Vorsicht bei "Pay-Day-Loans" und ähnlichen Klein- und Kurzzeitkrediten

Stand:
"Pay-Day-Loans" tarnen sich als Rettungsanker bei finanziellen Engpässen, doch vor allem drohen weitere Kosten- und Überschuldungsrisiken.
Frau mit Geldscheinen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Anbieter werben mit niedrigeren Kreditsummen, die einfach und schnell verfügbar sein sollen.
  • "Optionale Zusatzleistungen" machen den Kredit schnell teurer als gedacht.
  • Im Falle eines Zahlungsverzugs entstehen weitere Kosten.
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Für die kurzfristige Überbrückung von Liquiditätsproblemen nutzen Viele hierzulande meist ihren Dispo. Hingegen sind Klein- und Kurzzeitkredite, auch als "Pay-Day-Loans" bekannt, in Deutschland ein relativ neues Phänomen. Was in anderen Ländern als Dispoersatz dient, um einen finanziellen Engpass bis zur nächsten Lohnzahlung zu überbrücken, "tarnt" sich in Deutschland als "Rettungsanker" für Menschen, die alle anderen Kreditmöglichkeiten ausgeschöpft haben. Anbieter solcher Kredite werben regelmäßig damit, dass die eher niedrigen Kreditsummen in sehr kurzer Zeit verfügbar sind und ein einfacher Kreditabschluss über das Internet möglich sein soll.

Diese Kreditformen können aber sehr teuer werden. Neben dem meist hohen Zinssatz werden regelmäßig teure, sog. "optionale Zusatzleistungen" angeboten: Beispielsweise um das dringend benötigte  Geld schneller auf dem Konto zu haben oder mehr Zeit als wenige Wochen oder Monate für die Rückzahlung zu bekommen. Ohne die Inanspruchnahme der angeblich "optionalen Zusatzleistungen" macht der Kredit für Menschen mit dringendem Geldbedarf häufig aber gar keinen Sinn, weil die Kreditsumme ohne die "beschleunigende" Zusatzleistung dann eben doch nicht so schnell fließt. Damit wird diese Art von Kredit dann schnell sehr teuer. Häufig nicht erkennbar sind dazu noch weitere Kosten, die im Falle des Zahlungsverzugs auf die Kreditnehmer:innen zukommen können.

Anders als viele Anbieter gehen Verbraucherschützer davon aus, dass auch die Kosten von Zusatzprodukten in die Gesamtkosten des Kredits mit einberechnet werden müssen. Tut man dies, wird sich in vielen Fällen die Frage stellen, ob diese Kosten nicht sittenwidrig hoch sind.

Problematisch ist weiterhin, dass das Angebot der "Pay-Day-Loans" häufig von Menschen in Anspruch genommen wird, die bereits überschuldet sind. Droht beispielsweise eine Stromsperre und ist auf herkömmlichem Weg kein Kredit mehr zu bekommen, greifen Verzweifelte nach dem vermeintlichen Strohhalm des "Pay-Day-Loans". Allerdings lässt sich so nachhaltig keine Überschuldung beseitigen – vielmehr wächst der Schuldenberg immer noch etwas mehr an.

Betroffenen ist zu raten, sich lieber so schnell wie möglich an eine behördlich anerkannte, gemeinnützige – für sie möglichst kostenfreie – Schuldnerberatung zu wenden, um sich helfen zu lassen einen Weg aus der Verschuldungsspirale zu finden.

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