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Kfz-Versicherung: Mehrere hundert Euro sparen

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Zum Jahresende können die meisten Autobesitzer ihren Vertrag kündigen. Wichtig: Das Schreiben muss bis zum 30. November beim Versicherer sein. Daneben besteht ein Sonderkündigungsrecht, wenn die Beitragsrechnung spät eintrudelt und eine Beitragserhöhung beinhaltet.
  • Auch in diesem Herbst gilt: Wer die Gesellschaft wechselt, der kann bei der Haftpflicht- /Kaskoversicherung einiges sparen.
  • Seit Versicherer Tarife auch danach kalkulieren, ob das Auto in einer Garage übernachtet, schon mal Sohn oder Tochter am Steuer sitzen, und es auch belohnen, wenn der Kunde nach einem Unfall die vorgegebene Werkstatt aufsucht, ist es ratsam, sich die Konditionen des Tarifs und die Bedingungen des Vertrags penibel anzuschauen.
Eine beschädigte Autofront nach einem Unfall.
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Haftpflicht für 1.183 Euro oder 2.852 Euro

Die Preise der Gesellschaften differieren zum Teil erheblich. Wer vergleicht, der kann oftmals etliche hundert Euro sparen. Die Stiftung Warentest hat gerade aktuell für drei Modellkunden geschaut: Die 19-jährige Studentin in Würzburg zahlt für Haftpflicht mit Teilkasko bei der günstigsten Gesellschaft 1.183 Euro; die teuerste Versicherung will für den identischen Schutz tatsächlich gleich 2.852 Euro kassieren. Auch der 48-jährige Familienvater aus Berlin oder der Rentner aus Bonn können bei den von der Stiftung gemachten Vorgaben happig sparen.

Unterschiedliche Kündigungstermine

Zunächst sollten Sie prüfen Sie, ob Sie überhaupt zum 1. Januar kündigen können. Einige große Kfz-Versicherer sind nämlich dazu übergegangen, das Versicherungsjahr wieder genau an dem Tag beginnen zu lassen, an dem das Fahrzeug angemeldet wurde. Damit ist eine Kündigung zum 31. Dezember nur möglich, wenn das Versicherungsjahr am 1. Januar begonnen hat. Hat es etwa am 1. Oktober angefangen, können Sie nur zum 30. September kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel einen Monat.

Extreme Rückstufungen

Ratsam ist, sich die Klauseln genau anzuschauen, bevor Sie den Antrag abschließen. Sonst kann es zum Beispiel nach einem Unfall zu einer sehr teuren Überraschung kommen. Denn es gibt mittlerweile Anbieter, die wegen eines Schadens extreme Rückstufungen vornehmen. Dann wird das vermeintliche Versicherungsschnäppchen schnell zu einer teuren Belastung.

Schadenfreiheitsklasse sichern

Unbedingt sollten Sie sich von der bisherigen Versicherung schriftlich bestätigen lassen, welche Schadensfreiheitsklasse (SF-Klasse) sie dem neuen Anbieter melden wird. In der Vergangenheit erreichten uns Beschwerden, nach denen der alte Versicherer der neuen Gesellschaft eine ungünstigere Einstufung genannt hat, als sie tatsächlich in der Beitragsrechnung vermerkt war. Die Begründung der Versicherung: Es habe sich um eine interne SF-Klasse gehandelt, die so nicht auf den Vertrag beim Folgeversicherer übertragen werden könne.

Drohende Vertragsstrafen

Die Versicherer winken mit einer Vielzahl an Nachlässen: etwa für Allein- und Wenigfahrer oder Garagenfahrzeuge. Prüfen Sie, ob Sie dauerhaft die Versicherungsvorschriften erfüllen können, wenn Sie Rabatte vereinbaren, die sich an ihrem persönlichen Verhalten orientieren. Preisnachlässe sollte man nur dann in Anspruch nehmen, wenn die jeweiligen Voraussetzungen dauerhaft zu gewährleisten sind. Stellt sich zum Beispiel nach einem Unfall heraus, dass die vertraglich vereinbarte Kilometer-Pauschale überschritten ist, so kann sich die Beitragsersparnis durch Vertragsstrafen ins Gegenteil verkehren.

Schwierigkeiten bei hochpreisigen Modellen

Kündigen sollten Sie in Einzelfällen nur, wenn Sie bei anderen Gesellschaften abgeklärt haben, ob Sie Ihr Auto dort in der Haftpflicht mit Versicherungssummen von 50 oder 100 Millionen und auch im Kaskobereich versichern können. Normalerweise ist der Wechsel kein Problem. Schwierig werden kann es aber bei hochpreisigen und ausgefallenen Modellen, vor allem beim Kaskoschutz.

Höhere Rechnung als erwartet

Fällt im Januar die Rechnung für den neuen Vertrag wider Erwarten höher aus als zunächst mit dem neuen Anbieter vereinbart, dann sollten Sie den Beitrag unter Vorbehalt dennoch vollständig zahlen. Andernfalls riskieren Sie den Versicherungsschutz. Durch eine Zahlung unter Vorbehalt erkennen Sie den Betrag nicht als bindend an. Sie können danach noch eingehend prüfen und Geld zurückfordern.