Fertigteige, Backmischungen oder Selbstgemachtes

Stand:

Das Wichtigste in Kürze

  • Fertigteige für die Weihnachtsbäckerei enthalten einige Zusatzstoffe und hochverarbeitete Zutaten.
  • Backmischungen müssen durch frische Zutaten ergänzt werden und sparen nicht viel Zeit.
  • Weihnachtsplätzchen nach eigenen Rezepten zu Hause selber backen gehört besonders für Kinder zur Vorbereitung auf das Fest.
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In den nächsten Wochen verwandeln sich viele Küchen in emsige Backstuben. Lebensmittelhersteller bieten ein reichhaltiges Angebot an Fertigteigen und Backmischungen für die Weihnachtszeit an. Allerdings entsprechen die Zutaten der Produkte zum Anrühren und Abbacken oft nicht dem, was ein gutes Weihnachtsgebäck ausmacht:

Fertigteige:

Die Teigblöcke aus der Kühltheke können zwar fix in Keksscheiben geschnitten oder als Plätzchen ausgerollt und dann in den Backofen geschoben werden. Die backfertigen Rollen oder Platten enthalten jedoch im Gegensatz zu selbst hergestelltem Teig viele hochverarbeitete Zutaten und Zusatzstoffe: Emulgatoren, Feuchthalte- und Antioxidationsmittel etwa dienen dazu, Fertigteige zu binden und fester sowie haltbarer zu machen. Klassische Zutaten wie Eier und Zucker werden durch industriell hergestelltes Volleipulver und einen Mix aus Süßungsmitteln ersetzt. Die Verwendung von Zuckerarten wie Laktose, Glukosesirup, Haushaltszucker oder Fruktose ist verwirrend für Verbraucher, da diese Zutaten nicht eindeutig als Süßungsmittel und Dickmacher erkennbar sind. Vanille aus der Schote findet sich kaum in den Rezepturen. Stattdessen werden häufig Aromen –zum Beispiel aus pflanzlichen Rohstoffen wie Holz - oder auch künstliche Aromastoffe eingesetzt. Statt Butter, wie auf einigen Packungen angepriesen, enthält die Ausroll- und Ausstechware vor allem pflanzliche Ersatzfette –etwa Palmfett und Rapsöl. Auch der Anteil an Schokolade, Kakao und Nüssen ist bei den Teigen zum Abbacken eher gering.

 

Backmischungen:

Der Mix in Trockenprodukten besteht oft nur aus Mehl, Zucker und Backpulver. Dieses Trio gibt es meist einzeln zu Hause im Vorratsschrank. Zucker, Mehl und Backpulver lassen sich leicht selbst abwiegen und mit Butter und Eiern zu einem eigenen Teig verkneten. Es gibt daher keinen Grund, Backmischungen beim Plätzchenbacken zu verwenden. Einige Zucker-Mehl-Mixe erhalten erst durch Zuckerguss, süße Perlen, Streudekor oder bedruckte Backoblaten ein passendes Weihnachts-Outfit. Dieser Back-Spaß hat dann aber auch seinen Preis.

 

Weihnachts-Muffins:

Die kleinen, runden, in Förmchen gebackenen Kuchen werden ebenfalls als Backmischung mit besonderer Weihnachtsausstattung angeboten. Beim Backen sollte man jedoch besser auf Papierförmchen mit aufgedruckten goldenen Sternen oder bunten Kugeln verzichten, da die hierfür verwendeten Farben im Verdacht stehen, gesundheitsschädliche Substanzen im Gebäck zu hinterlassen. Sicherer ist es, weiße, unbedruckte Förmchen zu verwenden. Die beliebten Mini-Kuchen können auch ohne unterlegtes Papier in einer gefetteten Muffinform gebacken werden.

 

Selbstgemachte Plätzchen:

Gemeinsames Plätzchenbacken in der Vorweihnachtszeit ist eine prima Gelegenheit, um Kindern beim Spaß am Ausstechen und Verzieren einfache Kenntnisse und Fertigkeiten in der Küche zu vermitteln. Zutaten wie Mehl, Zucker, Butter, Eier, Nüsse, Vanille oder Zimt zu einem Plätzchenteig zu verarbeiten ist kinderleicht. Wer hochwertige Zutaten wie Butter und Vanille und dazu Mandeln und Haselnüsse verwendet, zahlt zwar meist ein wenig mehr. In puncto Qualität können selbstgemachte Plätzchen den Konkurrenztest mit den Fertigprodukten aus dem Supermarkt jedoch spielend bestehen.

 

Gebäck länger haltbar machen:

Besonders das Backen von Weihnachtsplätzchen ist in der Adventszeit beliebt. Allerdings geht die weihnachtliche Zeit schnell vorbei und oft bleiben viele Plätzchen, Schokoladennikoläuse oder Stollen übrig. Damit diese Lebensmittel nicht schlecht werden, können diese mit ein paar einfachen Tricks länger haltbar gemacht werden. Plätzchen bleiben länger frisch, wenn sie in einer Dose oder einem Glas mit der gleichen Sorte aufbewahrt werden. Zum Aufbewahren oder auch zum Verschenken von selbstgebackenen Keksen eignen sich verschließbare Gläser. Das können auch alte, ausgespülte Marmeladen- oder Kirschgläser sein. Sollte in den Marmeladengläsern noch Reste enthalten sein, so können diese auch für das Rezept  von Engelsaugen verwendet werden.
Sie sollten möglichst bei Raumtemperatur gelagert werden. Unter diesen Bedingungen halten Zimtsterne bis zu vier Wochen, Vanillekipferl und Heidesand halten bis zu drei Wochen und Florentiner eine Woche.Kühl gelagerte Plätzchen halten sich in der Regel noch länger. Stollen sollten in ein Leinentuch gewickelt und in einer Dose verschlossen werden. So bleibt er besonders lange frisch.

 

Reste sinnvoll verwerten:

Kuchen, Früchtebrot oder Kekse, die zerbrochen oder eingefallen sind, sollten nicht sofort weggeworfen werden. Denn die „Bruchstücke“ können kreativ weiter verwendet werden. Zerbrochene Kekse können als Streusel für einen Kuchen verwendet werden. Ein zerbrochener Biskuitteig kann als Boden für Tiramisu verwendet werden. Schokonikoläuse und andere Schokofiguren eignen sich gut als Zutat für Schokoladenmuffins und übrig gebliebene gehackte Nüsse dienen als Garnitur. Übrig gebliebene Zutaten sollten luftdicht verschlossen werden, denn so bleiben sie länger haltbar. Noch besser ist es, übrig gebliebene gehackte oder gehobelte Nüsse möglichst direkt weiter zu verwenden, denn dann schmecken sie am besten. In der Pfanne kurz angeröstet schmecken sie im Müsli, Schichtdessert oder über gegarten Brokkoli gestreut. Einige Zutatenreste können auch im Rezept vieler Kuchen ergänzt werden wie beispielsweise im Marmorkuchen.

 

Hier gibt es Anleitungen zum Nachbacken von Vanillekipferln, Butterplätzchen, Haferflockenplätzchen, Makronen und Spritzgebäck.