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Grundhochwasser: die unterschätzte Gefahr

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Auch Wochen nach Hochwasserereignissen kann Grundhochwasser noch zu Schäden an Gebäuden und zu überfluteten Kellern führen. Wie man sich schützen kann und wer im Zweifel für die Schäden haftet.

Keller von Wasser überflutet
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Mit anhaltenden Niederschlägen und Hochwasser steigt auch das unterirdische Grundwasser immer weiter an - selbst dann, wenn der sichtbare Wasserpegel längst wieder zurückgeht. Eine unsichtbare Gefahr für Hausbesitzer, die wohl genau deswegen häufig unterschätzt wird: Grundhochwasser.

Geht das Hochwasser, kommt das Grundhochwasser!

Durch Hochwasser verändert sich die Fließrichtung des Grundwassers. Anstatt zum Fluss hin, strömt es unterirdisch Richtung Land. Es entsteht Grundhochwasser, das selbst Wochen nach einem Hochwasserereignis und auch weit entfernt von Bächen und Flüssen noch Kellerräume überfluten kann.

Übersteigt das Grundhochwasser das Niveau des Kellerbodens, entstehen Auftriebskräfte, die von außen auf das Gebäude wirken. Dieser hohe Druck kann dazu führen, dass Kellerwände beschädigt werden und durch undichte Stellen Wasser in tiefliegende Räume eindringt. Schlimmstenfalls kann es zu Unterspülungen unter der Bodenplatte des Hauses kommen, was zu erheblichen Beeinträchtigungen der Statik führen kann.

Der Anstieg des Wasserspiegels im Kanalnetz kann zudem einen Rückstau zur Folge haben: Über brüchige und offene Hausanschlüsse kann Wasser bis ins Gebäudeinnere hineindrücken und tief liegende Räume überfluten

Ist mein Grundstück durch Grundhochwasser gefährdet?

Wollen Hauseigentümer wissen, ob ihr Grundstück vom Grundhochwasser gefährdet ist, fragen sie am besten direkt bei ihrer Stadt nach. Einige Gemeinden bieten eine adressgenaue Online-Suche, die die Gefährdungslage des eigenen Grundstücks auf entsprechenden Karten kennzeichnet.

Wie kann ich mich vor Grundhochwasser schützen?

  • Über brüchige und undichte Abwasserrohre kann Grundhochwasser auch aus Richtung der Kanalisation in Kellerräume eindringen. Intakte Abwasserleitungen und ein funktionierender Rückstauschutz können bei dichten Kellerwänden helfen, Kellerräume trocken zu halten.
  •  Verfügen Hauseigentümer über keine Rückstausicherung, sollten sie besonders bei Heizöltanks im Keller aufpassen: Sie müssen inklusive aller Anschlüsse und Öffnungen gegen Wassereintritt und Aufschwimmen abgesichert sein, damit kein Öl austreten kann und so zu Beschädigungen des Gebäudes und der Inneneinrichtung sowie zur Verunreinigungen der Umwelt führt. Ab dem 05.01.2018 sind Hausbesitzer verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren ihren Heizöltank hochwassersicher nachzurüsten.
  • Wertgegenstände sowie empfindliche und elektronische Geräte sollten Hausbesitzer nicht direkt auf dem Boden, sondern erhöht oder in oberen Stockwerken aufbewahren.

Wer haftet für Schäden durch Grundhochwasser?

  • Für alle Schäden durch Rückstau haften Grundstückseigentümer selbst.
  • Gegen Schäden durch Naturereignisse wie Starkregen, Überschwemmung oder Rückstau, kann aber eine Elementarschadenversicherung absichern. Diese greift allerdings nicht bei Schäden aufgrund von Grundwasser und Sturmflut.
  • Für die Haftungsfrage bei Wasserschäden ist also entscheidend, ob das Wasser bereits an die Oberfläche getreten ist und von dort in die Immobilie eindringt. Nur in diesem Fall wäre ein Schaden durch die Elementarschadenversicherung abgedeckt.
  • Schäden an Kraftfahrzeugen durch Überschwemmung sind oft von der Teilkaskoversicherung umfasst.