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Tierisch überflüssig: Krankenversicherungen für Haustiere

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Ein Haustier kann krank oder bei einem Unfall verletzt werden. Die Behandlung beim Tierarzt oder die Operation ist möglicherweise teuer. Mit einer Tierkrankenversicherung können Sie sich vor diesem finanziellen Risiko schützen – aber lohnt sich das?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Krankenversicherungen für Tiere lohnen sich selten.
  • Versichert werden meist nur gesunde Tiere.
  • Es kann sinnvoll sein, eine OP-Kostenversicherung abzuschließen. Sie springt dann zwar nur bei Operationen ein, ist dafür aber auch deutlich günstiger.
  • Etwas anderes als die Tierkrankenversicherung ist die Tierhalterhaftpflichtversicherung – sie ist aus unserer Sicht ein Muss für Hundehalter.
Ein Hund wird mit einem Stethoskop abgehört.
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Einige Versicherer bieten spezielle Versicherungen für Hunde, Katzen und Pferde an. Doch deren Nutzen ist beschränkt: Die Policen sind teuer, und nicht alle Behandlungen werden bezahlt. Zudem werden meist nur gesunde Tiere versichert. Bleibt also die Frage, ob und in welchen Fällen sich eine Versicherung für einen Vier­beiner überhaupt lohnt.

Eine Tierkrankenversicherung für Hunde wird laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2016 in Deutschland von folgenden Gesellschaften angeboten. Eine neuere neutrale Untersuchung ist derzeit (Stand 2019) nicht bekannt:

  • AGILA Haustierversicherung AG
  • Allianz Versicherungs-AG
  • Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
  • Tiergarant Versicherungsdienst GmbH
  • Uelzener Allgemeine Versicherungsgesellschaft a.G.

Laut Finanztest zahlt ein Hundebesitzer jährlich ab rund 120 bis zu annähernd 1300 Euro. Bei einer Katze beginnen die Tarife bei 160 Euro und enden bei 560 Euro. Im Vergleich hierzu kostet die günstigste OP-Kostenversicherung für einen Hund ab 110 Euro und für eine Katze ab 70 Euro im Jahr.

Die Preisunterschiede und jeweils abgedeckten Risiken sind also enorm. Umso wichtiger ist es, die Tarife und Bedingungen miteinander zu vergleichen und das für Sie passende Angebot auszuwählen.

Wer bekommt eine Versicherung und wann gilt sie?

Versichert werden grundsätzlich nur gesunde Tiere. Oft gibt es ein Mindest- und ein Höchstalter, zwischen dem das Tier sein muss, damit Sie eine Versicherung abschließen können. Zu versichernde Tiere dürfen meist nicht jünger als zwei Monate sein. Bei älteren Tieren oder bei Vorerkrankungen wird mitunter ein tierärztliches Gutachten über den Gesundheitszustand gefordert. Ab einem bestimmten Alter werden Sie in der Regel keine Versicherung mehr bekommen (bei Hunden, die älter als sieben Jahre sind, ist das z.B. meist der Fall).

Als Faustregel gilt: Je älter das Tier bei Vertragsabschluss ist, desto teurer wird der Beitrag.

Bei Krankheiten gilt eine Wartezeit von meist drei Monaten ab Vertragsbeginn. Tritt schon sehr früh nach dem Antrag eine Krankheit ein, werden die Kosten also nicht übernommen. Diese Wartezeit entfällt aber bei Unfällen. Dafür besteht sofort Versicherungsschutz.

Die Beiträge sind meist abhängig von der (Hunde-)Rasse, der Größe, dem Gewicht, dem Alter des Tieres und der Art der Haltung.

Der Versicherungsschutz besteht in Deutschland, bei einem vorübergehenden Auslandsaufenthalt mit Hunden von meist bis zu 12 Monaten europaweit oder sogar weltweit. Falls Sie mit dem Tier reisen möchten, achten Sie auf die genauen Regelungen!

Der Versicherungsvertrag können beide Seiten kündigen – also sowohl Sie als auch der Versicherer. Achten Sie dabei auf die vereinbarte Kündigungsfrist. Kündigen können Sie außerdem nach einer Beitragsanhebung und nach Eintritt des Versicherungsfalls.

Der Vertrag erlischt, wenn das versicherte Tier verkauft wird oder stirbt. Das sollten Sie der Versicherung dann zeitnah mitteilen.

Welche Leistungen bietet die Versicherung?

Eine Tierkrankenversicherung erstattet die Tierarzt- und Operationskosten für ambulante, stationäre und chirurgische Behandlungen, die Medikamente, Unterbringung und die Diagnostik.

Übernommen werden nur medizinisch notwendige Behandlungen. Eine Kastration oder Sterilisation ohne medizinische Not zum Beispiel übernehmen viele Versicherer nicht. Auch eine Tätowierung oder Kennzeichnung mit einem Chip übernehmen nicht alle Versicherer.

In der Regel berechnen die Tierarztpraxen für alle Behandlungen den dreifachen Satz der Gebührenordnung für Tierärzte. Vom Versicherer bezahlt wird nur der zweifache Satz. Nur in begründeten Fällen (zum Beispiel bei Notdiensten) kann bis zum dreifachen Satz gezahlt werden. Üblich ist außerdem, dass nur 80 Prozent der erstattungsfähigen Kosten übernommen werden. Sie zahlen also meist eine Selbstbeteiligung von 20 Prozent.

Beides – die Gebührenordnung und die Selbstbeteiligung – bedeutet, dass Sie bei Untersuchungen und Behandlungen in der Regel einen größeren Teil trotz Versicherung selbst zahlen werden.

Den Tierarzt / die Praxis können Sie sich frei aussuchen, hierzu gehören auch die Tierkliniken. Es kann allerdings sein, dass Sie den beim Abschluss der Versicherung gewählten Haustierarzt aufsuchen müssen.

Lohnt eine Tierkrankenversicherung?

Niedrige Beiträge zahlen nur diejenigen Tierhalter, die ihr gesundes Tier so früh wie möglich versichern. Dafür zahlen Sie dann über viele Jahre Beiträge. Überlegen Sie also, ob sich die Versicherung rechnet. Zumal Standardleistungen wie Impfungen oder Kastrationen bzw. Sterilisationen häufig auch nicht unter den Versicherungsschutz fallen.

Es kann sinnvoll sein, eine reine OP-Kostenversicherung abzuschließen, um die teuren Operationskosten mindestens zu einem Teil erstattet zu bekommen. Für solche Tarife sind die Beiträge niedriger als für die umfassenderen Policen.

Auf die Tierkrankenversicherung können Sie auch ganz verzichten, wenn Sie stattdessen für den Ernstfall eine Rücklage bilden und Geld auf dem Konto für Notfälle reservieren.

Die Beitrags- und Leistungsunterschiede zwischen den Anbietern von Krankenversicherungen sind enorm. Lassen Sie sich im Zweifel unabhängig beraten!

Orientierung bei Tierkrankenversicherungen

Ein Muss: die Tierhalterhaftpflichtversicherung

Mit der Tierkrankenversicherung hat die Tierhalterhaftpflichtversicherung nichts zu tun. Sie ist – aus unserer Sicht – ein absolutes Muss für Hunde- und Pferdehalter. Denn: Sie als Halter haften für Schäden, die Ihr Hund oder Pferd verursacht – auch dann, wenn Sie selbst keine Schuld trifft.

Gerade draußen können Hunde und Pferde enorm hohe Schäden verursachen, wenn sie zum Beispiel im Straßenverkehr unterwegs sind und für schwere Unfälle sorgen. Die Deckungssumme für Personen- und Sachschäden sollte mindestens 5 Millionen Euro betragen. Solche Versicherungen sind vergleichsweise günstig: Die Jahresprämie für Hunde liegt z.B. deutlich unter 100 Euro.

Bei Besitzern von Katzen deckt eine private Haftpflicht­versicherung mögliche Folgen von unkalkulierbarem Verhalten ab.