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Heizung optimieren und Heizkosten sparen

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Rohrdämmung, Pumpe und Co.: Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihre Heizungsanlage optimieren können – und so Geld und Energie sparen!

Das Wichtigste in Kürze:

  • Viel können Sie bereits mit der richtigen Thermostateinstellung und gedämmten Heizungsrohren sparen!
  • Wichtig ist ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage.
  • Neue hocheffiziente Heizungspumpen verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom.
  • Moderne Heizungsregelungen lassen sich auch mit Smartphone & Co. von unterwegs steuern.
Heizung optimieren
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Das Heizungssystem

Für die Optimierung der Heizung, sollten Sie einen Blick auf die Wärmeverteilung im gesamten Haus werfen. Welche Komponenten dabei wichtig sein könnten, zeigt diese Grafik:

Aufbau einer Heizungsanlage

Stellen Sie nicht nur den Heizkessel, sondern auch die Heizungspumpe und Heizungsregelung auf Ihren tatsächlichen Wärme- und  Warmwasserbedarf ein. Der richtige Dreh am Thermostat, eine gute Dämmung der Rohrleitungen und die fachgerechte Auslegung der Heizkörper oder Flächenheizungen, wie zum Beispiel einer Fußbodenheizung, sind ebenfalls wichtig für einen effizienten und sparsamen Heizbetrieb.

Noch mehr Heizenergie und Geld können Sie mit einer guten Wärmedämmung  des Gebäudes sparen. In diesem Fall können Sie eine neue Heizungsanlage gleich kleiner auslegen.

Der erste Schritt: Thermostat richtig einstellen

Thermostat einstellen

Mit jedem Grad weniger können Sie ungefähr 6 Prozent Heizenergie einsparen. Somit sind Thermostate an Heizkörpern echte Energiesparhelfer, die Klima und Konto schonen – egal ob von Hand gedreht oder automatisch programmiert.

Pro Grad weniger sparen Sie ca. 6% Heizkosten

Ein Thermostatventil lässt nur so viel heißes Wasser in einen Heizkörper fließen, wie Sie für Ihre Wunschtemperatur benötigen. Welche Temperatur das ist, hängt von Ihrem persönlichen Empfinden und der Nutzung des Raums ab. Temperaturen zwischen 18° Celsius im Schlafzimmer und 21° Celsius im Wohnzimmer reichen meistens aus. In ungeheizten Räumen sollte die Temperatur nicht unter 16° Celsius fallen – sonst droht Feuchtigkeit an den Wänden und Schimmel.

So stellen Sie das Thermostat richtig ein: Bei einem Standard-Thermostat entspricht Stufe 2 etwa 16° Celsius, Stufe 3 etwa 20° Celsius und  Stufe 4 etwa 24° Celsius.

Viele Personen drehen Ihr Thermostat auf Stufe 5 – damit die Räume vermeintlich schneller warm werden. Das ist nicht notwendig: es verschwendet viel Energie und der Raum fühlt sich mit molligen 28 Grad schnell zu heiß an!

Drehen Sie außerdem das Thermostat herunter, wenn Sie nicht zu Hause sind, lüften wollen oder in der Nacht. Jedoch nie unter 16° Celsius – um Schimmelbildung zu vermeiden.

Energiesparendes Heizen ist mit allen Arten von Thermostaten gut möglich. Welche Arten von Thermostaten es gibt und wie Sie diese beispielsweise im Smart Home vernetzen, erfahren Sie hier.

Einfach, schnell und günstig: Rohre und Armaturen dämmen

Frau dämmt Heizungsrohre

Dämmen Sie Ihre Heizungsrohre und Heizungsarmaturen und sparen Sie pro Meter Rohr bis zu 14 Euro im Jahr – es lohnt sich also auch bei wenigen Metern. Mit einer Rohrdämmung stellen Sie sicher, dass auf Dauer keine Wärme auf dem Weg vom Keller durchs Haus verloren geht.

Sie wollen im Winter Ihre Wäsche im Keller trocknen und dämmen deshalb die Rohrleitungen nicht? Das lohnt sich nicht: Sie verschwenden Energie und Geld. Zudem ist die Luft im Winter ohnehin meist trocken – die Wäsche trocknet schneller.

Rohre dämmen können Sie ganz einfach selbst!

Für die Rohrisolierung müssen Sie keinen Fachbetrieb beauftragen: Alle Materialien erhalten Sie günstig im Baumarkt, beispielsweise Rohrisolierungen aus Kunststoff, Dämmschalen, Kunststoffkleber und Isolierband. Sie können mit etwa 3 bis 10 Euro Materialkosten pro laufendem Meter rechnen. Mit etwas Übung können Sie die Rohre selbst isolieren – schauen Sie sich hierzu unser Erklärvideo an:

Die lückenlose Dämmung von Heizungsrohren, Leitungen und Armaturen in unbeheizten Räumen ist in der Energieeinsparverordnung (EnEV) für alle Gebäude vorgeschrieben. Die Dämmstärke muss dabei mindestens dem Rohrdurchmesser entsprechen! Die Regelung betrifft alle zugänglichen, Rohrleitungen und Armaturen, die die Wärme transportieren für Heizung, warmes Trinkwasser und die Trinkwasserzirkulation im Keller.

Hydraulischen Abgleich durchführen lassen: Wassermenge optimieren

Mann rechnet mit Zettel und Stift

Die Heizungskörper in den unteren Etagen sind wärmer als in den oberen? Die einzelnen Bestandteile der Heizung, also Heizungspumpe, -leitungen und -körper könnten nicht exakt aufeinander abgestimmt sein. Oft wird eine viel zu große Wassermenge durch einzelne Heizkörper transportiert und in anderen kommt zu wenig an. Das ist ineffizient, erhöht den Wärmeverlust der Heizung und treibt den Stromverbrauch der Umwälzpumpe in die Höhe.

Hydraulischer Abgleich spart ca. 5% Heizkosten

In diesem Fall ist ein hydraulischer Abgleich empfehlenswert: Ein hydraulischer Abgleich optimiert die Wassermenge in den Rohrleitungen und Heizkörpern. Dadurch werden alle Räume im Gebäude gleichmäßig beheizt und Sie können mit einer jährlichen Einsparung in Höhe von 5 Prozent Ihrer Heizkosten rechnen.

Sinnvoll ist der hydraulische Abgleich grundsätzlich bei allen Gebäuden – unabhängig vom Baualter! Besonders zu empfehlen ist der hydraulische Abgleich bei Brennwertkesseln. Denn diese Geräte arbeiten nur dann höchst effizient, wenn die Rücklauftemperaturen möglichst niedrig liegen. Bei Erdgas als Brennstoff sollte diese Temperatur unterhalb von 56° Celsius liegen.

Wichtig: Den hydraulischen Abgleich sollte ein Fachbetrieb mit entsprechender Erfahrung durchführen.

Es gibt 2 Verfahren:

  • Beim einfachen Verfahren wird der Heizbedarf aller Räume, auch Heizlast genannt, geschätzt. Anhand dieser Schätzung wird die Heizung optimal eingestellt. Es eignet sich vor allem für Bestandsgebäude und verursacht Kosten für ein Einfamilienhaus in Höhe von 600 bis 1.200 Euro.
  • Das zweite Verfahren ist deutlich genauer und dadurch empfehlenswerter. Hierbei wird die Heizlast für jeden Raum exakt berechnet. Die Kosten für dieses aufwendige Verfahren liegen zwischen 1.500 und 3.000 Euro. Zuschüsse im Rahmen einer Baubegleitung reduzieren den Preis jedoch. Dieses genaue Verfahren ist sowohl für Bestands- und Neubau geeignet.

Technik und Ablauf eines hydraulischen Abgleichs haben wir für Ihre vertiefende Recherche zusammengefasst.

Heizungsregelung an den Bedarf anpassen

Moderne Heizungsregelung an der Wand

Ist die Regelung Ihrer Heizung nicht optimal eingestellt, kann das höhere Heizkosten oder zu niedrige Temperaturen zur Folge haben. Die Regelung passt Wärmeerzeugung und -verteilung automatisch an Ihren aktuellen Bedarf an, sodass der Energieträger (zum Beispiel Gas oder Holzpellets) möglichst effizient genutzt wird.  Richtig eingestellt können Sie etwa 5% Ihrer Heizkosten einsparen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Heizungsanlage richtig eingestellt ist. Dann liefert sie vollautomatisch die gewünschte Raumtemperatur.

Vorlauftemperatur richtig einstellen

Die Vorlauftemperatur der Heizungsanlage lässt sich an die Umgebungstemperatur anpassen. Dies geschieht entweder abhängig von der gemessenen Außentemperatur (witterungsgeführt) oder der Raumtemperatur (raumtemperaturgeführt). Bei der witterungsgeführten Regelung informiert ein Temperatursensor an der Außenwand des Gebäudes die Regelung über die aktuelle Temperatur. Je kälter es draußen ist, umso höher ist die Vorlauftemperatur. Damit kann ein erfahrener Fachbetrieb für jedes Gebäude entsprechend des Sanierungszustandes und Ihren persönlichen Bedürfnissen die so genannte Heizkurve einstellen. Bei richtiger Einstellung werden die gewünschten Raumtemperaturen erreicht und gleichzeitig der Energieverbrauch minimiert. Optimal sollten die Vorlautemperaturen so niedrig wie möglich eingestellt sein, dass die Räume bei voll geöffneten Thermostatventilen – meist Stufe 5 –  noch warm genug sind! Auch in sehr gut gedämmten Gebäuden ist die individuelle Einstellung der Heizung wichtig um Energie und Kosten zu sparen.

Moderne Regelungen lassen sich auch mit dem Internet verbinden: Wetterprognosetools informieren dann schon im Voraus über kommende Temperaturen. Damit können Sie noch schneller als mit dem Außentemperaturfühler auf Temperaturschwankungen reagieren – und mehr Energie sparen.

Die Heizungsregelung lässt sich auch über Zeitprogramme, auch "Zeitschaltuhr", einstellen. Dann können Sie die Heizung je nach Tageszeit oder persönlichem Bedarf auf Nachtabsenkung oder Nachtabschaltung stellen. Bei der Nachtabsenkung laufen Kessel und Pumpe mit niedriger Temperatur weiter, bei der Nachtabschaltung bleiben sie aus.

Sogenannte selbstlernende Regelungen passen sich sogar an schwankende Außentemperaturen an. Sie stellen automatisch fest, wann die Heizung mit der Nachtabsenkung oder mit der Aufheizung beginnen muss, damit die vorgegebenen Raumtemperaturen zur richtigen Zeit erreicht werden können.

Ebenfalls ist es möglich, moderne Heizsysteme über das Smartphone oder Tablet zu regeln. Damit können Sie auch von unterwegs die Temperatur steuern, wenn niemand Zuhause ist. Das spart Energiekosten und erhöht den Komfort, wenn die Heizung beim Heimkommen bereits warm ist.

5 Tipps zum Einstellen der Heizungsanlage

  1. Stellen Sie bei Reglern mit Wochenprogramm unterschiedliche Absenkzeiten für Arbeitstage und Wochenende ein.
  2. Passen Sie die Heizungsregelung an die Sommer- und Winterzeit an. Neue Regelungen machen das meistens automatisch.
  3. Sie fahren in den Urlaub? Im Sommer sollten Sie die Heizungsregelung für Warmwasser schon am Vortag der Abreise ausschalten. Im Winter ist es gut, bei längerer Abwesenheit den Frostschutz- oder Absenkbetrieb einzuschalten. Beachten Sie aber: Die Aufheizung eines ausgekühlten Gebäudes kann 1 bis 2 Tage dauern.
  4. Wenn es draußen kalt ist: Achten Sie darauf, dass die Temperatur im Haus bei einer Nachtabschaltung nicht unter 16° Celsius sinkt. Falls doch: auf Nachtabsenkung umschalten.
  5. Falls es draußen eher mild ist: Stellen Sie von einer Nachtabsenkung auf Nachtabschaltung um.

Heizungspumpe austauschen: Stromverbrauch senken

Hocheffizienz-Heizpumpe

Die Heizungspumpe hält den Kreislauf des erwärmten Wassers zwischen Kessel und Heizkörpern in Gang. Sie wird daher auch oft als "Herz der Heizung" bezeichnet. Ein Einbau einer modernen Hocheffizienzpumpe kann bis zu 130 Euro im Jahr sparen.

Heizungspumpen arbeiten im Jahr etwa 6.000 Stunden; hauptsächlich im Winter. Sie sind stille, aber kräftige Energieverbraucher. Ältere Pumpen mit einer Leistung von 80 bis 100 Watt oder mehr verursachen rund 10 Prozent des durchschnittlichen Stromverbrauchs im Haushalt. Manchmal kann ein hydraulischer Abgleich den Energieverbrauch der alten Pumpe drastisch senken.

Hocheffizienzpumpen verbrauchen 90% weniger Strom!

Meistens ist der Austausch gegen eine moderne Hocheffizienzpumpen aber die wirtschaftlichste Lösung: Moderne Hocheffizienzpumpen verbrauchen 90 Prozent weniger Strom! Ihnen genügen inzwischen 15 Watt oder weniger. Denn: moderne, geregelte Pumpen passen ihre Drehzahl an den tatsächlichen Bedarf an, während alte Pumpen stets mit der gleichen Leistung laufen.

Als Faustregel beim Austausch gilt: Für jeden Heizkörper werden etwa 0,5 bis 1 Watt elektrische Leistung benötigt.

Die Investitionskosten von 100 bis 300 Euro für eine neue Umwälzpumpe und etwa 120 Euro für den Einbau zahlen sich in kürzester Zeit aus. Außerdem wird der Austausch von alten Heizungspumpen zu Hocheffizienzpumpen durch das BAFA mit 30 Prozent der Investitionskosten gefördert. Weitere Fördermittel bieten oft Länder und Kommunen an: Fragen Sie nach!

Kennzeichnung für effiziente Pumpen

Für Heizungspumpen gilt der "Energie-Effizienz-Index" (kurz EEI). Je kleiner der EEI ist, desto geringer ist der Stromverbrauch der Pumpe. Für neue Pumpen beträgt der maximal zulässige EEI nur noch 0,23. Sehr sparsame Pumpen erreichen schon heute einen EEI von unter 0,20. Anbieter nutzen aber weiterhin auch das freiwillige Energielabel von A (effizient) bis G (wenig effizient).

Warmwasser: Betriebszeiten einschränken

Duschkopf mit Wasser

Stellt die Heizung zentral auch das Warmwasser bereit, überwacht die Regelung mit einer sogenannten "Vorrangschaltung" gleichzeitig die Erwärmung des Wassers im Trinkwasserspeicher. Sie sollten darauf achten, den Warmwasserbetrieb möglichst nur einmal aufzuheizen. Hier reicht üblicherweise eine Speichertemperatur von 55° Celsius.

In vielen Gebäuden ist zusätzlich eine Zirkulationspumpe für das warme Wasser in Küche und Bad installiert. Diese Pumpe dient dazu, warmes Wasser besonders schnell zu den einzelnen Zapfstellen zu leiten. Oft läuft die Pumpe hierfür rund um die Uhr. Prüfen Sie, ob das wirklich erforderlich ist. Die meiste Zeit des Jahres brauchen Sie in den Nachtstunden keine Heizung und kein warmes Wasser. Für diese Zeiten können Sie die Pumpe durch die Heizungsregelung abschalten oder in Intervallen takten lassen.

Dies ist auch mit Hilfe einer Zeitschaltuhr möglich. Die Pumpe lässt sich auch von zentralen Stellen der Wohnung per Funktaste für eine begrenzte Laufzeit einschalten. Aufwändiger – aber sehr komfortabel – sind Pumpen mit "selbstlernender" Elektroniksteuerung, die sich Ihren Verbrauchsgewohnheiten anpassen.

Auch für den Austausch Ihrer alten Warmwasser-Zirkulationspumpe können Sie bis zu 30 Prozent Ihrer Nettokosten als Zuschuss von der BAFA erhalten.