Katze tot durch Insektenspray: Worauf sollte man achten?

Stand:
Nachdem ich Insektenspray angewendet habe, sind meine drei Katzen schwer erkrankt. Obwohl ich mit ihnen zum Tierarzt gegangen bin, sind alle drei gestorben. Auf der Spraydose stand groß "hinterlässt einen angenehmen, frischen Duft".

Nur im Kleingedruckten gab es einen Hinweis, dass das Produkt für Katzen schädlich sein kann, den ich mit bloßem Auge nicht lesen konnte und daher zu spät gesehen habe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Insektenbekämpfungsmittel und Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Pyrethroide können bei Katzen schwere bis tödliche Vergiftungen hervorrufen.
  • Aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW sollten pyrethroidhaltige Schädlingsbekämpfungsmittel wie das von Ihnen verwendete Insektizidspray vorsorglich nicht an Verbraucher:innen abgegeben werden dürfen.
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Detaillierte Antwort: Werbeaussagen wie "hinterlässt einen angenehmen, frischen Duft", "Schutz für Sie und Ihre Familie gegen Mücken und Fliegen" oder "in allen Räumen anwendbar, inkl. Küche, Wohn- und Schlafzimmer und Bad" erwecken zunächst den Eindruck, dass es sich um ein harmloses Mittel handelt.  

Die meisten Insektizidsprays enthalten als Wirkstoffe Pyrethroide. Diese können bei Katzen zu schweren Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod führen. Bei Menschen können diese Wirkstoffe als Nervengift wirken. Sie stehen außerdem im Verdacht, das menschliche Hormonsystem zu schädigen.

Insektizidsprays dürfen in Deutschland seit Januar 2025 nicht mehr zur Selbstbedienung angeboten werden. Außerdem muss eine fachkundige Person Sie vor dem Kauf eines solchen Sprays unter anderem zu ungefährlicheren Alternativen und Schutzmaßnahmen beraten.
Sprays zur Insektenabwehr sind dagegen weiterhin freiverkäuflich.

Katzen reagieren empfindlicher auf Pyrethroide als Hunde, weil sie ihr Fell zu Pflege ablecken und weil ein Enzym (Glucuronyltransferase) bei ihnen weniger aktiv ist. Selbst Spot-on Anwendungen (z.B. Halsbänder), die Hunde im gleichen Haushalt tragen, können für Katzen zur Gefahr werden. Neben Insektensprays können noch weitere „Alltagschemikalien“ für Haustiere zur Gefahr werden.

Wir Die Verbraucherzentrale NRW rät Verbraucher:innen unbedingt davon ab, selbst Insektizidsprays bzw. Pyrethroide zuhause anzuwenden. Diese Substanzen können sehr lange in Innenraum stabil sein und sind schlecht wasserlöslich, also auch nicht leicht wieder zu entfernen. Viele der in der KiSA-Studie untersuchten Kindergartenkinder in NRW sind mit Pyrethroiden belastet. 

Solche Schädlingsbekämpfungsmittel gehören nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW in die Hände von professionellen Schädlingsbekämpfern. Diese können beurteilen, ob der Einsatz von Pyrethroiden bei Schädlingsbefall tatsächlich notwendig und zielführend ist, und sie kennen auch die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. 

Professionelle Schädlingsbekämpfer finden Sie hier: 


Quellen:

Toxizität von Pyrethroiden beim Kleintier/Katzen
Zecken und Flohmittel für Hunde eine tödliche Gefahr für Katzen
Gesundheitsrisiken durch Pyrethroide

Diese Expertenantwort entstand in der Online-Schadstoffberatung der Verbraucherzentrale NRW

Sitzsack und Gefahrensymbol Gesundheitsgefahr

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