Einsparpotenziale durch elektronische Heizkörperthermostate

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Einsparpotenziale durch elektronische Heizkörperthermostate – bis zu 15 Prozent geringerer Heizenergieverbrauch möglich

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Mit programmierbaren Thermostaten können manche Haushalte ihren Heizenergieverbrauch um bis zu 15 Prozent senken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Simulationsstudie, die das Ingenieurbüro Prof. Dr. Hauser GmbH (ibh) im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW durchgeführt hat. Das individuelle Potenzial hängt dabei von Faktoren wie der Art des Gebäudes, der Bausubstanz und dem Baualter sowie den An- und Abwesenheitszeiten der Bewohnerinnen und Bewohner ab.

Die Parameter

Die Studie ermittelt den Effekt einer Temperaturabsenkung auf 16 Grad bei Abwesenheit, in der Nacht sowie in ungenutzten Räumen am Tag gegenüber einem konstanten Heizen auf 20 Grad. Es wurden jeweils vier verschiedene Anwesenheitsprofile in einer 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus und einem 140-Quadratmeter-Einfamilienhaus betrachtet. Angenommen wurden zudem einmal ein Bau vor 1978 und einmal ein Bau nach 1995, sowie im Vergleich eine leichte und eine schwere Bauweise.

Unter Berücksichtigung dieser Parameter wurden folgende Szenarien simuliert: Keine Absenkung der Temperatur, eine Absenkung nur am Tag sowie am Tag und in der Nacht. Darüber hinaus wurden spezielle Szenarien hinzugezogen, wie die Auswirkungen von Stoß- und längerem Kipplüften, voll und eingeschränkt beheizter Räume, andauernder Abwesenheit durch Urlaub sowie einer erhöhten Wohlfühltemperatur von 22 Grad.

Diese wurden schließlich mit den verschiedenen Tages- und Wochenverläufen der vier Anwesenheitsprofile verbunden und in 32 Kombinationen simuliert.

Die Ergebnisse

In einem Einfamilienhaus lassen sich alleine durch eine Temperaturabsenkung in der Nacht fünf bis zwölf Prozent und in einem Mehrfamilienhaus zwei bis sechs Prozent des Heizenergieverbrauchs durch elektronische Heizkörperthermostate einsparen – insbesondere beeinflusst durch die Bausubstanz des Gebäudes.

Die stärksten Auswirkungen auf die erzielten Einsparungen hat die Anwesenheit bzw. damit verbunden die Dauer der Absenkung der Raumtemperatur bei  Abwesenheit der Bewohnerinnen und Bewohner. So ergaben sich bei häufiger Anwesenheit Einsparungen zwischen ein und zwei Prozent bei seltener Anwesenheit lagen diese hingegen zwischen acht und elf Prozent. Absolut sind die Einsparpotentiale bei besser gedämmten Gebäuden geringer als bei ungedämmten, über ein Jahr fielen die relativen Unterschiede zwischen einer leichten und einer schweren Bauweise innerhalb desselben Baualters eher gering aus.

Den Spitzenwert von 15 Prozent Einsparung erreicht in der Simulation ein Haushalt aus zwei selten anwesenden Personen in einer Wohnung leichter Bauweise aus der Zeit vor 1978. Die geringste Einsparung (circa drei Prozent) erzielt dagegen ein Vier-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus aus der Zeit nach 1995 in schwerer Bauweise, dessen Mitglieder nur selten abwesend sind.

Die Studie gibt einen Überblick über zahlreiche individuelle Kombinationen und deren Einspareffekte.

Zum Download:
Studie zum Energieeinsparpotenzial durch den Einsatz von elektronischen Thermostaten