Verpackungsärger: Warum so viel Müll?

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Bei etlichen Produkten fällt viel Müll an. Wir haben Beispiele gesammelt und Hersteller nach den Gründen gefragt.

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Es sind die Bio-Gurke in Plastikfolie oder die opulent verpackte Pflegecreme – Anlässe für Verpackungsärger. Die politischen Ziele, Verpackungsmüll zu reduzieren, werden bislang verfehlt. 2009 betrug das Aufkommen pro Kopf in Deutschland knapp 184 kg. Im Jahr 2016 lag es bei 221 kg – eine Steigerung von 20 Prozent! Rund die Hälfte davon fällt direkt bei Endverbrauchern an. Dabei kann jeder etwas dagegen tun mit abfallarmen Alternativen.

Europaweit ist Deutschland Spitzenreiter beim Verbrauch von Verpackungen. Der EU-Durchschnitt liegt bei etwas über 150 kg pro Kopf. Länder wie Italien, Frankreich oder Großbritannien liegen deutlich unter 200 kg pro Kopf.

Wir wollen ein Zeichen gegen den Verpackungsmüll setzen und Hersteller fragen, warum sie die jeweiligen Verpackungen einsetzen. Dazu haben wir im Jahr 2016 von Verbrauchern viele Beispiele erhalten. Die Auswertung und Stellungnahmen der Hersteller (sofern wir welche erhalten haben) finden Sie im PDF-Dokument rechts neben diesem Text.

Auswertung der Aktion "Verpackungsärger":

Produktbereiche Anzahl Beschwerden zu Verpackungen Anzahl Stellungnahmen der Anbieter erbeten Anzahl Rückantworten der Anbieter
insgesamt 122 66 58
Lebensmittel 73 32 26
Kosmetika/
Hygieneprodukte
19 14 12
Sonstige 9 6 6
Wasch- und Reinigungsmittel 8 5 5
Medikamente 7 5 5
Tiernahrung 6 4 4

Kriteri­en für die Produktauswahl: Häufigkeit der Verbraucherbeschwerden und Produkte, bei denen die Verpackungsmengen besonders groß im Verhältnis zum Inhalt waren. Außerdem sollte das gesamte Spektrum der Verpackungsbeschwerden abgebildet werden.

Wir wählten 66 Ver­packungen aus, konfrontierten Ende August die ent­sprechenden Hersteller/Abfüller mit den konkre­ten Beschwerden der Verbraucher und baten um Stellungnahme. Insbesondere dazu, ob und in welcher Weise die jeweilige Verpa­ckung dem in § 1 (1) VerpackV genann­ten Ziel, Verpackungs­abfälle in erster Linie zu vermeiden, entspricht.

Ergebnis: 58 der angeschriebenen Unternehmen (entspricht 88 Prozent) haben uns bis Anfang November geantwortet. Dies war ein erfreulich hoher Rücklauf. Fünf An­bieter haben inzwischen die bemängelte Verpackung reduziert. Vier weitere nahmen die Anfrage zum Anlass, das Verpackungsdesign zu prüfen.