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So prüfen Sie Ihre Warmwasser-Abrechnung

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Bezahlen Sie (zu) viel für Ihr warmes Wasser? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Heizkostenabrechnung richtig lesen und überprüfen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei zentralen Warmwasseranlagen in Mehrfamilienhäusern sind Wärmemengenzähler Pflicht.
  • Mieter ohne Warmwasserzähler dürfen die Warmwasserkosten pauschal um 15 Prozent kürzen.
  • Mit einer Formel können Sie Ihre Kosten ermitteln.
Warmwasserzähler
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Wärmemengenzähler und Warmwasserzähler

Wie viel bezahlen Sie für Ihr warmes Wasser? Das verrät Ihnen Ihre Heizkostenabrechnung. Hier finden Sie die Kosten für Heizung und Warmwasser. Ebenfalls Pflicht sind geeichte Wärmemengenzähler für zentrale Warmwasseranlagen in Mehrfamilienhäusern, nach deren Messwerten die Kosten der Heizung und Wassererwärmung voneinander getrennt werden. Gibt es einen Warmwasserzähler für Ihre Wohnung, können Sie Ihren persönlichen Verbrauch mit einem Blick darauf feststellen und den Wert mit Ihrer Heizkostenabrechnung abgleichen.

Gibt es im Mietshaus keinen Wärmemengenzähler, weil der Aufwand für die Installation für den Vermieter "unzumutbar hoch" wäre, schreibt die Heizkostenverordnung (HKVO) eine Formel vor, nach der der Warmwasserverbrauch berechnet werden muss. Mit dieser Formel können Sie ebenfalls überprüfen, ob Ihre Abrechnung korrekt ist. Unabhängig davon gilt: Wenn für Ihre Wohnung kein Warmwasserzähler installiert ist, dürfen Sie als Mieter Ihren Anteil an den Gesamt- Warmwasserkosten jährlich pauschal um 15 Prozent kürzen (§ 12 Absatz 1 HKVO).

So prüfen Sie selbst Ihre Heizungsabrechnung

In unserer Musterrechnung finden Sie unter Punkt 1 in den beiden rechten Spalten "Ihre Einheiten" und "Ihre Kosten" die gesuchten Informationen. In diesem Beispiel ist die Wohnung 100 m² groß und der Haushalt verbraucht 64 m³ Warmwasser. Dafür bezahlt er insgesamt 449,04 Euro (90 Euro + 359,04 Euro). Aber wie kommt diese Summe zustande? Und stimmt sie auch?

Beispiel einer Heizkostenabrechnung

Um das herauszufinden, müssen Sie in der Musterrechnung zwei Schritte zurückgehen. Unter Punkt 2 sind Verbrauch und Kosten für Heizung und Warmwasser noch zusammen aufgeführt: 8.500 Liter Öl für insgesamt 5.450 Euro inklusive weiterer Kosten.

Berechnung mit Wärmemengenzähler

Ist der vorgeschriebene Wärmemengenzähler installiert, ist dort abgelesen worden, wie viel Energie für Warmwasser benötigt wurde (Punkt 3). Um diesen Verbrauch ins Verhältnis zum Ölverbrauch zu setzen, wird der Heizwert benötigt (Punkt 4). Dieser gibt an, wie viele kWh aus einem Liter Öl gewonnen werden. Die verbrauchte Ölmenge wird also mit dem Heizwert multipliziert, um den Gesamtenergieverbrauch zu erhalten. Dann wird ermittelt, welchen Anteil an diesem Gesamtenenergieverbrauch das Warmwasser hatte: (Punkt 5) 18.750 kWh / 85.000 kWh = 22,06 Prozent

Berechnung ohne Wärmemengenzähler

Achtung: Fehlt ein Wärmemengenzähler, wird eine vorgegebene Formel genutzt, um den Energieverbrauch für Warmwasser zu errechnen. Die Kostentrennung geschieht dann wie folgt:

Formel für die Kostentrennung

Um zu ermitteln, wie viel Öl benötigt wurde, um das verbrauchte Wasser für die gesamte Wohnanlage zu erwärmen, wird folgende mathematische Formel genutzt:

B=(2,5 x V x (t-10))/Hi (Punkt 3a)

Darin steht das V für die Warmwassermenge, das t für die Temperatur des zentral erwärmten Wassers und Hi für den sogenannten Heizwert des Öls. Einfluss haben Sie hier nur auf die Verbrauchsmenge – Ihre Duschtemperatur etwa spielt keine Rolle.

Angewandt auf die Daten des Beispiels sieht die Formel so aus:

B= 2,5 x 150 m³ x (60-10)/10 = Erforderliche Menge Öl, um das Wasser zu erwärmen (Punkt 4a)

B = 1.875 Liter Öl.

Das entspricht 22,06 Prozent des Gesamt-Ölverbrauchs (Punkt 5a)

Ab dem nächsten Schritt geht die Rechnung weiter wie in der Variante mit Wärmemengenzähler (Punkt 6).

Aufteilung nach Wohnungsgröße und Verbrauch

Wie sich diese Aufteilung auswirkt, zeigt ein Blick auf die Musterrechnung (Punkt 7). Dort finden Sie in der ersten Spalte die errechneten "Kosten für Warmwasser" wieder: 1.202,21 Euro.

Da hier die Verbrauchskosten mit 70 Prozent angesetzt sind, lautet die Rechnung:

0,7 x 1.202,21 Euro = 841,54 Euro Verbrauchskosten für Warmwasser

Kombiniert mit dem gemessenen Gesamt-Warmwasserverbrauch von 150 Kubikmetern im ganzen Haus lassen sich daraus die Kosten pro Kubikmeter ermitteln: 841,54 Euro/150 m³ = 5,61 Euro (Punkt 8)

Mit diesen Daten kann der Muster-Haushalt nun seine Verbrauchskosten nachvollziehen:
  • Persönlicher Verbrauch: 64 m³ (am eigenen Warmwasserzähler abgelesen)
  • Persönliche Verbrauchskosten: 64 m³ x 5,61 Euro/m³ = 359,04 Euro

Bei den Grundkosten ist der Rechenweg ähnlich.

Zunächst werden die Gesamt-Grundkosten für das ganze Haus ermittelt:

  • 0,3 x 1.202,21 Euro = 360,66 Euro
  • Dann werden sie umgelegt auf die gesamte Wohnfläche: 360,66 Euro/400 m² = 0,90 Euro/m2

Die Wohnung des Musterhaushalts hat eine Fläche von 100 m², deshalb ergibt sich:

  • 100m² Wohnfläche x 0,90 Euro/m² = 90,00 Euro

Die Summe der persönlichen Verbrauchskosten und der persönlichen Grundkosten ergibt dann die Gesamtkosten für den Haushalt:

  • 359,04 Euro + 90,00 Euro = 449,04 Euro.