Montageschaum bzw. Bauschaum: Alternative mit Isocyanaten gesucht

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Wir möchten in unserem Haus die Türen ersetzen und sind auf der Suche nach einer ökologischen Montage der Türzargen. Gerne würden wir auf Montageschaum verzichten bzw. ein möglichst emissionsarmes Produkt wählen. Eine rein mechanische Befestigung kommt bei uns aufgrund der Maße nicht in Frage. Auf der Suche nach schadstoffgeprüftem Bauschaum fanden wir nur solche mit dem Emicode EC1Plus-Siegel. Es waren aber auch in diesen Produkten viele belastende Stoffe, wenn auch in geringerer Menge. Die wenigen isocyanatfreien Produkte, die wir gefunden haben, waren nur zum Dämmen/Füllen geeignet, aber nicht zum Montieren. Können Sie uns alternative Montage-Möglichkeiten für Türzargen nennen oder Montageschäume, die möglichst ökologisch sind? 

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Es gibt verschiedene Alternativen zu den Isocyanat-Montageschäumen, deren Sicherheitsdatenblätter (Kapitel 3 "Gefährliche Stoffe") man sich ebenfalls genau ansehen sollte, um ein gesundheits- und umweltverträglicheres Produkt auszuwählen:

  • Mechanische Befestigung der Türzarge: Dazu gibt es eine Vergabegrundlage des Blauen Engels, aber leider derzeit keine gelabelten Produkte
  • Isocyanatfreie Schäume: Diese können ebenfalls bestimmte gesundheitsschädliche halogenierte Organophophat-Flammschutzmittel enthalten.
  • Dämmzöpfe aus pflanzlichen Fasern, die bis in die 1970er Jahre zur Montage von Türen und Fenstern verwendet wurden.
  • Lösemittelfreier Dispersionsspritzkork  bestehend aus eine Kork-Acryldispersion

PUR (Polyurethan)-Montageschäume enthalten unter anderem Diphenylmethandiisocyanat (MDI), das vermutlich beim Menschen Krebs erzeugen kann. MDI  kann außerdem Haut- und schwere Augenreizungen verursachen, die Atemwege reizen und allergische Reaktionen  auslösen . Außerdem bestehen sie zu 5-25% aus Flammschutzmitteln. Häufig werden halogenierte Organophosphat-Flammschutzmittel verwendet, die möglicherweise das Nerven und das Hormonsystem schädigen können.

  1. Isocyanatfreie Schäume
    Isocyanatfreie Schäume ähneln in ihrer Zusammensetzung in Bezug auf Treibgase, Flammschutzmittel und anderen Zusatzstoffen (Additiven) herkömmlichen PU (Polyurethan)-Montageschäumen. Anstelle von Polyurethan-Prepolymeren mit Diphenylmethandiisocyanat  werden solche mit Silan-Endgruppen eingesetzt.
    Bestimmte gesundheitsschädliche Flammschutzmittel wie ### können auch in diesen Schäumen enthalten sein.
  2. Dämmzöpfe, Faserdämmstoffe
    Beim Einbau von Tür und Fensterrahmen können die umlaufenden Hohlräume mit Faserdämmstoffen oder Dämmzöpfen beispielsweise aus Hanf oder Jute ausgestopft werden, sofern es sich nicht um Fugen mit Anforderungen an die Wärmedämmung handelt. Dies Methode wurde bis in die 1970er Jahre angewendet.
    Bei innen liegenden Zimmertüren sollte diese Alternative machbar sein.  Diese hat außerdem den Vorteil, dass sich später beim Rückbau die unterschiedlichen Baustoffe besser abtrennen lassen und nicht mit Bauschaum verunreinigt sind. 
  3. Dispersionsspritzkork
    Außerdem wird zur Montage lösemittelfreien Dispersionsspritzkork (Kork-Acryldispersion) angeboten. Auch hier sollte man  vorsorglich das Kapitel 3 "Gefährliche Stoffe" im Sicherheitsdatenblatt prüfen oder auf Siegel achten.
  4. Die mechanische Befestigung
    Es werden bereits mechanische Befestigungssysteme am Markt angeboten. Für diese bauschaumfreie Montageweise wurde eine Vergabegrundlage des Blauen Engels erstellt. Leider gibt es derzeit keine gelabelten Produkte.

Quellen:

Dieser Beitrag ist Teil des kostenlosen Angebots "Schadstoffberatung - Sie fragen, wir antworten". Haben Sie auch eine Frage zu Schadstoffen in Haushalt, Kleidung oder einem bestimmten Produkt? Schreiben Sie uns!