Haferflocken regelmäßig essen: Sind Haferflocken gesund?

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Sie essen gern Haferflocken zum Frühstück? Gut so! Die Verbraucherzentralen erklären, welche positiven Effekte Haferflocken für Ihre Gesundheit haben und was Sie beachten sollten.
Eine Schale Haferflocken

Das Wichtigste in Kürze:

  • Haferflocken liefern Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Sie verbessern Verdauung, Herz-Kreislauf-System und Blutzuckerspiegel.
  • Täglich etwa 70 Gramm Haferflocken (etwa 7 Esslöffel) können den Cholesterinspiegel senken.
  • Haferflocken schaden der Darmflora nicht. Die Ballaststoffe fördern gesunde Darmbakterien und machen lange satt.
  • Milch oder Wasser? Beide Varianten sind gesund.
  • Bio-Haferflocken enthalten seltener Pestizidrückstände als konventionelle Produkte.
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Was sind Haferflocken und wie werden sie hergestellt?

Haferflocken entstehen aus gepressten Haferkörnern. Die Körner werden gereinigt, gedämpft und gewalzt. 

Es gibt kernige Haferflocken aus ganzen Körnern und zarte Haferflocken aus kleingeschnittenen Körnern. Beide enthalten die gleichen Nährstoffe und sind immer Vollkorn.

Nährwerte und Inhaltsstoffe: Welche Nährstoffe und Vitamine stecken in Haferflocken?

Pro 100 Gramm liefern Haferflocken etwa 350 Kilokalorien und enthalten:

  • Kohlenhydrate: circa 60 Gramm, meist komplex
  • Eiweiß: etwa 13 Gramm pflanzliches Protein
  • Fett: rund 7 Gramm, überwiegend ungesättigt
  • Ballaststoffe: circa 10 Gramm, unter anderem Beta-Glucan
  • Vitamine: B1, B2, B6 und Folsäure
  • Mineralstoffe: Magnesium, Eisen, Zink und Kalium.

Besonders wertvoll ist Beta-Glucan, ein löslicher Ballaststoff mit vielen gesunden Eigenschaften.

Welche gesundheitlichen Vorteile haben Haferflocken? 

Haferflocken verbessern die Verdauung und Darmgesundheit

Die Ballaststoffe der Haferflocken fördern die Darmtätigkeit und beugen Verstopfungen vor. Sie quellen im Darm auf und erhöhen das Stuhlvolumen. Die Darmbewegung kommt in Gang. 

Wichtig: Die Behauptung, Haferflocken schadeten der Darmflora, ist wissenschaftlich nicht belegt. Die Ballaststoffe wirken als Präbiotika und nähren gesunde Darmbakterien. Bei ausgewogener Ernährung vertragen die meisten Menschen Haferflocken sehr gut.

Trinken Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich. Ballaststoffe wirken, indem sie viel Flüssigkeit binden. Zu geringe Trinkmengen können zu Verstopfung führen.

Haferflocken helfen bei Diabetes und stabilisieren den Blutzucker

Die komplexen Kohlenhydrate der Haferflocken werden langsam verdaut. Der Blutzucker steigt dadurch gleichmäßig ohne starke Schwankungen. Das hilft besonders Menschen mit Diabetes Typ 2 oder Prädiabetes. 

Haferflocken Kalorien und Sättigung: Warum sie beim Abnehmen helfen

Ballaststoffe, Proteine und komplexe Kohlenhydrate sättigen lang anhaltend. Beta-Glucan quillt im Magen auf und verzögert die Magenentleerung. Das verhindert Heißhungerattacken und hilft, die Kalorienzufuhr zu kontrollieren.

Mit 350 Kilokalorien pro 100 Gramm sind Haferflocken zwar durchaus gehaltvoll, durch den guten Sättigungseffekt und die hohe Nährstoffdichte sind sie dennoch eine gute Wahl, auch für Personen, die ihr Gewicht reduzieren wollen.

Haferflocken sind gut fürs Herz

Beta-Glucane können den LDL-Cholesterinspiegel senken und damit das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle vermindern. Außerdem enthalten Haferflocken Antioxidantien wie Avenanthramide, die Entzündungen hemmen. Magnesium und Kalium unterstützen die Herzfunktion und regulieren den Blutdruck.

Haferflocken können den Cholesterinspiegel senken

Wenn Sie einen erhöhten LDL-Cholesterinspiegel haben, können Haferflocken dabei unterstützen, diesen zu senken. Ab ca. drei Gramm Beta-Glucan täglich können messbare Effekte auftreten. Beta-Glucan bindet Gallensäuren im Darm. Der Körper muss mehr Cholesterin für neue Gallensäuren verwenden, wodurch der Cholesterinspiegel sinkt.

Drei Gramm Beta-Glucan sind in etwa 70 Gramm Haferflocken enthalten. Diese Menge ist für die meisten Menschen für ein Frühstück zu groß, insbesondere wenn die Haferflocken noch mit weiteren Zutaten kombiniert werden. Haferkleie enthält mehr Beta-Glucan als Haferflocken, sodass ca. 40 Gramm täglich ausreichen, um den Cholesterinspiegel zu senken. Natürlich ist es auch möglich, beide Lebensmittel zu kombinieren und über mehrere Mahlzeiten verteilt aufzunehmen.

Sollte man täglich Haferflocken essen?

Personen mit einem erhöhten LDL-Cholesterinspiegel können davon profitieren, täglich drei Gramm Beta-Glucan in Form von Haferflocken oder Haferkleie aufzunehmen. 

Für alle anderen gilt: Haferflocken haben viele wertvolle Inhaltsstoffe und sind ein sehr empfehlenswertes Lebensmittel. Wichtig ist aber auch eine abwechslungsreiche und bunte Ernährung. Versuchen Sie täglich, Vollkorngetreide zu essen und nutzen Sie die Vielfalt der Lebensmittelgruppe: neben Haferflocken eignen sich für Müsli, Porridge & Co zum Beispiel auch Dinkel-, Gersten-, Weizen- oder Roggenvollkornflocken. Auch gepuffter Quinoa oder Amaranth sind nährstoffreich und lecker. 

Wichtig ist eine abwechslungsreiche Auswahl nährstoffreicher Lebensmittel und nicht der tägliche Konsum eines ganz bestimmten Lebensmittels.

Haferflocken mit Milch oder Wasser zubereiten?

Beide Varianten haben Vorteile:

Mit Milch:

  • Liefert zusätzliche Nährstoffe wie Calcium und Protein
  • Schmeckt cremiger und voller
  • Enthält mehr Kalorien
  • Alternativen: Hafer-, Mandel- oder Sojadrink

Mit Wasser:

  • Schmeckt neutraler, Toppings kommen besser zur Geltung
  • Weniger gehaltvoll

Empfehlung: Für ein nährstoffreiches Frühstück wählen Sie Milch, Joghurt oder einen angereicherten Pflanzendrink.

Wie isst man Haferflocken am gesündesten?

  1. Verzichten Sie auf gezuckerte Fertigmischungen und aromatisierte Instant-Varianten.
  2. Mit nährstoffreichen Toppings:
    - Frisches Obst, Nüsse und Samen
    - Nussmuse
    - Gewürze wie Zimt oder Kardamom
  3. Süßen Sie sparsam: mit Obst oder zum Beispiel einem Teelöffel Honig oder Zuckerrübensirup.
  4. Als Overnight Oats eingeweicht – gequollene Haferflocken sind leichter verdaulich, und die Nährstoffe werden besser aufgenommen. Der Grund: Im Hafer ist Phytinsäure enthalten. Sie bindet einen Teil der Mineralstoffe, sodass der Körper sie nicht aufnehmen kann. Durch das Einweichen wird die Phytinsäure jedoch teilweise abgebaut. Wer die Haferflocken stattdessen zu Porridge kocht, verbessert zwar ebenfalls die Verdaulichkeit – den Phytinsäuregehalt senkt das Kochen jedoch nicht in gleichem Maße, weshalb die Nährstoffe weniger gut verfügbar sind.
  5. Mit frischem Obst genießen

Bio-Qualität bevorzugen

Konventionelle Haferprodukte enthalten oft Pestizidrückstände wie Glyphosat. Bio-Haferflocken enthalten deutlich weniger oder keine Rückstände.

Haben Haferflocken Nebenwirkungen?

Verdauungsbeschwerden

Bei plötzlicher Umstellung können anfangs Blähungen oder Völlegefühl auftreten. Steigern Sie die Menge langsam und trinken Sie ausreichend.

Unverträglichkeiten

Haferflocken sind von Natur aus glutenfrei, können aber bei der Verarbeitung mit glutenhaltigem Getreide in Kontakt kommen. Menschen mit Zöliakie sollten auf zertifiziert glutenfreie Haferflocken achten.

Einseitige Ernährung

Haferflocken sollten Teil einer ausgewogenen Ernährung sein, diese aber nicht ersetzen. Essen Sie möglichst abwechslungsreich.

Haferflocken Rezepte: Zubereitungsideen

  • Klassisches Porridge: 50 Gramm Haferflocken mit 200 Milliliter Flüssigkeit aufkochen, mit Obst und Nüssen garnieren.
  • Overnight Oats: Haferflocken über Nacht in Milch, Joghurt oder pflanzlichen Alternativen einweichen, morgens mit Früchten verfeinern.
  • Müsli: Haferflocken mit Naturjoghurt, Beeren und einem Teelöffel Nussmus mischen.
  • Herzhaft: Haferflocken mit Gemüsebrühe kochen und mit Gemüse, Ei oder Avocado kombinieren.
  • Käse-Hafer-Frikadellen

Häufige Fragen zu Haferflocken

Stimmt es, dass Haferflocken die Darmflora kaputt machen?

Haferflocken schaden der Darmflora nicht. Die Ballaststoffe wirken als Präbiotika und fördern gesunde Darmbakterien. Kritische Stimmen beziehen sich oft auf Phytinsäure, die die Aufnahme mancher Mineralstoffe leicht reduziert. Phytinsäure kommt in vielen empfehlenswerten Lebensmitteln vor, deren positive Eigenschaften beiweitem überwiegen. 

Was ist besser: Haferflocken mit Wasser oder Milch?

Beide Varianten haben Vorteile. Milch liefert mehr Calcium und Protein, enthält aber mehr Kalorien. 

Warum wird vor Haferflocken gewarnt?

Diese Warnungen basieren meist nicht auf Wissenschaft. Die wissenschaftliche Evidenz für Haferflocken ist überwältigend positiv. Vertrauen Sie seriösen Quellen.

Wie isst man Haferflocken am gesündesten?

Essen Sie naturbelassene Haferflocken ohne Zuckerzusatz mit nährstoffreichen Toppings wie Obst oder Nüssen. Lassen Sie sie quellen – gequollene Haferflocken sind leichter verdaulich. Ergänzen Sie weitere Nährstoffquellen z.B. durch Joghurt, Quark oder Nussmus.

Ist es gut, jeden Tag Haferflocken zu essen?

Regelmäßiger Verzehr fördert die Verdauung, stabilisiert den Blutzucker, sättigt lang anhaltend und fördert eine gesunde Darmflora. Täglich etwa 70 Gramm Haferflocken können den Cholesterinspiegel senken. 

Ist Buchweizen besser als Haferflocken?

Buchweizen ist nicht besser, sondern ebenfalls eine gute Alternative. Er ist glutenfrei und hat eine sehr gute Proteinqualität, weil alle essentiellen Aminosäuren enthalten sind. Haferflocken punkten mit Beta-Glucan für die Herzgesundheit. Für eine gute Nährstoffversorgung ist eine bunte und abwechslungsreiche Ernährung die beste Wahl.
 

Was ist gesünder: Haferflocken oder Grießbrei?

Haferflocken sind nährstoffreicher. Sie enthalten deutlich mehr Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe, darunter das wertvolle Beta-Glucan. Die Sättigungswirkung der Haferflocken ist deutlich besser. Grießbrei wird im Gegensatz zu Haferflocken meist nicht aus Vollkorn hergestellt.