hochschulabsolvent:innen sowie ab 2023 auch von Auszubildenden und Berufsschulabsolvent:innen ausgezeichnet. Die Produkte bzw. Dienstleistungen sollen Verbraucher:innen dabei unterstützen, sparsam mit Ressourcen umzugehen und zur Verbreitung eines ressourcenschonenden Konsumverhaltens beitragen. Der Nachwuchspreis wird alle 2 Jahre vergeben und ist mit insgesamt 3.000 Euro dotiert.

Weitere Informationen zum Nachwuchspreis finden Sie auf dieser Sonderseite.

Voraussetzungen für eine Bewerbung auf einen Blick
  • Sie sind Student:in oder Absolvent:in einer Hochschule aus NRW bzw. Auszubildende:r oder Absolvent:in einer Berufsschule in NRW.
  • Das Produkt bzw. die Dienstleistung ist für Verbraucher:innen konzipiert und unterstützt diese dabei, Ressourcen effektiv zu schonen.
  • Das Produkt bzw. die Dienstleistung ist noch nicht am Markt platziert.
  • Das Einreichen von Gruppenarbeiten sowie von Arbeiten, die im Rahmen von Abschlussprüfungen entstanden sind, ist möglich.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Kriterien

Mit dem Nachwuchspreis MehrWert NRW werden innovative Ideen junger Menschen prämiert, die einen Beitrag zur Verbreitung ressourcenschonender Lebensstile leisten. 

  • Das Produkt bzw. die Dienstleistung ist an Bedürfnissen von Verbraucher:innen ausgerichtet.
  • Das gewünschte ökologische Verhalten wird durch das Produkt bzw. die Dienstleistung leicht oder sogar unvermeidbar gemacht.
  • Die Nutzung des Produktes bzw. der Dienstleistung bietet Nutzer:innen eine positive Erfahrung.
  • In der Herstellung des Produkts bzw. der Bereitstellung der Dienstleistung wird auf Ressourcen verzichtet, deren Gewinnung im Normalfall mit negativen Umwelt- und Sozialfolgen behaftet ist.
  • Das Produkt ist langlebig, robust gebaut und lässt sich reparieren.
  • Durch die Nutzung von Produkt und Dienstleistung sowie bei der Entsorgung des Produkts wird Abfall reduziert oder ganz vermieden.

Für die Teilnahme ist es nicht erforderlich, dass Sie mit der Umsetzung Ihrer Idee bereits begonnen haben. Im Bewerbungsformular können Sie diese Information angeben – der Stand der Umsetzung entscheidet aber nicht über den Erfolg. Bei einem Produkt sollte jedoch ein Modell oder ein realitätsgetreuer Entwurf vorhanden sein.

Die Jury

Die Beurteilung der eingereichten Beiträge und die Entscheidung über die Preisträger:innen erfolgt durch eine Jury aus Expert:innen aus Verbraucherschutz, Politik und Wissenschaft. Für die Prämierten steht eine Gesamtsumme von 3.000 Euro zur Verfügung. Die Jury entscheidet, ob diese Summe auf einen, zwei oder drei Preisträger verteilt wird. Zusätzlich ist die Vergabe eines Sonderpreises möglich. Die Entscheidung der Jury kann nicht angefochten werden; der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Mitglieder der Jury 2023:

  • Dr. Carolin Baedeker, Stellv. Leiterin der Abteilung "Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren" und Co-Leiterin des Forschungsbereichs Innovationslabore am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
  • Dr. Dorothea Schostok, Leiterin des Referats "Nachhaltige Entwicklung, Koordinierung Nachhaltigkeitsstrategie NRW, Nachhaltige Bioökonomie" im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW
  • Katharina Burusig, Referat "Ernährungspolitik und nachhaltiger Konsum" im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW
  • Shia Su, Fernsehmoderatorin, Autorin und Bloggerin
  • Dr. Julia Tschesche, Mitglied der Geschäftsleitung der Effizienz-Agentur NRW
  • Elisabeth Leidinger, Direktorin des Beratungscenters Wirtschaftsförderung der NWR.BANK
  • Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW

Diese kreativen Produktideen wurden bereits mit dem Nachwuchspreis MehrWert NRW ausgezeichnet: 
Die Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre
Zu Bildern der Preisverleihungen 2017, 2019 und 2021

Ratgeber-Tipps

Ratgeber Einfach nachhaltig
Mehr Unabhängigkeit von Öl, Kohle und Gas. Der Abschied vom Verbrennungsmotor. Ein Aktionsprogramm zum natürlichen…
Straßenbahnhaltestelle mit digitalem Hinweisschild: "STREIK!"

Streik in NRW: Ihre Rechte in Bussen und Bahnen des ÖPNV

Verdi ruft zum Streik im öffentlichen Personen-Nahverkehr auf. Fahrgäste haben keinen Anspruch auf Beförderung oder Erstattung.
Fernwärme

Klageregister eröffnet: vzbv verklagt E.ON und HanseWerk Natur

Seit 2020 haben E.ON und HanseWerk Natur ihre Fernwärmepreise um ein Vielfaches erhöht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hält die Preiserhöhungen für rechtswidrig und verklagt die Unternehmen. Tragen Sie sich ins Klageregister ein, um an der Sammelklage teilzunehmen.
Justitia Gericht Urteil Recht

Klageregister eröffnet: Jetzt mitmachen bei Sammelklage gegen ExtraEnergie

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) verklagt den Anbieter ExtraEnergie. Es geht um enorme Preiserhöhungen um teilweise mehr als 200 Prozent. Mit der Sammelklage will der vzbv Rückzahlungen für Kund:innen erreichen.