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Bei Neugeräten auf DAB+ wechseln: Gründe fürs Digitalradio

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • DAB+ setzt sich als Radio der Zukunft nur langsam durch. Aber beim Autokauf oder wenn sowieso ein neues Gerät für die Wohnung her soll, lohnt der Wechsel auf die neue Technologie.
  • Digitalradio (DAB+) soll das klassische Radio ersetzen. Grund zur Eile gibt es aber nicht – für die Abschaltung von UKW in Deutschland gibt es nicht einmal einen Termin.
  • Die Digital-Technik bietet eine Reihe von Vorteilen: Mittlerweile sind viele Sender verfügbar, die Abdeckung und die Tonqualität sind sehr gut.
  • Wer ein neues Radio kauft, sollte auf jeden Fall ein DAB+-Gerät wählen, da UKW-Radios auf Dauer nicht zukunftssicher sind. Außerdem beherrschen alle Geräte auch die alte Empfangstechnik.
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Autoradio
Foto: magicpitzy / Fotolia.com

Die UKW-Technik ("Ultrakurzwelle") aus den 1950er Jahren ist aus heutiger Sicht uneffektiv, teuer und technisch veraltet. Daher soll das Digitalradio (DAB+) die klassische UKW-Übertragung nach und nach ablösen.

Mit der Mittelwelle ist das bereits geschehen. Die letzten deutschen Mittelwellensender wurden Ende 2015 eingestellt, viele werden nun digital ausgestrahlt.

Deutschlandweit liegt die DAB+-Abdeckung beim Empfang mit Zimmerantenne derzeit bei 82 Prozent im Haus und bei 92 Prozent beim Empfang mit Außen- oder Dachantenne. Das bedeutet: Nicht an jedem Ort können Sie DAB+ empfangen. Aber: Alle DAB+-Geräte beherrschen auch UKW, sodass dieser Empfangsweg in digital schlecht versorgten Regionen als Alternative bleibt.

Auch in vielen anderen europäischen Ländern gibt es bereits eine DAB+-Ausstrahlung.

Welche Vorteile bietet das Digitalradio?

Digitales Radio bietet deutlich mehr Programme, einen störungsfreien Empfang und eine verbesserte Wiedergabequalität.

Dabei variiert die Anzahl der Programme von Bundesland zu Bundesland sehr stark. Während in Bayern bis zu 60 DAB+-Programme ausgestrahlt werden, gibt es in Niedersachsen nur rund 20 Sender.

Weitere Vorteile sind:

  • Zusatzinformationen zum Programm wie Texte, Bilder oder weitere Daten. Ein entsprechend ausgestattetes Digitalradio vorausgesetzt und wenn der Sender das anbietet, kann man sich beispielsweise den Namen des gespielten Titels, das Cover des Albums, Wetterkarten, Nachrichtenschlagzeilen oder auch die Telefonnummer für das Radioquiz anzeigen lassen.
  • Robuster Empfang ohne Rauschen. Das bekannte Problem des Rauschens an der roten Ampel, während wenige Zentimeter weiter der Empfang rauschfrei ist, fällt weg.
  • Sendersuchlauf nicht mehr erforderlich. Das Radio sucht die Sender selbst und zeigt auch den Namen des Senders sowie Zusatzinformationen an.
  • Ausstrahlung von DAB+ im Gleichwellenbetrieb. Das Radioprogramm wird bei jedem Sendemast immer auf derselben Frequenz ausgestrahlt. Dies war in der analogen Technik nicht möglich. Bundesweit ausgestrahlte Sender sind somit von München bis Flensburg auf ein und demselben Senderplatz zu empfangen, so dass auch beim mobilen Empfang im Auto keine Sendersuche mehr notwendig ist.
  • Erweiterter Verkehrsfunk. DAB+ kann bedeutend größere Datenmengen mit einer viel höheren Geschwindigkeit übertragen, so dass wesentlich detailliertere Verkehrsmeldungen bzw. Umfahrungsvorschläge möglich sind. Die Kapazität herkömmlicher Navigationssysteme hingegen ist sehr begrenzt. Gibt es zu viele Verkehrsmeldungen, übertragen sie – wie beim klassischen Verkehrsfunk im Radio – nur die wichtigsten.
  • Kombigeräte können noch mehr. Es gibt auch sogenannte Kombigeräte, also Radios, die neben dem DAB+- und UKW-Empfang auch Internetradio empfangen und zusätzlich per USB-Stick noch die Lieblingsmusiksammlung abspielen können.
Besonders beim Autokauf auf DAB+ achten

Wer ein neues Radio kauft, sollte auf jeden Fall ein DAB+-Gerät wählen, da analoge UKW-Radios auf Dauer nicht zukunftssicher sind. Dies gilt besonders für Autoradios , da UKW in Norwegen bereits seit Ende 2017 abgeschaltet ist und in anderen Ländern bald abgeschaltet werden soll, zum Beispiel in der Schweiz zwischen 2021 und 2025.

Empfangbare DAB+-Sender

Neben aktuell rund einem Dutzend bundesweiten Sendern sind zahlreiche regionale Programme zu empfangen, insbesondere die der Landesrundfunkanstalten. Die Empfangssituation variiert bei diesen Sendern je nach Standort. So können beispielsweise in der Nähe zu anderen Bundesländern noch weitere Sender empfangbar sein. Eine detaillierte Empfangsprognose geben die Radiosender auf einem gemeinsamen Portal.