Professionelle Zahnreinigung (PZR): Das sollten Sie darüber wissen

Stand:
Zahnarztpraxen bieten Patient:innen häufig eine "Professionelle Zahnreinigung" an. Sie soll verhindern, dass Karies oder Parodontitis auftreten. Für Patient:innen ist das mit Kosten verbunden, von den meisten Krankenkassen gibt es aber Zuschüsse.
Professionelle Zahnreinigung PZR

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Professionelle Zahnreinigung (PZR) besteht aus einer gründlichen Reinigung der Zähne von weichen und harten Belägen, auch in den Zahnzwischenräumen. Danach wird fluoridiert und poliert. Eine Anleitung zu guter Mundhygiene ist entscheidend.
  • Die PZR ist immer eine Privatleistung, allerdings bezuschussen viele Krankenkassen sie freiwillig.
  • Kosten zwischen 80 und 120 Euro sind realistisch. Die Kosten können sich zwischen Region, Praxen und Aufwand deutlich unterscheiden.

 

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Was wird bei der PZR gemacht?

Die professionelle Zahnreinigung ist eine Intensivreinigung mit Spezialinstrumenten. Ziel ist es, krank machende und kosmetisch störende Beläge zu entfernen, die das Risiko für Karies und Parodontitis erhöhen. Parodontitis ist eine Erkrankung des Zahnfleischs, aber auch des Kieferknochens, der den Zahn hält.

Mit Schallinstrumenten, Pulver-Wasser-Spray und Handinstrumenten werden Beläge entfernt, und zwar auf den Zähnen, in den Zahnzwischenräumen und auch unterhalb des Zahnfleischsaums. Es folgt eine Politur der Zähne, die das Anhaften neuer Bakterien erschwert und schließlich eine Fluoridierung mit einem Lack oder einem Gel, um die Zähne vor Karies zu schützen.

Zudem gehören Tipps für die richtige Mundhygiene zu Hause dazu, die langfristig entscheidend ist für die Mundgesundheit. Meist führen speziell ausgebildete Mitarbeiter:innen die PZR in der Praxis durch. Das Ergebnis und den Zahnzustand nach der PZR kontrolliert am Ende dann noch einmal der Zahnarzt oder die Zahnärztin.

Wie viel darf die Zahnreinigung kosten?

Die professionelle Zahnreinigung ist keine generelle gesetzliche Kassenleistung, sondern muss privat bezahlt werden. Seit die PZR in die private Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) aufgenommen wurde, müssen die Zahnärzte nach der entsprechenden GOZ-Ziffer abrechnen (Nummer 1040).

Der Zahnarzt oder die Zahnärztin berechnet die Kosten nach Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad. Wichtig für die Kalkulation sind zum Beispiel die Anzahl und der Zustand der Zähne sowie Art, Menge und Ursache der Zahnbeläge.

Auch die eingesetzten Methoden und Materialien sowie die Qualifikation der Mitarbeiterin werden berücksichtigt. Bei einem durchschnittlichen Aufwand (Gebührenfaktor 2,3) sind das 3,62 Euro pro Zahn. Ein Gesamtpreis von etwa 80 bis 120 Euro ist laut Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung realistisch. Je nach Praxis, Aufwand und Region können sich die Preise jedoch deutlich unterscheiden. Tiefpreise sind unseriös, ebenso wie Pauschalangebote außerhalb der privaten Gebührenordnung, Rabatte oder Sonderangebote.

Was bezahlt die gesetzliche Krankenkasse?

Gesetzliche Kassenleistung für Erwachsene ist eine Zahnsteinentfernung pro Jahr. Die Kosten für die professionelle Zahnreinigung übernehmen viele gesetzliche Krankenkassen ganz oder teilweise als freiwillige Zusatzleistung. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) veröffentlicht seit 2015 eine Liste der gesetzlichen Krankenkassen, die sich an den Kosten einer PZR beteiligen. 2023 antworteten nur 62 von 97 angefragten Krankenkassen., Davon gaben 55 an, einen Zuschuss zur PZR zu leisten.

Fragen Sie also bei Ihrer Krankenkasse oder Ihrem privaten Zahnzusatzversicherer nach, ob die Kosten ganz oder teilweise übernommen werden.

Was weiß man über den Nutzen?

Aus Sicht der Bundeszahnärztekammer ist die Professionelle Zahnreinigung eine sinnvolle und wirkungsvolle Maßnahme. Die häusliche Mundhygiene reiche im Normalfall nicht aus, um Karies und Parodontitis entgegenzuwirken und Zähne und Zahnfleisch gesund zu halten. Bei der professionellen Zahnreinigung (PZR) könnten vor allem hartnäckige Ablagerungen und bakterielle Beläge an schwer zugänglichen Zahnflächen entfernt werden.

Der IGeL-Monitor bewertet die PZR dagegen nach einer Abwägung von Nutzen und Schaden mit "unklar". Der Grund: Die Wissenschaftler fanden nach ihrer systematischen Literaturrecherche keine belastbare Studie, die einen Nutzen belegen würde. Die Bewertung des IGeL-Monitor gilt allerdings für zahngesunde Patient:innen, nicht für Menschen mit hohem Parodontitis-Risiko. (IGeL-Monitor: Bewertung der Professionellen Zahnreinigung). Diese Aussagen bestätigten auch Experten beim Tag der Zahngesundheit 2022.

Auch das renommierte Forscher-Netzwerk der Cochrane Collaboration bemängelte 2013, es gebe nur wenig verlässliche und hochwertige Forschung zum Nutzen der professionellen Zahnreinigung. Die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) veröffentlichte 2013 "Grundlegende Empfehlungen zur Kariesprophylaxe im bleibenden Gebiss". Kernaussage: Wird eine professionelle Zahnreinigung als Gesamtkonzept mit verschiedenen Maßnahmen verstanden, sei es "möglich, Karies deutlich zu reduzieren" und auch Parodontal-Erkrankungen vorzubeugen. Nur Zahnbelag zu entfernen, reiche nicht aus. Für einen langfristigen Erfolg sei es wichtig, Patient:innen zur Mundhygiene zu motivieren und anzuleiten.

Weitere Informationen über Vor- und Nachteile der professionellen Zahnreinigung finden Sie auf der verlinkten Website.

Tipps für Patient:innen

Wie die Stiftung Warentest 2011 und 2015 untersuchte, führen nicht alle Zahnarztpraxen die professionelle Zahnreinigung einheitlich durch. Achten Sie deshalb darauf, dass bei der Prozedur alle wichtigen Schritte eingehalten werden:

  • Begutachtung von Zähnen und Zahnfleisch
  • Entfernung weicher und harter Beläge
  • Polieren der Zähne sowie das Auftragen eines fluoridhaltigen Lackes oder Gels
  • Tipps für die Mundhygiene zu Hause

Wie viel Zahnbelag vor und nach der Reinigung vorhanden ist, können Sie Färbetabletten oder Plaque-Spülungen sichtbar machen.

Wenn Sie bei den Kosten unsicher sind, lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag machen. Sie können außerdem nach der Qualifikation der Fachkraft fragen: Zumindest sollte es eine Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin (ZMP) sein. Am besten qualifiziert ist eine Dentalhygienikerin (DH).

Checkliste:

  • Vergleichen Sie die Preise bei verschiedenen Praxen.

  • Fragen Sie Ihre Krankenkasse, ob sie einen Zuschuss zur PZR bezahlt.

  • Fragen Sie, ob alle oben genannten Schritte Teil der Behandlung sind.

  • Achten Sie darauf, dass der Zahnarzt oder die Zahnärztin den Zustand Ihrer Zähne selbst kontrolliert. Im Zweifel kombinieren Sie die Reinigung mit dem halbjährlichen Kontrolltermin.

  • Das Ergebnis können Sie zu Hause mit Färbetabletten, die Bakterienbeläge anzeigen, überprüfen.

  • Lassen Sie sich genau erklären, wie Sie zu Hause Ihre Putztechnik verbessern können und was Sie dafür verwenden sollten.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf unserem Online-Portal www.kostenfalle-zahn.de

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