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Wie viel kosten Wahlleistungen?

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Die Kosten für Wahlleistungen variieren stark. Damit der Krankenhausaufenthalt nicht zur Kostenfalle wird: Informieren Sie sich vorab über die Kosten und wählen Sie mit Bedacht aus!

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Sofern Sie als Patient eine Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer wünschen sollten Sie sich im Vorfeld informieren, wie teuer eine solche Unterkunft in dem jeweiligen Krankenhaus ist. Krankenhäuser bestimmen diese Kosten in der Regel selbst und rechnen in Tagessätzen ab. Allerdings gibt es gesetzliche Vorgaben (Krankenhausentgeltgesetz), wonach die Kosten in keinem unangemessenen Verhältnis zu der angebotenen Leistung stehen dürfen. Eine Empfehlung für die Kosten der Unterkunft gibt die Vereinbarung zwischen dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) und der Deutschen Krankenhausgesellschaft).

Als Patient können Sie frei wählen, welche Wahlleistungen Sie haben möchten. Sie können sich für eine einzelne Wahlleistung entscheiden, z.B. die Unterkunft in einem Ein-Bettzimmer. Sie können aber auch mehrere Wahlleistungen nebeneinander wählen, z.B. Unterkunft in einem Zweibettzimmer und Wahl- bzw. Chefarztbehandlung.

Wichtig: Wenn Sie sich für eine Wahlarztbehandlung z. B. die Chefarztbehandlung im Krankenhaus entscheiden, so können Sie diese nicht auf einzelne Ärzte Ihrer Wahl beschränken. Eine Vereinbarung über wahlärztliche Leistungen erstreckt sich nämlich auf alle an Ihrer Krankenhausbehandlung beteiligten Ärzte, einschließlich der von diesen Ärzten beauftragten Leistungen weiterer Wahl- oder Chefärzte sowie ärztlich geleiteten Einrichtungen, z. B. Labore, außerhalb des Krankenhauses.

Hier kann eine Kostenfalle drohen, da bei Aufnahme im Krankenhaus und Abschluss der Wahlleistungsvereinbarung für Sie unter Umständen noch nicht absehbar ist, wie viele Chefärzte im Laufe Ihres stationären Aufenthalts an Ihrer Behandlung beteiligt sein werden.

Beispiel: Im Rahmen eines operativen Eingriffs durch den Chefarzt der Gynäkologie kommt es bei der Patientin zu Kreislaufproblemen und schweren Herzrhythmusstörungen in deren Folge noch während der Operation der Chefarzt für Kardiologie hinzugezogen werden muss.

Wenn Sie sich für die Inanspruchnahme von Wahlleistungen entscheiden, dann wird ein schriftlicher Vertrag (Wahlleistungsvereinbarung) zwischen Ihnen und dem Krankenhaus geschlossen. Nach Beendigung des Krankenhausaufenthalts werden Ihnen die vereinbarten Wahlleistungen in Rechnung gestellt.

Bei der Wahlleistung "Unterkunft" bekommen Sie eine oder mehrere Rechnungen vom Krankenhaus. Abgerechnet wird nach der Anzahl der Tage.

Der Tag der Entlassung wird normalerweise nicht berechnet.

Bei der Wahlleistung "Chefarzt" bekommen Sie Rechnungen von jedem Chefarzt/Wahlarzt, der an Ihrer Krankenhausbehandlung beteiligt war. Die Berechnung der ärztlichen und medizinischen Wahlleistungen richtet sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), es dürfen keine Pauschalhonorare berechnet werden. Rechnungen über wahlärztliche Leistungen sind um 25% zu ermäßigen. Handelt es sich um Rechnungen externer Wahlärzte, d.h. Ärzte, die von Wahlärzten im Krankenhaus, in dem sich der Patient befindet, beauftragt wurden, so sind diese um 15% zu ermäßigen.

Bei der Erstellung und dem Versand von Rechnungen für Wahlleistungen haben Krankenhäuser wie Chef-/Wahlärzte die Möglichkeit, diese Tätigkeit an eine externe Abrechnungsstelle abzugeben. Hierbei kommt es regelmäßig auch zur Weitergabe personenbezogener Daten, die gem. § 17 Abs. 3 Krankenhausentgeltgesetz nur mit Einwilligung des betroffenen Patienten an die beauftragte Abrechnungsstelle außerhalb des Krankenhauses übermittelt werden dürfen.