Spielschleim

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Mein Sohn hat auf einem Kindergeburtstag grünen Spielschleim geschenkt bekommen. Eine Freundin sagte mir, als sie meinen Sohn damit spielen sah, dass Spielschleim für Kinder gefährlich sei, weil er Schadstoffe enthalte. Stimmt das? Wird Spielzeug in Deutschland denn nicht kontrolliert?

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Der Verdacht Ihrer Freundin ist leider berechtigt: Viele Spielschleime überschreiten seit Jahren die Grenzwerte für die Freisetzung von Bor von 300 mg/kg in flüssigem Spielzeug.

Ob auch der Spielschleim Ihres Sohnes gefährliche Mengen an Borsäure oder deren Salzen freisetzt, wissen wir leider nicht. Sie könnten in den RAPEX-Warnmeldungen (das ist eine europäische Datenbank beanstandeter Produkte) nachsehen, ob es zu diesem Spielschleim eine Warnmeldung gibt. Dort können Sie den Namen oder die Marke Ihres Spielschleims eingeben. Wenn das Spielzeug Ihres Sohnes dort nicht gelistet ist, bedeutet das aber nicht notwendigerweise, dass der Spielschleim die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, vielleicht ist er auch nicht von den Behörden überprüft worden.

Wenn Kinder zu viel Borsäure oder Salze der Borsäure aufnehmen z.B. durch Verschlucken oder Hautkontakt, kann das ihre Fruchtbarkeit im späteren Leben schädigen. Außerdem können diese Stoffe das ungeborene Kind schädigen.

Die gesetzlichen Regelungen in Bezug auf Spielzeug sind nicht so streng, wie einige Verbraucher*innen annehmen. Spielzeuge gelangen in die Geschäfte oder den Online-Handel, ohne dass ein Nachweis von unabhängiger Stelle verlangt wird, ob diese die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Marktüberwachungsbehörden überprüfen stichprobenartig nur einen kleinen Teil der Spielzeuge.

2019 gab es ein EU-weites Projekt zur Überwachung von Spielschleim an dem 29 Länder teilnahmen. Ein fünftel der 195 getesteten Schleimmassen hätte nicht verkauft werden dürfen, weil der Grenzwert für die Borfreisetzung überschritten wurde.

Die Stiftung Warentest kaufte 2018 fünf verschiedene Spielschleime im Internet und alle setzten zu viel Borsäure frei. Öko-Test wies ebenfalls 2018 in allen überprüften Spielschleimen Borverbindungen nach, in 7 von 11 wurde der gesetzliche Grenzwert zu mehr als 50 Prozent ausgeschöpft.

Falls Ihr Kind gerne mit Spielschleim spielt, hat die Stiftung Warentest hier ein Rezept veröffentlicht, wie sich Spielschleim aus essbaren Zutaten einfach selbst herstellen lässt. Weitere Informationen rund um das Thema Spielzeug finden sie auf unserer Internetseite.

Quellen:

Dieser Beitrag ist Teil des kostenlosen Angebots "Schadstoffberatung - Sie fragen, wir antworten". Haben Sie auch eine Frage zu Schadstoffen in Haushalt, Kleidung oder einem bestimmten Produkt? Schreiben Sie uns!