Menü

Ratenvereinbarung beim Inkasso: Nicht alles akzeptieren!

Stand:

Wollen Schuldner die Gesamtforderung in Raten abstottern, lauern kostenträchtige Stolperfallen! Obendrein wird eine Vielzahl nachteiliger Regelungen untergeschoben - die man aber längst nicht alle akzeptieren muss.

Jemand untersucht Vertrag mit einer Lupe
Off

Angesichts knapper Kassen oder in Schockstarre wegen vermeintlich drohender Vollstreckungsmaßnahmen scheint das Angebot  des Inkassobüros zur Ratenzahlung oft wie ein rettender Strohhalm. Doch Achtung: In den Ratenzahlungsvereinbarungen wird  häufig festgeschrieben, dass Inkassobüros für die simple Festlegung, dass und in welcher Höhe Raten gezahlt werden können, zusätzliche Kosten veranschlagen dürfen. Die sind dann meist noch höher als die Kostenposition für die allgemeine Inkassotätigkeit. Bei einer Gesamtforderung bis 500 Euro können da nicht selten 81 Euro für den Abschluss einer einfachen und vorformulierten Ratenzahlungsvereinbarung zu Buche schlagen. Hier sollte man nichts unbedacht unterschreiben!

Und längst nicht alles, was in den Vereinbarungen vorgelegt wird, muss akzeptiert werden. Denn häufig sind diese gespickt mit Stolperfallen und nachteiligen Bedingungen. Mal ist darin vorgegeben, dass die Gesamtforderung akzeptiert wird - einschließlich Zinsen und der viel zu hohen Kosten -, mal räumt sich das Inkassobüro ein, die Forderung noch in 30 Jahren verlangen zu können. Auch wollen Inkassobüros über Lohnabtretungen in den Ratenzahlungsvereinbarungen ohne Gerichtsbeschluss auf Einkommen oder Lohn zugreifen. Solche Passagen sollten gestrichen werden. Allein die Art und Weise, wie die Forderung zurückgezahlt wird, gehört zwingend in diese Vereinbarung.

 


Was muss man akzeptieren?

Sie müssen nicht alles akzeptieren, was Ihnen ein Inkassobüro vorlegt. Die rot gekennzeichneten Punkte können Sie einfach durchstreichen. Nur den grünen müssen Sie hinnehmen - falls Sie die Forderung in Raten zahlen möchten. Dabei erklären wir auch, was die Punkte bedeuten bzw. welche Konsequenzen es haben kann, wenn man die Punkte akzeptiert.

"Mir ist bekannt, dass ich die genannte Forderung schulde, die zur Zeit einschließlich bisher entstandener Verzugszinsen und Kosten EUR ... beträgt."
Muss man das akzeptieren?
Sie erklären damit, dass Sie den gesamten geforderten Betrag akzeptieren. Wichtig ist, überhöhte Kosten und/oder Zinsen zu streichen und den korrekten Betrag einzusetzen.
Also: Nicht akzeptieren, durchstreichen!
"Ich verzichte auf die Einrede der Verjährung oder Verlängerung der Verjährungsfrist auf 30 Jahre."
Muss man das akzeptieren?
Damit darf das Inkassobüro die Forderung noch in 30 Jahren verlangen!
Also: Nicht akzeptieren, durchstreichen!
"Die Angaben zur Selbstauskunft mache ich freiwillig, um eine sachgerechte Entscheidung basierend auf meinen finanziellen Verhältnissen zu ermöglichen: ..."
Muss man das akzeptieren?
Sie liefern dem Inkassobüro damit detaillierte Informationen über Einkommen, Arbeitgeber und vieles mehr. Diese Daten können zu Ihrem Nachteil verwendet werden.
Also: Ignorieren, nicht ausfüllen!
"Ich verzichte auf die Möglichkeit einer Vollstreckungsgegenklage."
Muss man das akzeptieren?
Sie verzichten darauf, Ihre gesetzlich geregelten Schutzvorschriften zu nutzen!
Also: Nicht akzeptieren, durchstreichen!
"Zur Sicherung trete ich den pfändbaren Teil aller meiner Einkünfte (Lohn, Abfindung, Arbeitslosengeld, Rente, Krankengeld u.a.) an die Gläubigerin ab ..."
Muss man das akzeptieren?
Sie erlauben dem Inkassobüro damit, ohne Gerichtsbeschluss das Einkommen/den Lohn zu „pfänden“.
Also: Nicht akzeptieren, durchstreichen!
"Ich zahle den Gesamtbetrag in monatlichen Raten von EUR ___ jeweils zum 3. des Monats. Beginnend am ___."
Muss man das akzeptieren?
Nur das müssen Sie vereinbaren, wenn Sie die Forderung in Raten zahlen möchten: Die Art und Weise, wie die Forderung zurückgezahlt wird.
Also: Akzeptieren!
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12

Hier finden Sie einen Handzettel zum Download mit allen kommentierten Punkten einer Ratenzahlungsvereinbarung!