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Falsche Rechnungen über angeblichen Telefonsex

Stand:

Dubiose Zahlungsaufforderungen tschechischer Unternehmen landen in Briefkästen von Verbrauchern. Unklar ist, ob es die Firmen wirklich gibt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit erfundenen Rechnungen über Telefonsex wollen Betrüger Kasse machen.
  • Betroffene werden in einem Brief zur Zahlung aufgefordert.
  • Das Geld soll auf ein tschechisches Konto überwiesen oder in bar per Einschreiben geschickt werden.
Ein älterer Mann sitzt in seiner Wohnung auf dem Sofa, hält unterlagen in der Hand und telefoniert.
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Die Rechnung über "Service für Erwachsene" oder "Erotikservice" erhalten ahnungslose Verbraucher mit der Post: Dreist abkassieren wollen etliche Firmen wegen angeblich in Anspruch genommener Telefonerotik. Die Verbraucherzentrale rät: auf keinen Fall zahlen, wenn Sie keine telefonische Dienstleistung in Anspruch genommen haben!

So berichtet ein Verbraucher aus Nordrhein-Westfalen von einem Brief von "Telesmart" aus Prag. Darin wird er aufgefordert, 90 Euro in bar per Einschreiben nach Prag zu schicken oder auf ein tschechisches Konto zu überweisen. Er soll einen "Service für Erwachsene" in Anspruch genommen haben – was jedoch nicht stimmt. Etwa sechs Wochen vor dem Brief hatte er einen Anruf von einem Mann erhalten, der sich als Mitarbeiter der Post ausgab. Er wollte die Anschrift überprüfen, weil ein Brief angeblich nicht zugestellt werden konnte. Möglicherweise besteht zwischen dem Anruf und dem Brief ein Zusammenhang.

Foto einer Rechnung von "Telesmart" über "Service für Erwachsene"
Rechnung über 90 Euro für "Service für Erwachsene" – eine offensichtlich erfundene Forderung einer angeblichen Firma namens "Telesmart".

So sollten Sie sich verhalten

  • Ruft Sie jemand Unbekanntes an, achten Sie darauf, keine persönlichen Daten von sich zu nennen. Vermeiden Sie es nach Möglichkeit auch, auf Fragen mit "ja" zu antworten.
  • Fordert jemand Geld für Waren oder Dienstleistungen, die Sie nicht bestellt haben, widersprechen Sie. Dafür können Sie unseren Musterbrief verwenden. Soll jemand zahlen, der noch nicht volljährig ist, nutzen Sie dafür diesen Musterbrief.
  • Wer Geld von Ihnen fordert, muss beweisen, dass es dafür tatsächlich eine Grundlage gibt. Verlangen Sie deshalb genaue Angaben zum Zeitpunkt der angeblichen genutzten Telefonerotik und darüber, mit welcher Rufnummer Sie das Gespräch geführt haben sollen.
  • Lassen Sie sich nicht von Mahnungen und Inkassobriefen verunsichern. Solange die Forderungen nicht belegt werden, müssen Sie nicht weiter reagieren.

Mit dieser Masche sind etliche Firmennamen bekannt. In der Vergangenheit haben die Verbraucherzentralen zum Beispiel gewarnt vor "TRC Telemedia", "MB Direct Phone Ltd." bzw. "Czech Media Factoring", "Kaver Plus", "Kawora", "Euro Solutions s.r.o.", "Factor" oder "Werso". Verschickt wurden Rechnungen in Höhe von 75 bis 90 Euro. 135 Euro wollte die Firma OBL aus dem tschechischen Králův Dvůr überwiesen bekommen.

Grundsätzlich reagieren sollten Sie, wenn Ihnen ein gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt wird. Gegen diesen können Sie innerhalb von zwei Wochen Widerspruch einlegen. Der von einem Anbieter behauptete Zahlungsanspruch wird dann in einem gerichtlichen Verfahren geklärt. Den Verbraucherzentralen ist allerdings bislang noch kein Fall bekannt geworden, in dem die "Unternehmen" einmal ihre Drohung wahr gemacht und die angeblichen "Schulden" per Mahnbescheid oder Klage gerichtlich durchgesetzt hätten.