Menü

Förderdeckel: Wer Solarstrom möchte, sollte jetzt aktiv werden

Stand:
gefördert durch:

Wenn Sie eine Solarstromanlage planen, sollten Sie aus finanziellen Gründen jetzt aktiv werden. Denn 2020 endet für Neuanlagen möglicherweise die gesetzliche Vergütung für Strom, der ins Netz fließt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Betreiber neuer Solarstromanlagen erhalten nach aktueller Rechtslage keine Einspeisevergütung mehr, wenn alle bestehenden Anlagen zusammen eine bestimmte Leistungsgrenze überschreiten. Das passiert aller Voraussicht nach im Jahr 2020.
  • Ohne die Einspeisevergütung wären eigene Photovoltaikanlagen für viele Haushalte nicht wirtschaftlich zu betreiben. Ob eine rechtzeitige Rechtsänderung dieses Problem abfedern wird, ist derzeit nicht sicher.
  • Die Vorlaufzeiten im Handwerk sind lang, so dass bereits Entschlossene jetzt in die konkrete Planung einsteigen sollten, um auf der sicheren Seite zu sein.
Solaranlage auf einem Dach
On

Voraussichtlich im Frühjahr oder Sommer 2020 wird der sogenannte Förderdeckel für Photovoltaik erreicht. Das passiert, wenn alle Solarstromanlagen, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden, zusammen 52 Gigawatt Nennleistung haben. Wann genau das sein wird, lässt sich noch nicht vorhersagen. Dass es aber im Jahr 2020 geschieht, gilt in Fachkreisen als sicher.

Wer eine Anlage nach dem Erreichen des Förderdeckels ans Netz bringt, bekommt nach aktueller Rechtslage keine EEG-Vergütung mehr. Im ungünstigsten Fall hieße das, dass nahezu alle neuen Solarstromanlagen von Privathaushalten rote Zahlen schreiben würden. Wer dagegen vorher ans Netz geht, erhält die Vergütung für 21 Kalenderjahre garantiert – für kleine Anlagen aktuell knapp 10,5 Cent pro Kilowattstunde. So ist private Photovoltaik in der Regel wirtschaftlich.

Nichts überstürzen, aber gefasste Entschlüsse jetzt umsetzen

Natürlich sollten Sie vor diesem Hintergrund keine Entscheidung überstürzen und sich auch nicht unter Druck setzen lassen. Es ist auch durchaus gut möglich, dass die Politik den Deckel noch zu Fall bringt, bevor er greift. Aber: Die Vergütung wird danach auf keinen Fall steigen. Wer also schon entschlossen ist und auf der sicheren Seite sein will, wird durch zügiges Handeln keinen Nachteil haben.

Noch ist Zeit für Angebotsvergleiche

Zudem ist jetzt noch Zeit für wohlüberlegte Entscheidungen und Angebotsvergleiche. Denn bei der Planung müssen Sie Vorlaufzeiten von zwei bis sechs Monaten einkalkulieren. So viel Zeit liegt erfahrungsgemäß zwischen der ersten Anfrage beim Fachbetrieb und dem entscheidenden Stichtag der Inbetriebnahme. Deshalb wird das Thema bereits jetzt relevant.

Konkrete Tipps für die Auswahl des richtigen Angebots

Ein paar Punkte, die beim Angebot für eine Photovoltaikanlage zu beachten sind, haben wir für Sie zusammengestellt:

  • Passender Handwerksbetrieb. Am besten sollte ein Photovoltaik-Fachbetrieb die Anlage installieren. Elektrobetriebe, die nicht regelmäßig in dem Bereich tätig sind, haben weniger Routine. Vorteilhaft ist zudem ein Betrieb aus der Region, der Referenzprojekte in der Umgebung vorweisen kann. Er ist auch bei Problemen schneller zur Stelle als Handwerker aus entfernteren Gegenden. Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis sind die beste Möglichkeit, einen guten Betrieb zu finden.
  • Komplettes Angebot. Ein Auftrag sollte erst erteilt werden, wenn ein Komplettpreis als Endpreis feststeht, inklusive gegebenenfalls Zählerschrank und Gerüst. Kein Posten sollte "nach Aufwand" beziffert sein. Auch der Installationstermin gehört ins Angebot. Ein solches Angebot kann ein Betrieb seriös erst nach einem Vor-Ort-Termin erstellen. Online-Angebote dienen also allenfalls als erste Orientierung. Weicht der Endpreis um mehr als 10 bis 15 Prozent vom Durchschnittspreis ab, sollten Interessierte nach dem Grund dafür fragen. Es kann gute Gründe geben – es kann aber auch ein Warnsignal sein. Durchschnittspreise für unterschiedliche Anlagengrößen gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/solarstrom.
  • Faire Abrechnung. Vorauszahlungen sind riskant. Im besten Fall bezahlt der Auftraggeber den Gesamtpreis nach Inbetriebnahme der Anlage. Wenn aber zum Beispiel vorab Material angeliefert wird oder die Installation bereits begonnen wurde, sind Teilzahlungen für erbrachte Leistungen in Ordnung.