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Wärmedämmung für Dach, Fassade und Keller spart Energie

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Eine gute Dämmung hält die Wärme im Haus und beugt Bauschäden vor. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Wärmeschutz fürs Dach, die Wände und die Kellerdecke erhöhen können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Fassadendämmung ist eine der wirksamsten Maßnahmen zum Energiesparen und in vielen Fällen ein sinnvoller erster Schritt.
  • Die am weitesten verbreitete und oft auch einfachste Art der Fassadendämmung ist das Wärmedämmverbundsystem.
  • Beim unbeheizten Keller lohnt es sich, die Decke zu dämmen, das sorgt auch für einen angenehm warmen Boden im Erdgeschoss.
  • Schrägdächer können Sie von innen oder von außen dämmen.
  • Ist der Dachboden unbeheizt und soll es auch bleiben, reicht es, die oberste Geschossdecke zu dämmen.
Verschiedene kleine Häuser aus unterschiedlichen Dämmstoffen
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Kellerdämmung

Heimwerker dämmt auf einer Leiter stehend seine Kellerdecke
Foto: Alexander & Theresia Schulz / AdobeStock

 

Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie die Decke im Keller meist selbst dämmen.

Die Dämmung der Decke spart in einem unbeheizten Keller Energie und sorgt für einen angenehm warmen Fußboden im Erdgeschoss. Da sie zudem mit wenig finanziellem Aufwand umsetzbar ist, ist sie immer zu empfehlen.

Prüfen Sie vor dem Dämmen auf jeden Fall, wie viel niedriger der Raum dadurch wird, die Dämmschicht braucht schließlich Platz.

Bei glatten Betondecken können Sie Dämmplatten einfach unter die Kellerdecke kleben oder dübeln. Gut geeignet sind zum Beispiel Polystyrol- oder naturnahe Holzweichfaserplatten. Wasser-, Heizungs- und Stromleitungen lassen sich damit mit vertretbarem Aufwand „verpacken".

Bei Balkendecken oder gewölbten Decken ist in der Regel eine Unterkonstruktion nötig. Dabei wird der Hohlraum zwischen Decke und Konstruktion mit Dämmstoff verfüllt. "Verschwinden" dabei Rohre in der Dämmschicht, sollten Sie deren Lage zuvor dokumentieren.

Damit sich durch die kalten Kellerräume keine Wärmebrücken  bilden, lohnt es, die oberen 50 Zentimeter der Kellerwände gleich mit zu dämmen. Auch die Wände des Kellerabgangs sollten Sie auf der kalten Seite gleich mitdämmen sowie die Treppe selbst abdichten und ebenfalls dämmen.

Generell gilt: Gedämmt werden darf nur, wenn die Kellerwände trocken sind. Andernfalls sollten Fachleute zunächst die Ursache der Feuchtigkeit klären und diese beseitigen.

Dämmung der obersten Geschossdecke

Um Wärmeverluste ganz oben im Haus zu verringern, haben Sie 2 Möglichkeiten: Sie können das Dach dämmen oder die oberste Geschossdecke.

Ist der Dachboden unbeheizt und soll es auch bleiben, reicht die Dämmung der obersten Geschossdecke. Das ist einfacher und spart in diesen Fällen auch mehr Energie als eine Dachdämmung.

Es gibt eine Pflicht zur Dämmung der obersten Geschossdecke. Die EnEV schreibt die Maßnahme für alle Hausbesitzer vor, die erst nach 2002 in ihre Immobilie eingezogen sind. Ausnahmen gibt es noch für bestimmte Decken, die bereits einen sogenannten Mindestwärmeschutz haben.

In den meisten Fällen werden Dämmstoffmatten oder -platten von oben auf die Decke gelegt. Das können Sie mit etwas handwerklichem Geschick insbesondere auf Betondecken selbst vornehmen. Achten Sie dabei vor allem auf eine saubere, lückenlose Ausführung an den Deckenrändern. Bei alten Holzbalkendecken empfiehlt es sich, eine zusätzliche Dichtigkeitsebene anzubringen, denn häufig sind diese Balkendecken nicht luftdicht. Hier ist ohnehin eine fachliche Beratung zu den verschiedenen möglichen Ausführungsmöglichkeiten und ihren Vor- und Nachteilen im Einzelfall unbedingt zu empfehlen.

Innenwände, die die Dämmschicht unterbrechen, sollten Sie bis zu einer Höhe von 50 Zentimetern mitdämmen. Gleiches gilt für Schornsteine. Bei Außenwänden ist das nur nötig, wenn eine Außenwanddämmung besteht oder geplant ist.

Müssen Sie den Dachboden nicht betreten, reicht teilweise loser Dämmstoff wie zum Beispiel einfach aufgelegte Mineralwolle oder Holzfaser. Bei Holzbalkendecken ist es auch möglich, die Zwischenräume zwischen den Balken mit Dämmstoff auszublasen – das sollte natürlich ein Fachunternehmen machen.

Wichtig ist in jedem Fall, dass keine warme - und damit feuchte - Luft aus den beheizten Räumen durch die Dämmung strömt. Sonst schlägt sich Wasser nieder und es drohen Schimmel und Bauschäden. Das bedeutet, dass alle Rohre und anderen Elemente, die durch die Decke verlaufen, luftdicht abgeschlossen werden müssen.

Im Bereich von Türen müssen Sie darauf achten, dass diese auch nach der Dämmung nutzbar bleiben. Ungedämmte Einschubtreppen zum Dachboden sollten Sie durch gedämmte Modelle ersetzen oder durch eine zusätzliche, darüber liegende Klappe mitdämmen. Achten Sie darauf, dass die Klappe luftdicht abschließt – hier helfen Dichtungsbänder oder -profile.

Dämmung des Dachs

Bei Schrägdächern gibt es 2 mögliche Vorgehensweisen: Dämmung von innen oder von außen.

Handwerker dämmt Dach von innen
Foto: artursfoto / Fotolia

Bei der Innendämmung werden meist Dämmmatten zwischen die schrägen Traghölzer des Dachs, die sogenannten Sparren, geklemmt. Wenn die Sparren dafür nicht dick genug sind, wird das Dämmmaterial unter ihnen angebracht. Auch eine Kombination von beidem ist denkbar. Der Nachteil der kostengünstigen Innendämmung ist, dass Wärmebrücken entstehen können. Zudem ist auf der Raumseite eine luftdichte Folie nötig, damit feuchte Luft aus den beheizten Räumen nicht durch die Dämmung strömen kann. Sonst schlägt sich Wasser nieder, was zu Schimmel und Bauschäden führen kann. Schornsteine und andere Elemente, die durch die Decke verlaufen, müssen deshalb luftdicht angeschlossen werden.

Fehler bei der Planung oder Ausführung können schwere Schäden am Dachstuhl verursachen.

Effektiver ist die Außendämmung, die nur Fachleute durchführen können. Dabei wird die Dämmschicht zwischen den Sparren und der sogenannten Dachhaut angebracht. Dafür muss das Dach komplett abgedeckt werden. Es bietet sich deshalb vor allem dann an, wenn Sie zum Beispiel Dachziegel ohnehin erneuern lassen müssen. Damit die Maßnahme planungsrechtlich erlaubt ist, brauchen Sie unter Umständen einen statischen Nachweis.

Ist das Dachgeschoss unbeheizt, bietet sich statt der Dachdämmung die wesentlich einfachere Dämmung der obersten Geschossdecke an.

Handwerker dämmt die Fassade eines Hauses von außen auf einem Gerüst stehend
Foto: Ingo Bartussek / Fotolia

Dämmung der Wände

Die Fassadendämmung ist einer der wirksamsten Maßnahmen zum Energiesparen und in vielen Fällen ein sinnvoller erster Schritt. So ist es zum Beispiel empfehlenswert, erst den Heizbedarf im Haus durch Dämmmaßnahmen zu senken, bevor Sie Ihre Heizung austauschen. Die neue Heizung kann dann oft kleiner und damit sparsamer ausfallen als die alte.

Auch im Zusammenspiel mit einem Fenstertausch ist die Wärmedämmung der Fassade der logische erste Schritt. Denn moderne Fenster mit sehr gutem Wärmeschutz sollten nicht in Wände eingebaut werden, die schlecht oder gar nicht gedämmt sind. Da die neuen Fenster im Allgemeinen auch dichter sind, verbleibt mehr Feuchtigkeit im Raum, kondensiert an der Wand und erhöht so das Schimmelrisiko.

Eine Fassadendämmung als Einzelmaßnahme ergibt also durchaus Sinn. Welche Schritte in welcher Reihenfolge für Ihr Haus optimal sind, erfahren Sie in einer unabhängigen Energieberatung.

Bei der Fassadendämmung sollten Sie immer auch an die Belüftung denken, da Sie während einer Sanierung in der Regel auch Maßnahmen ergreifen werden, um die Luftdichtheit zu erhöhen. Dadurch müssen Sie aktiver für Frischluft sorgen, um Feuchtigkeit und Schadstoffe hinaus zu bekommen und Sauerstoff herein.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Außenwände eines Hauses zu dämmen. Von außen umgesetzt werden Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) oder Vorhangfassaden. Bei zweischaligem Mauerwerk können Sie eine Kerndämmung vornehmen lassen. In manchen Fällen kommt auch eine Innendämmung in Frage.

Wärmedämmverbundsystem

Die einfachste und am weitesten verbreitete Art der Fassadendämmung ist ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS).

Querschnitt eines Wärmeverbunddämmsystems
Foto: Verbraucherzentrale NRW / Evelyn Hillebrand

Hierfür werden Dämmstoffplatten auf das Mauerwerk geklebt oder gedübelt. Dann wird in mehreren Schichten Putz aufgetragen – einschließlich einer Armierungsschicht aus Glasfasergewebe. Diese verhindert, dass sich Risse durch Temperaturunterschiede oder Erschütterungen bilden.

Damit das WDVS Witterungseinflüssen standhält, müssen die Komponenten gut aufeinander abgestimmt sein. Deshalb sollten Sie nur bauaufsichtlich zugelassene Systeme verwenden und es vermeiden, Bestandteile verschiedener Hersteller oder Systeme miteinander zu kombinieren. Die verschiedenen WDVS-Systeme unterscheiden sich zudem nicht nur mit Blick auf den Preis, sondern auch in ihrer Qualität.

Die Dämmplatten im WDVS müssen nahtlos aneinander stoßen. Mit großer Sorgfalt sind auch alle Anschlüsse und Durchdringungen zu behandeln. Das sind die Stellen, an denen Bauteile wie etwa Balkonbefestigungen oder Vordächer durch die Dämmschicht herausragen: Sie sind jeweils mit Dichtungsbändern abzukleben. Bei WDVS-Systemen von hoher Qualität kommen hierfür speziell geformte Kunststoffprofile zum Einsatz. Diese können die unvermeidbaren, kleinen Unregelmäßigkeiten zum Beispiel an den Fugen zwischen Fenster und Putz am besten aufnehmen. Auch Längenänderungen durch Temperaturschwankungen gleichen sie besser aus als einfaches Dichtungsband.

Mit einem WDVS erhält die Außenwand einen komplett neuen Fassadenputz. Dafür stehen zahlreiche Putzarten zur Auswahl. Sie sind unterschiedlich dick und haben verschiedene Oberflächen. Dickere Putze sind in der Regel langlebiger als Dünnputzsysteme und deshalb zu empfehlen. Sie schützen die Dämmung besser vor Beschädigungen. Außerdem reagiert dicker Putz langsamer auf Temperaturschwankungen. Das kann Algenwuchs vorbeugen.

Weiterer Vorzug der dickeren Putzschicht: Sie bietet mehr Gestaltungsmöglichkeiten als der Dünnputz. Klassische Putzoberflächen sind sogenannter Reibeputz, Kratz- oder Kammputz. Hier gibt es vielfältige Optionen.

Da die Wand durch das WDVS dicker wird, sollten Sie vorab auch den Dachrand in den Blick nehmen lassen: Der sogenannte Dachüberstand muss weit genug über die Wand herausragen, um diese auch nach der Verbreiterung noch vor Regen zu schützen. Ist das nicht der Fall, müssen Sie den Überstand vergrößern lassen.

Damit Fenster nach der Dämmung nicht zu tief in der Wand liegen, können Sie im Zuge der Dämmmaßnahme etwas nach außen verschoben werden. Das verhindert den sogenannten Schießscharteneffekt, also den verminderten Lichteinfall und eingeengten Blickwinkel durch tief in der Wand liegende Fenster.

Hinterlüftete Fassade

Bei der hinterlüfteten Fassade oder Vorhangfassade wird der Dämmstoff direkt an die Außenwand angebracht, aber nicht verputzt. Stattdessen wird die Fassade an einer eigenen Unterkonstruktion befestigt. Zwischen der Außenbekleidung und der Dämmschicht bleibt eine Lücke, durch die Luft strömt – daher der Name „hinterlüftete Fassade“.

Eine hinterlüftete Fassade bestehend aus Verkleidung und Dämmstoff vor der eigentlichen Fassade
Foto: schulzfoto / Fotolia

Gegenüber dem Wärmedämmverbundsystem hat die hinterlüftete Fassade 2 Vorteile:

  • Sie birgt ein noch kleineres Risiko von Bauschäden, weil der Luftstrom hinter der Fassade Feuchtigkeit zuverlässig abtransportiert. Beschädigungen der Fassade können relativ leicht repariert werden.
  • Außerdem sind die Möglichkeiten der optischen Gestaltung größer, denn die Fassade kann aus allen witterungsbeständigen Stoffen bestehen. Von Holz über Schiefer und andere Steinarten bis hin zu Glas und Kunststoffen kommen viele Materialien in Betracht.

Eine Vorhangfassade ist in der Regel teurer als ein Wärmedämmverbundsystem.

Auch hier müssen Sie darauf achten, dass Ihr Dachüberstand groß genug ist, um die Außenwand auch mit der vorgehängten Fassade noch zu überragen. Sonst muss er vergrößert werden.

Kerndämmung

Die Kerndämmung kommt nur bei sogenanntem zweischaligem Mauerwerk in Frage. Das ist eine Bauweise, bei der vor der tragenden Wand mit etwas Abstand ein weiteres Mauerwerk steht, das den Witterungsschutz übernimmt. Den Zwischenraum zwischen den beiden Mauern können Sie in vielen Fällen nachträglich mit Dämmstoff füllen lassen. Das Material wird dann als Schüttgut, Granulat oder Fasern durch Öffnungen in der Außenwand eingeblasen. Dabei ist darauf zu achten, dass keine Hohlräume bleiben. Für eine Kerndämmung geeignet sind nur wasserabweisende Materialien wie Mineralfaserflocken, Perlite-Granulate oder Polystyrol-Perlen.

Auch das Ausschäumen des Hohlraums ist eine Möglichkeit. Dazu wird Dämmschaum in den Hohlraum ausgespritzt, wo er aushärtet. Sollten die verwendeten Schäume Formaldehyd enthalten, müssen Sie bei dieser Variante gut prüfen, ob die innere Mauerschale absolut intakt ist. Andernfalls kann der gesundheitsschädliche Stoff in die Wohnräume gelangen.

Vor einer Kerndämmung wird ein Fachbetrieb mit einer Endoskopie prüfen, ob die Methode in Frage kommt. Dazu führen die Fachleute eine kleine Kamera durch die Außenwand in den Zwischenraum ein und schätzen so die Bedingungen ein.

Vergleichsweise günstig, aber oft auch nicht sehr effizient.

Eine Kerndämmung ist vergleichsweise günstig. Sie ist allerdings oft auch nicht sehr effektiv, weil der nutzbare Hohlraum zwischen den Mauerwerken nicht sehr breit ist. In solchen Fällen sollten Sie entweder auf eine andere Methode zurückgreifen oder die Gesamteffizienz des Hauses durch eine besonders gute Dachdämmung sicherstellen.

Innendämmung

Die Innendämmung hat gegenüber anderen Dämmmethoden einige Nachteile. Deshalb sollte sie nur unter bestimmten Bedingungen zum Einsatz kommen.

So verkleinert eine Innendämmung nicht nur die Räume, es entstehen auch immer Wärmebrücken. Das passiert an allen Stellen, an denen Innenwände oder Decken in der Wohnung die Dämmschicht unterbrechen.

Außerdem ist die Gefahr größer, dass sich Feuchtigkeit aus der warmen Raumluft an der Innenseite der Wand niederschlägt und dort Schimmel begünstigt und Bauschäden verursacht. Denn die Oberfläche der Wandinnenseite liegt bei dieser Methode ja hinter der Dämmung, ist also kalt. Deshalb muss eine Innendämmung vollflächig an der Wand montiert werden, so dass keine Luft hinter sie strömen kann. Oder eine sogenannte Dampfsperre in Form einer Folie verhindert das Durchdringen der Feuchtigkeit bis zur Wand. Auch die Wahl der Dämmplatten kann hier entscheidend sein.

Am besten sind Materialien wie Calciumsilikat- oder Perlite-Platten, die Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Dennoch gibt es sinnvolle Einsatzsituationen für eine fachgerecht ausgeführte Innendämmung. Zum Beispiel, wenn der Denkmalschutz Veränderungen am äußeren Erscheinungsbild des Gebäudes verbietet. Auch in selten genutzten Räumen oder im Keller kann die Innendämmung sinnvoll sein.

Fachwerkhaus
Foto: hanseat / Fotolia

Lassen Sie sich in jedem Fall von unabhängigen Experten beraten, bevor Sie sich zu einer Innendämmung entscheiden. Wenn alle Möglichkeiten zur Verfügung stehen, ist sie selten die beste Wahl. Lassen Sie eine Innendämmung in Wohnräumen zudem nur von Fachleuten umsetzen.

 

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