Kuchen im Tee: Natürliches oder künstliches Aroma?

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Das Wichtigste in Kürze:

Bezeichnungen wie "Aroma" können auf die Möglichkeit chemisch-synthetisch hergestellter Aromastoffe hinweisen.

  • Der Gebrauch von Aromen unterliegt europaweit gültigen gesetzlichen Regelungen und Zulassungsverfahren.
  • Bei "Natürlichem Aroma" können andere Ausgangsstoffe verwendet worden sein, als man bei manchen Produktvorderseiten vermuten könnte.
Tasse Tee mit einem Stück Kuchen
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Den Geschmack von Apfelstrudel, Strawberry Cheesecake, Himbeertörtchen, Schoko-Kirsch Brownie oder Blueberry Muffin können Kunden im Teeregal finden. In einer Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW im Oktober 2017 zeigte sich, dass bei der Herstellung des Tees kein Kuchen zum Einsatz kommt. Die Basis des Gebäcks in der Tasse war meist ein Früchtetee, der hauptsächlich aus den Zutaten Apfel, Hagebutte, Hibiskus oder Rooibos besteht. Für den Kniff mit dem Kuchen werden die handelsüblichen Tees mit viel Aroma in trendige Heißgetränke umgewandelt. Für das süße, aber dennoch kalorienfreie Geschmackserlebnis von Kuchen auf der Zunge sorgen dann zum Beispiel Aromen mit Orangen-, Himbeer-, Käsekuchen- oder Muffingeschmack. Es gab nur ganz wenige Kuchentees, die natürliche Aromastoffe enthalten. Wer wissen will, welche echten Back-Zutaten in Kuchentees enthalten sind und welche Aromastoffe das Tee-und-Kuchen-Erlebnis künstlich nachbilden, sollte einen Blick auf die Zutatenliste der Verpackung riskieren.

Verwendung von Aromen

Etwa 10.000 verschiedene Aromen wurden bisher in der Natur aufgefunden. Mit mehr als 2.000 Aromastoffen arbeitet die Lebensmittelindustrie, um Produkten Geschmack oder einen besonderen Geruch zu verpassen, eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten oder Rohstoffe einzusparen. Durch die Verwendung von Aromastoffen werden Produkte wie Tees mit völlig neuen Geschmacksrichtungen versehen. Auf diese Weise können herkömmliche Früchtetees auch in Tees mit Kuchengeschmack verwandelt werden. Der Gebrauch von Aromen unterliegt jedoch europaweit gültigen gesetzlichen Regelungen und Zulassungsverfahren. Das bedeutet: Die Verwendung von Aromastoffen, die diese rechtlichen Hürden nicht genommen haben, sind verboten.

Natürliches Aroma

Stoßen Verbraucher im Zutatenverzeichnis auf die Kennzeichnung "natürliches Blaubeeraroma" oder "natürliches Erdbeeraroma", muss das verwendete Aroma zu 95 Prozent aus der angegebenen Quelle – bei den Beispielen aus Blaubeeren beziehungsweise Erdbeeren – stammen. Doch aufgepasst: Fehlen die Hinweise "Blaubeere" oder "Erdbeere" in dieser Wortverbindung bei der Aromaangabe und weist die Kennzeichnung lediglich auf die Verwendung eines "natürlichen Aromas" hin, muss der Aromastoff des Produkts nicht zwingend aus der genannten Frucht stammen. Das verwendete Aroma kann auch aus anderen natürlichen Ausgangsstoffen hergestellt worden sein. Es muss einzig aus pflanzlichen, tierischen oder mikrobiologischen Ausgangsstoffen stammen, die in der Natur nachgewiesen wurden.

Synthetisches Aroma

Tauchen in der Zutatenliste Bezeichnungen wie "Aroma", "Blaubeeraroma" oder "Aroma (Erdbeere)" auf, müssen Kunden damit rechnen, dass es sich hierbei möglicherweise um chemisch-synthetisch hergestellte Aromastoffe handelt, die den Produkten beigemengt wurden. Selbst bei der Beigabe von einem geringen Anteil echter Blau- oder Himbeeren wurden die Tees in der Stichprobe zusätzlich und zum Teil sogar erheblich aromatisiert.

Blick in die Zutatenliste

Bei verpackten Lebensmittelprodukten listet das Zutatenverzeichnis alle Zutaten auf. Am Anfang sind die Hauptzutaten mit dem höchsten Gewichtsanteil aufgeführt. Immer weiter abnehmend kommen die Zutaten, die in immer geringer werdenden Mengen im jeweiligen Produkt enthalten sind. Da die Kuchentees bisweilen stark aromatisiert waren, können verwendete Zutaten wie "Aroma (Schoko-Kirsch-Brownie)" oder "Aroma (Himbeertörtchen)" an zweiter Stelle genannt sein und echte Himbeeren im Tee an letzter Stelle im Zutatenverzeichnis erscheinen.