Zur Einschulung veranstalten wir an unserer Schule regelmäßig einen Luftballon-Wettbewerb. Dazu habe ich folgende Fragen:
- Gibt es eine Alternative zu herkömmlichen Luftballons, die wirklich abbaubar und umweltfreundlich ist?
- Sind Schnüre der Luftballons aus Naturfasern besser oder bleibt trotzdem ein hohes Risiko, dass Tiere sich darin verfangen können?
- Wie schädlich ist das für die Füllung verwendete Heliumgas für die Umwelt?
Das Wichtigste in Kürze:
- Luftballons und Schnüre, die in der Umwelt landen, stellen immer ein Risiko für Tiere dar. Selbst biologisch abbaubare Materialien brauchen einige Zeit zum Verrotten.
- Luftballons aus dem stationären Handel und von europäischen Händlern überschritten seltener die Grenzwerte für krebserzeugende Nitrosamine.
Luftballons: Schädlich für die Umwelt?
Für die Umwelt wäre es am besten keine Luftballons in den Himmel steigen zu lassen, denn auch "bessere" Luftballonmaterialien wie Naturkautschuk oder Naturfaserschnüre zerfallen erst nach und nach, wenn sie in der Umwelt landen. So lange besteht die Gefahr, dass Tiere Luftballonteile verschlucken, weil sie diese mit Nahrung verwechseln oder sich in den Schnüren verstricken.
Luftballons, die aufsteigen sollen, werden mit Helium-Gas gefüllt. Helium kommt in Spuren als ein natürlicher Bestandteil der Luft vor und stellt keine Gesundheitsgefahr dar. Das Problem ist, dass mit Helium gefüllte Ballons schnell versehentlich davon schweben können. Wenn sie in der Umwelt landen, gefährden sie Vögel und andere Tiere.
Wichtig zu wissen: Das Steigenlassen von Kinderballons ist (unabhängig von deren Anzahl) in einer Entfernung von weniger als 1,5 Kilometern von der Begrenzung von Flugplätzen verboten (§ 19 Luftverkehrsordnung). Hierzu zählen neben den großen Flughäfen u.a. auch Segelfluggelände und Hubschrauberlandeplätze.
Kennzeichnung von Luftballons
Zur Dekoration und zum Spielen können bunte Luftballons verwendet werden, wenn bestimmte Warnhinweise beachtet werden, die auf Luftballonverpackungen aufgedruckt sein müssen:
- Achtung. Kinder unter acht Jahren können an nicht aufgeblasenen oder geplatzten Ballons ersticken. Die Aufsicht durch Erwachsene ist erforderlich. Nicht aufgeblasene Ballons sind von Kindern fernzuhalten. Geplatzte Ballons sind unverzüglich zu entfernen.“
- Zum Aufblasen eine Pumpe verwenden!
- Luftballons aus Naturkautschuklatex: Naturkautschuk kann Allergien verursachen.
Darüber hinaus sollte auf der Luftballon-Verpackung das CE-Zeichen, ein eingetragener Handelsname oder eingetragene Handelsmarke sowie die Anschrift des Herstellers, seines Bevollmächtigten oder des in der Europäischen Gemeinschaft ansässigen Importeurs und eine Chargennummer angegeben sein.
Luftballons mit dem "Fair Rubber"-Siegel bestehen aus fair gehandeltem Naturkautschuk.
Nitrosamine: Mögliche Schadstoffe in Luftballons
Luftballons sollten nicht mit dem Mund sondern mit einer Pumpe aufgeblasen werden, da bei der Herstellung von Natur- oder Synthesekautschuk krebserregende Nitrosamine entstehen können. Kinder sollten Luftballons wegen möglicher Nitrosamine und wegen der Erstickungsgefahr bei Verschlucken nicht in den Mund nehmen.
Untersuchungen einer behördlichen Überwachung aus dem Jahr 2023/2024 zeigten, dass insbesondere Luftballons aus dem Internethandel teilweise durch sehr hohe Gehalte an N-Nitrosaminen aufgefallen sind. Die Verbraucherzentrale rät dringend davon ab, Luftballons bei Händlern mit Sitz außerhalb der EU zu kaufen.
Quellen: