Reiserücktritt: Wann greift die Versicherung?

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Wenn der Urlaub platzt, hoffen viele auf die Reiserücktrittsversicherung. Die zahlt aber nicht in allen Fällen die Kosten der Reise. Ein Überblick.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Muss eine Reise wegen Corona ausfallen, zahlen Reiserücktrittsversicherungen in der Regel nur, wenn Reisende selbst erkrankt sind.
  • Das gilt aber nicht, wenn Pandemie-Krankheiten von der Versicherung ausgeschlossen sind.
  • Stornieren Sie wegen einer Reisewarnung, zahlt die Reiserücktrittsversicherung nicht.
  • Manche Versicherer springen ein, wenn Sie sich aufgrund der aktuellen Situation die Reise nicht mehr leisten können.
Reisesicherheit: Eine rote Flagge warnt Urlauber am Meer.
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Weltweit grassiert die Corona-Pandemie, weitreichende Lockerungen der Sicherheitsmaßnahmen sind nicht absehbar, eine verpflichtende Gutscheinlösung für bereits gebuchte und nun abgesagte Reisen wird auf europäischer Ebene diskutiert. Nur zweieinhalb Monate vor den Sommerferien in Nordrhein-Westfalen fragen sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher, ob nun die für den geplanten Urlaub abgeschlossenen Reiseversicherungen greifen.

Wann springt die Reiserücktrittsversicherung ein? Wie kann ich gezahlte Prämien für zusätzliche Reiseversicherungen wie Gepäck- oder Reisekrankenversicherung zurückverlangen, wenn der geplante Urlaub ins Wasser fällt? Dies sind die Fakten:

Stornierung wegen Corona-Infektion

Wenn Sie sich mit dem Coronavirus vor Reiseantritt infiziert haben, gilt dies zunächst einmal als unerwartet schwere Erkrankung und ist damit durch die Reiserücktrittsversicherung abgedeckt; es sei denn, Pandemie-Erkrankungen sind ausdrücklich in den vereinbarten Bedingungen ausgeschlossen. Hier sollten Sie Ihre Versicherungsunterlagen prüfen. Sofern Sie ohne nachgewiesene Corona-Infektion von einer Quarantänemaßnahme betroffen sind – egal, ob in Deutschland oder im Reisezielgebiet – greifen Reiserücktrittsversicherungen in der Regel nicht.

Stornierung wegen Reisewarnung

Aufgrund der weltweiten Corona-Reisewarnung des Auswärtigen Amtes können bis Anfang Mai bevorstehende Pauschalreisen ins Ausland kostenlos storniert werden. Zum Teil gilt dies auch für einzelne Leistungen im Rahmen von so genannten Individualreisen. Für die anderen Fälle, die von der gesetzlichen Regelung der kostenlosen Stornierung auf der Grundlage offizieller Reisewarnungen nicht abgedeckt sind, greifen Reiserücktrittsversicherungen leider nicht. Sie schützen nur davor, dass eine Reise wegen einer eigenen Erkrankung oder aufgrund anderer im Vertrag ausdrücklich genannter Fälle nicht angetreten werden kann. Daran würde auch die aktuell diskutierte Gutscheinlösung, die Verbraucher verpflichten soll, bei ausgefallenen Reiseleistungen einen Gutschein statt einer Erstattung zu akzeptieren, nichts ändern.

Stornierung wegen finanzieller Engpässe

Wird die Reise aufgrund von Kurzarbeit oder bei Verlust des Arbeitsplatzes storniert, ist dies in manchen Reiseversicherungen mitversichert. Infos dazu sollten Sie in Ihren Versicherungsbedingungen finden.

Erstattung der Prämien von Reiseversicherungen

Finden Reisen aufgrund der Corona-Pandemie gar nicht erst statt, verlieren manche Reiseversicherungen ihre Grundvoraussetzung und zuvor gezahlte Prämien können zurückgefordert werden. Dies betrifft beispielsweise die Reisekrankenversicherung oder die Reisegepäckversicherung, sofern der Versicherungsschutz nur für die stornierte Reise gelten sollte. Gleiches gilt für die Reiseabbruchversicherung. Da der Schutz der Reiserücktrittsversicherung bereits ab Vertragsschluss greift, kommt hier möglicherweise eine anteilige Erstattung der Prämie in Frage. Wenn Sie Ihre Reise nun nicht antreten können, können Sie sich an Ihren Reiseversicherer wenden und eine Erstattung der gezahlten Prämien geltend machen.

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