Datenauskunft: So erfahren Sie, was Unternehmen über Sie wissen

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Welche Infos haben Firmen über Sie? Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gibt Ihnen das Recht auf Auskunft zu dieser Frage. Unsere Beispiele zeigen, wie Sie vorgehen können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wenn Sie wissen möchten, welche Daten ein Unternehmen über Sie gespeichert hat und verwendet, können Sie eine entsprechende Auskunft verlangen.
  • Dazu können Sie verschiedene Wege nutzen, wie etwa Brief, E-Mail oder von Firmen bereitgestellte Tools.
  • In diesem Text sehen Sie, wie Sie Ihre Daten anfordern können bei Amazon, Google, Facebook, Instagram, WhatsApp und der Schufa.
Grünes abstraktes Gesicht aus Linien inmitten verschiedener Formen und Buchstaben
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Viele Geschäftsmodelle im Internet basieren auf personenbezogenen Daten. Dienste, Hersteller und Händler können die Fülle der persönlichen An- und Eingaben analysieren und für ihre Zwecke nutzen. Ihre Kundschaft liefert ihren persönlichen Datenschatz meist arglos frei heraus. Viele private User wissen nicht, was mit ihrer Identität und ihren Vorlieben im World Wide Web geschieht.

Private Internetnutzer haben ein Recht auf Auskunft, Korrektur und Löschung ihrer personenbezogenen Daten. Auf Nachfrage müssen Anbieter innerhalb eines Monats reagieren. In einer Umfrage der Verbraucherzentralen gaben rund 72 Prozent der Teilnehmer an, noch nie eine Datenauskunft angefordert zu haben. Deshalb unser Rat: Machen Sie sich schlau und nutzen Sie Ihr Recht auf Online-Auskunft!

Recht auf Auskunft und Korrektur

Sie können von Anbietern formlos per Brief oder E-Mail verlangen, dass sie Ihnen sämtliche verfügbaren Daten bekanntgeben, die über sie gespeichert sind – etwa Name, Anschrift, Geburtsdatum, Familienstand, Beruf, Bankdaten, schulischer Werdegang oder medizinische Befunde. Online-Dienste und -Unternehmen müssen kostenlos darüber informieren, zu welchem Zweck sie diese personenbezogenen Daten speichern, woher die Daten stammen, ob sie für Profilbildung genutzt werden und was weiter mit ihnen passieren soll.

Diese Auskünfte müssen bei Nachfrage vollständig, verständlich und kostenfrei erteilt werden. Sind die Daten falsch oder werden illegal genutzt, können Sie im nächsten Schritt die Korrektur, Sperrung oder Löschung Ihrer Daten verlangen. Pocht ein Unternehmen hierfür auf einen Identitätsnachweis wie etwa einen Personalausweis, sollten Sie darin alle für die Anfrage unerheblichen Angaben schwärzen.

Probleme bei der Auskunftspraxis

Online-Dienste und Anbieter erschweren privaten Usern jedoch immer wieder den Weg zu der vorgeschriebenen Datenauskunft, indem sie etwa ein Auskunftsformular in ihrem Web-Auftritt gut verstecken oder eine Anfrage unbeantwortet lassen. User können zwar auf die Herausgabe einer Daten-Kopie pochen. Doch die Form, Sprache und Art der Übermittlung sind bislang nicht einheitlich geregelt. So kann es sein, dass Daten-Interessenten eine schwer nachvollziehbare Auflistung von Rohdaten oder eine schwer verständliche Mitteilung in einer Fremdsprache erhalten – mal als unverschlüsselte E-Mail oder mal als Brief auf dem sichereren Postweg.

Bei sozialen Medien ist trotz des Auskunftsrechts eine Kontrolle über die eigenen Daten kaum möglich. Das hat eine Untersuchung der Marktwächter 2019 gezeigt. Auch wenn auf die Anfragen in Ansätzen reagiert wurde, blieben alle Anbieter zufriedenstellende Antworten schuldig.

Praktisches Beispiel: Auskunft bei Amazon

Beim Online-Händler Amazon zum Beispiel gibt es eine E-Mail (ohne persönliche Anrede) mit einem Link. Nur über diesen können Sie eine Zusammenstellung herunterladen, die Infos wie Vorlieben, gekaufte Produkte und Einstellungen einzelner Dienste enthält. Die Informationen gibt es teilweise als Excel-Tabellen und teilweise im Format JSON. Letzteres lässt sich beispielsweise mit dem Editor öffnen, der auf Windows-Rechnern standardmäßig installiert ist. Auch mit zusätzlichen Plugins für gängige Browser ist die Darstellung möglich. Wie Amazon diese Infos konkret einsetzt, erfährt man aber nicht. In einem Test wollten wir vom Kundenservice per  E-Mail wissen, ob etwa die E-Mail-Adresse verwendet wird, um über das Werbenetzwerk von Facebook zielgerichtete Anzeigen zu schalten. Die Antwort war allgemein gehalten und wenig hilfreich. Jedoch wurde betont, dass Amazon keine persönlichen Daten verkaufen würde.

So können Sie sich Ihre Daten zusammenstellen lassen:

Screenshot der Datenanforderung bei Amazon

Auf der Seite https://www.amazon.de/gp/privacycentral/dsar/preview.html können Sie auswählen, ob Sie nur Infos zu einzelnen Bereichen oder die Daten aus allen angebotenen Möglichkeiten anfordern möchten.

Screenshot der Datenanforderung bei Amazon

Amazon sendet Ihnen daraufhin eine E-Mail mit einem Link, den Sie bestätigen müssen, bevor Ihre Daten zusammengestellt werden. In dieser E-Mail werden Sie nicht persönlich angesprochen – so könnte die Nachricht auch leicht als Phishing-Versuch gedeutet werden.

Praktisches Beispiel: Auskunft bei Google

Screenshot der Datenanforderung bei Google

Rufen Sie die Seite https://takeout.google.com auf und wählen Sie die Dienste aus, aus denen Sie Ihre Infos erhalten möchten. Die Liste ist sehr lang, was die gezackte Linie symbolisiert.

Screenshot der Datenanforderung bei Google

Im zweiten Schritt können Sie verschiedene Einstellungen wählen, wie etwa das Dateiformat. Wir empfehlen ZIP. In den Ordnern befinden sich im Wesentlichen html-, jpg- und Excel-Dateien.

Praktisches Beispiel: Auskunft bei Facebook, Instagram und WhatsApp

Screenshot der Datenanforderung bei Facebook

In den Einstellungen von Facebook öffnen Sie den Bereich "Deine Facebook-Informationen". Beim Eintrag "Deine Informationen herunterladen" klicken Sie auf "Ansehen".

Screenshot der Datenanforderung bei Facebook

Hier können Sie auswählen, ob Sie alle oder einzelne Infos zur Verfügung gestellt bekommen möchten und in welchem Format das passieren soll. Facebook bietet HTML und JSON an. HTML können Sie mit jedem gängigen Brower öffnen. Sobald die Daten zusammengestellt sind, werden Sie mit einer Nachricht bei Facebook darüber informiert.

Screenshot der Datenanforderung bei Instagram

Am Beispiel der Android-App sehen Sie, wie Sie Ihre Daten von Instagram anfordern: Zuerst öffnen Sie Ihr Profil und tippen dann auf das so genannte Burger-Menü (drei Striche oben rechts). Dann tippen Sie unten auf Einstellungen. Dort öffnen Sie den Menüpunkt Sicherheit.

Screenshot der Datenanforderung bei Instagram

Nun tippen Sie auf Daten herunterladen. Dort geben Sie eine beliebige E-Mail-Adresse an und erhalten nach erfolgter Zusammenstellung Ihrer Daten eine E-Mail mit einem Download-Link.

Screenshot der Datenanforderung bei WhatsApp

Bei WhatsApp zeigen wir die nötigen Schritte anhand der App für iOS (Apple): Öffnen Sie die Einstellungen, tippen Sie darin auf Account und anschließend auf Account-Info anfordern. Sobald die Infos zusammengestellt sind, können Sie sie an dieser Stelle herunterladen.

Praktisches Beispiel: Auskunft bei der Schufa

Screenshot der Datenanforderung bei der Schufa

Öffnen Sie https://meineschufa.de und dort oben links den Reiter Auskünfte.

Screenshot der Datenanforderung bei der Schufa

Klicken Sie links auf Datenkopie (nach Art. 15 DSGVO).

Screenshot der Datenanforderung bei der Schufa

Die Schufa zeigt Ihnen die Unterschiede zwischen der kostenfreien und einer kostenpflichtigen Auskunft. Für die kostenfrei Variante klicken Sie in der zweiten Spalte auf den Button Jetzt bestellen.

Screenshot der Datenanforderung bei der Schufa

Die Schufa versendet die Auskunft per Post. Dadurch ist nach unserer Auffassung hinreichend sichergestellt, dass die Auskunft nicht an unberechtigte Dritte gelangt. Daher müssen an dieser Stelle grundsätzlich keine Dokumente hochgeladen werden. Lediglich im Einzelfall – wenn Sie zum Beispiel den Versand an eine Anschrift wünschen, die der Schufa nicht bekannt ist – können Dokumente für eine eindeutige Zuordnung erforderlich sein. Sie sollten daher zunächst versuchen, die Auskunft ohne Upload von Dokumenten zu erhalten.

Recht auf Löschen und Sperren eigener Daten

Neben dem Auskunftsrecht steht Ihnen auch das Recht auf Löschen und Sperren Ihrer Daten zu. Sie können Informationen über sich auf Internetseiten oder in Apps löschen lassen, wenn die Daten unzulässig verarbeitet oder Sie in Ihren Persönlichkeitsrechten verletzt werden. Nutzt ein Unternehmen die Daten für Werbezwecke, können Sie der Datennutzung formlos widersprechen und die Sperrung Ihrer Daten verlangen. Das Sperren ist in einem solchen Fall sinnvoller als eine Löschung der Daten, da Werbetreibende sich die Daten auch einfach neu besorgen können, etwa über Adresshändler.

Ausführlichere Infos und Musterbriefe dazu stellen wir in einem separaten Artikel zur Verfügung.