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Ladestationen für Elektroautos

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wer ein Elektroauto fährt, kann es zu Hause selbst laden – auch mit Solarstrom vom eigenen Dach. Eine normale Steckdose sollte dafür nicht dauerhaft eingesetzt werden. Wir erklären, worauf Sie achten sollten.
  • Bis zu 1.000 Euro gibt das Land NRW dazu, wenn Sie sich eine private Ladestation einrichten. Auch E-Autos und Batteriespeicher fördert der Staat mit spürbaren Summen.
  • Bei der Ladung unterwegs gibt es viele verschiedene Systeme für die Abrechnung und Bezahlung. Wer flott auftanken möchte, muss schon beim Autokauf die richtigen Entscheidungen treffen.
Ein Auto tankt an einer Solartankstelle.
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Laden zu Hause – mit und ohne Solarstrom

Ein Eigenheim mit Garage oder Stellplatz direkt am Haus ist die beste Voraussetzung für eine eigene Ladestation. Damit kann ein Großteil der Ladungen zuhause stattfinden.

Ladestationen – was gibt es?

Technisch ist es möglich, ein Elektroauto mit einem speziellen Kabel an einer normalen Steckdose zu laden. Diese Steckdosen sind aber nicht darauf ausgelegt, über längere Zeit so große Strommengen zu übertragen und werden dabei sehr warm. Da dadurch ein Sicherheitsrisiko entsteht, ist diese Art der Ladung als Notladefunktion zu betrachten. Da nur relativ wenig Strom übertragen wird, dauert  der Ladevorgang so auch sehr lang – je nach Automodell und Batteriegröße sind deutlich über zwölf Stunden denkbar.

Für die regelmäßige Ladung sollten Sie eine Ladestation nutzen. Abhängig von der Leistung der Ladestationen werden dafür unterschiedlich Stromanschlüsse benötigt. Für eine 11-kW-Lademöglichkeit ist zum Beispiel ein 400-Volt-Drehstromanschluss mit 16-Ampere-Sicherung erforderlich.

Zur Wahl stehen freistehende Ladesäulen und Wandladestationen (Hersteller sprechen teils von „Wallbox“ oder „Wall Connector“). Verbreitet sind Ladestationen mit einer Leistung von 11 kW, aber auch 22 kW sind möglich. Noch größere Leistungen überfordern meist den Gebäudeanschluss und sind für die Ladung zuhause auch unnötig. Je höher die Leistung ist, desto schneller füllt sich der Auto-Akku – wenn das Fahrzeug entsprechend ausgelegt ist. Die genaue Ladedauer hängt zudem vom Ladezustand zu Beginn ab.

 
Wie viel Leistung ist nötig?

Die angegebene Leistung einer Ladesäule bezieht sich bei 11 kW auf eine Ladung über alle drei Phasen. Manche Autos können aber nur einphasig laden. Das heißt, dass von 11 kW nur 3,7 kW fließen können – eben ein Drittel der Nennleistung. Ein Auto, das nur einphasig lädt, wird seine maximale Leistungsaufnahme von zum Beispiel 5,6 kW also mit einer 11-kW-Säule nicht erreichen können – es bräuchte dafür theoretisch eine Säule mit etwa 16,8 kW. Die Ladezeit verlängert sich entsprechend.

Installation und Ausstattung

Ladestationen dürfen nur von Elektro-Fachleuten eingerichtet werden und sollten vorher beim Netzbetreiber angemeldet werden. Am besten lassen Sie die vorhandene Elektroinstallation auch im Vorfeld einmal durchchecken.

Bei der Ausstattung der Ladestation gilt es weitere Fragen zu klären: Soll es ein abschließbares Modell sein? Sollen mehrere Nutzerinnen und Nutzer voneinander unabhängige Abrechnungen für den Ladestrom erhalten? Dafür gibt es zum Beispiel die Möglichkeit der Anmeldung mit einer Chipkarte. Soll sofort oder später eine Solaranlage eingebunden werden? Dann sollten Sie eine Schnittstelle für die Kommunikation mit der Solaranlage einplanen. Wird ein eigener Stromzähler benötigt? Abhängig vom Einzelfall kann der Netzbetreiber das vorschreiben. Da ein eichfähiger Abrechnungszähler benötigt wird, werden integrierte Modelle in Ladestationen dann nicht reichen. Werden unterschiedliche Stecker benötigt? Viele Ladestationen haben fest angeschlossene Kabel. Es gibt aber auch Varianten mit abnehmbarem Kabel, so dass Autos mit unterschiedlichen Steckern angeschlossen werden können.

Die Steckersysteme

Es gibt in Deutschland vier Steckertypen, die untereinander nur bedingt kompatibel sind. Welcher Stecker benötigt wird, hängt vom Automodell ab. Vor der Entscheidung für einen weniger verbreiteten Stecker-Typ sollten Sie für häufiger genutzte Strecken prüfen, ob unterwegs genügend Lademöglichkeiten vorhanden sind. Entsprechende Karten und Suchmöglichkeiten finden sich online.

Die einzelnen Steckertypen finden Sie in der unten stehenden Galerie.

Laden mit dem Strom vom eigenen Dach

Natürlich kann Strom aus der Solaranlage ins Elektroauto fließen – beim Eigenheim muss allerdings fast immer noch Energie aus dem Netz hinzukommen. Grund dafür ist nicht die benötigte Menge an Strom (Kilowattstunden, kWh), sondern die benötigte Leistung (Kilowatt, kW).

Die Ladung eines Elektroautos benötigt in jedem Fall mindestens 1,44 kW. Nach oben bilden die technischen Möglichkeiten des Ladegeräts im Auto und der Ladestation die Grenzen. Theoretisch kann ein entsprechend ausgestattetes Auto an einer 22-kW-Ladesäule auch mit 22 kW geladen werden.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Eigenheim leistet aber in aller Regel nicht mehr als 10 kWp, zumal für stärkere Anlagen mehr Abgaben fällig werden. Da die Anlagen zudem nur unter optimalen Bedingungen ihre Höchstwerte erreichen, liegt die tatsächliche Leistung die meiste Zeit darunter. Wenn Sie ein E-Auto in Erwägung ziehen, sollten Sie den zusätzlichen Strombedarf bei der Planung einer Solaranlage auf jeden Fall sofort einplanen.

Wer so viel eigenen Solarstrom wie möglich ins Auto laden möchte, braucht einen Wechselrichter, der mit der Ladesäule kommuniziert und die Ladeleistung in Echtzeit an die aktuelle Stromerzeugung anpasst. Das Auto wird dann also nur mit so viel kW geladen, wie die Solaranlage gerade bereitstellt. Das bedeutet fast immer deutlich verlängerte Ladezeiten.

Batteriespeicher bringen mehr Sonne in den Tank

Pendlerfahrzeuge aber sind zum Beispiel nur selten tagsüber angeschlossen, wenn Strom produziert wird. Hier kann ein Batteriespeicher helfen. Dieser nimmt überschüssige Solarenergie auf, wenn das Elektromobil gerade unterwegs ist. Steht das Auto etwa abends wieder an der Station, tankt es den tagsüber gespeicherten Strom. Auch tagsüber kann der Batteriespeicher bei intelligenter Steuerung die Direktladung aus der Solaranlage mit Extra-Leistung verstärken, also beschleunigen. Sowohl das zeitversetzte Laden als auch die Extra-Leistung des Ladens verringern die Menge an Energie, die für eine pünktliche Vollladung des Akkus aus dem Netz zugekauft werden muss.

Je mehr Strom zeitversetzt genutzt werden soll, desto größer muss der Speicher ausfallen. Er sollte nach Möglichkeit genau so groß sein, dass er den nächtlichen Bedarf für Ladestation und andere Geräte im Haushalt passend abdeckt. Ein Nachteil dieser Zwischenspeicherung ist allerdings, dass höhere Anteile des erzeugten Stroms durch Lade- und Entladeverluste ungenutzt verloren gehen.

Rückspeisung noch nicht empfehlenswert

Derzeit nicht empfehlenswert ist es, anderswo geladenen Strom aus dem Elektroauto in den Batteriespeicher oder das Hausnetz einzuspeisen. Zum einen sind die meisten E-Autos dafür gar nicht ausgerüstet. Zum anderen können die Kosten durch den zusätzlichen Verschleiß des Akkus höher sein als die Einsparungen auf der Stromrechnung.

Kosten und finanzielle Förderungen

Zum Preis für ein Elektroauto kommen Kosten für die eigene Ladestation, gegebenenfalls eine Solaranlage und einen Batteriespeicher sowie die Montage. Mehrere staatliche Förderungen helfen bei der Finanzierung. Aus rein wirtschaftlicher Sicht rechnen sich E-Mobile in Deutschland gegenüber konventionell angetriebenen Fahrzeugen bislang jedoch nur selten.

Anschaffung eines Elektroautos

E-Mobile sind in der Anschaffung teurer als konventionell betriebene Fahrzeuge vergleichbarer Größe und Ausstattung. Das liegt daran, dass die Hersteller nur relativ geringe Stückzahlen produzieren. Dadurch sind die Produktionskosten für Bauteile wie Batterie und Elektromotor hoch. Die günstigsten auf dem deutschen Markt verfügbaren Kleinwagen-Modelle liegen derzeit bei rund 19.000 Euro in der einfachsten Ausstattungsvariante.

Förderung: Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) können Sie online einen nachträglichen Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro für viele E-Mobile beantragen. Für Hybrid-Fahrzeuge sind 3.200 Euro möglich. Die Hälfte der Förderung besteht aus einem Preisnachlass durch die Händler. Diesen sogenannten Umweltbonus, auch als Kaufprämie bekannt, gibt es für Elektroautos, die in der einfachsten Variante laut Liste höchstens 60.000 Euro kosten. Die Förderung können Sie erst beantragen, nachdem Sie einen Kauf- oder Leasingvertrag abgeschlossen haben. Dieses Förderprogramm soll bis 30. Juni 2019 laufen. 

Betrieb, Wartung und Verschleiß eines Elektroautos

Die Wartungskosten sind bei einem Elektroauto in der Regel rund ein Drittel geringer als bei Wagen mit Verbrennungsmotoren. Das liegt daran, dass manche Schritte wie etwa der Öl- und Zahnriemenwechsel komplett entfallen. Verschleißteile können allerdings aufgrund der geringeren Stückzahlen teurer sein. Das gilt vor allem für Fahrzeuge, die es nur als Elektroautos gibt und nicht auch mit Verbrennungsmotor. Im Internet gibt es Rechner, die die Betriebskosten von Autos mit Elektro- und Verbrennungsmotoren vergleichen. Auch der ADAC stellt hierzu Informationen bereit.

Ein entscheidendes Verschleißteil im E-Auto ist der Akku. Auf ihn geben die Hersteller in der Regel eine achtjährige Garantie. Eine Lebensdauer von zehn Jahren gilt als realistisch. Wie schnell der Akku an Kapazität einbüßt, hängt stark von seiner Nutzung ab. Die Batterie im E-Auto verhält sich ähnlich wie der Akku im Handy: Je häufiger und länger sie vollgeladen ist, umso schneller verliert sie ihre Speicherfähigkeit.

Die Versicherungskosten sind genauso modell-, regions- und personenabhängig wie bei anderen Autos auch.

Förderung: E-Mobile sind für die ersten zehn Jahre nach der Erstzulassung komplett von der Kfz-Steuer befreit. Diese Regelung gilt bis zu einer Erstzulassung am 31. Dezember 2020.

Anschaffung einer Ladestation

Eine Ladestation kostet je nach Ausstattung und Leistung zwischen circa 800 und 2.500 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Verkabelung und die fachgerechte Installation. Diese liegen in der Größenordnung von mehreren hundert Euro oder rund 1.000 Euro, hängen aber stark von Aufwand und Gegebenheiten ab. Ein zusätzlicher Stromzähler kann weitere Kosten verursachen, ebenso wie eine Schnittstelle zur Kommunikation mit der Photovoltaikanlage. Muss ein ganz neuer Zählerplatz eingerichtet werden, erhöht das die Zusatzkosten noch deutlich.

Förderung: Das Land NRW unterstützt im Sofortprogramm Elektromobilität private Ladestationen mit bis zu 1.000 Euro pro Ladepunkt. Bis zu dieser Grenze zahlt das Land die Hälfte der Kosten für Kauf und Anschluss, wenn aus der Ladestation 100-prozentiger Ökostrom fließt. Neben eigenem Solarstrom erfüllen zum Beispiel Tarife mit folgenden Zertifikaten diese Bedingung: Grüner-Strom-Label, ok-power-Label, Grünstrom-Label des TÜV Nord, Grünstrom-Label EE01 des TÜV Süd.
Wichtig: Anträge für diese Förderungen müssen Sie stellen, bevor Sie einen Auftrag erteilen oder Teile bestellen!

Anschaffung von Solaranlage und Batteriespeicher

Die Preise für Batteriespeicher sind zuletzt deutlich gesunken. In den Größenordnungen für Eigenheime liegen sie bei etwa 1.000 bis 3.000 Euro pro Kilowattstunde Kapazität. Für ein Kilowatt Leistung der Solaranlage sind etwa 1.200 bis 1.900 Euro zu veranschlagen.

Förderung: Noch bis Ende 2018 gibt es im KfW-Programm 275 einen Kredit mit Tilgungszuschuss für Batteriespeicher. Dieser beträgt zurzeit 13 Prozent, ab 2018 sind es noch 10 Prozent. Die Anteile beziehen sich auf die Kosten für Anschaffung und Installation des Speichers. Die Obergrenze liegt aktuell bei 260 Euro pro Kilowatt Nennleistung der Solaranlage.

Einen weiteren, kombinierbaren Zuschuss gibt das progres.nrw-Programm: Es übernimmt maximal zehn Prozent der förderfähigen Kosten. Diese berechnen sich hier allerdings anders als bei der KfW-Förderung.

Energieverbrauch und Reichweite

Wie viel Energie ein Elektroauto für eine Strecke von 100 Kilometern braucht, hängt von seiner Größe und seinem Gewicht ab, von der Fahrweise und anderen Eigenschaften. Der typische Durchschnittsverbrauch liegt bei etwa 12,5 bis 18 kWh. Wenn Sie mit einem E-Mobil jährlich 15.000 Kilometer fahren, verbrauchen Sie also zwischen 1.875 und 2.700 Kilowattstunden.

Bei einem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 29 Cent pro Kilowattstunde kosten 100 Kilometer 3,63 bis 5,22 Euro. Bei 15.000 Kilometern kämen gerundet jährliche Kosten von 540 bis 780 Euro zusammen. Jede Kilowattstunde aus einer Solaranlage senkt diese Kosten.

Diese Rechnung geht davon aus, dass alle Ladungen zum selben Preis und zu Hause stattfinden. Im Schnitt ist aber damit zu rechnen, dass trotz eigener Ladestation etwa ein Siebtel des Stroms unterwegs getankt wird, zu anderen Konditionen.

Reichweite pro Ladung

Die Akku-Kapazität liegt bei den meisten Modellen zwischen 14,5 und 40 kWh, so dass man mit einer Vollladung nach Herstellerangaben unter besten Umständen etwa 150 bis 400 Kilometer weit fahren kann. Das ist deutlich weniger als bei Autos mit Verbrennungsmotoren, aber für viele Nutzerinnen und Nutzer ausreichend. Im hochpreisigen Bereich gibt es auch Modelle mit deutlich größeren Kapazitäten.

Im Winter allerdings sinkt die Reichweite der E-Autos – unter Umständen um die Hälfte. Denn bei Kälte funktionieren die Akkus schlechter, während gleichzeitig Heizung, Lüftung und Beleuchtung den Stromverbrauch erhöhen. Um diesen winterlichen Reichweitenverlust zu verringern, gibt es die Möglichkeit, den Innenraum schon vor dem Losfahren an der Ladestation auf Temperatur zu bringen.

Laden unterwegs

Unterwegs können E-Autos an öffentlichen Ladesäulen aufgeladen werden. Davon gibt es in NRW derzeit knapp 2.000, und es werden schnell mehr. Diese Ladestationen unterscheiden sich teils stark voneinander.

Ladeleistung und -dauer

Weil das Laden an öffentlichen Stationen meist schnell gehen soll, sind diese oft leistungsstärker als die Modelle für daheim. Stehen mehr als 22 kW zur Verfügung, wird von Schnellladung gesprochen. Umgesetzt werden derzeit häufig Ladestationen mit bis zu 50 kW. Doch Vorsicht: Nicht alle E-Autos können von der theoretisch möglichen kurzen Ladezeit profitieren. Die Modelle unterscheiden sich teilweise stark bei den möglichen Ladegeschwindigkeiten mittels Wechselstrom – also zu Hause und bei den meisten öffentlichen Ladesäulen – und Gleichstrom-Schnellladung. Die Größe des Automodels ist hier kein Kriterium: Manch elektrisch betriebener Kleinwagen ist mit besserer Ladetechnologie ausgestattet als einige seine größeren Verwandten.

Abrechnungsweise

Es gibt zwei grundsätzliche Abrechnungsweisen: Nach Strommenge und nach Zeit. Wird die Zeit berechnet, in der das Auto die Ladestation nutzt, ist eine hohe Ladegeschwindigkeit zum Beispiel durch eine Schnellladefunktion von Vorteil. Abrechnungen nach der Strommenge dagegen entsprechen eher der Abrechnung an der herkömmlichen Tankstelle: Bezahlt wird, was verfahren wurde. Dabei ist die Geschwindigkeit des Ladevorgangs unerheblich. Auch Kombinationen beider Abrechnungsweisen sind möglich, und eine Grundgebühr kann ebenfalls anfallen. Häufig ist Strom aus öffentlichen Ladesäulen aber auch noch kostenfrei. Hierüber müssen Sie sich bei jedem Ladesäulenbetreiber einzeln informieren.

Bezahlsysteme

Für die Bezahlung gibt es viele unterschiedliche Systeme. An vielen Ladestationen kann man direkt vor Ort über eine App oder Internetseite die Ladung freischalten. Meist wird dazu eine Kreditkarte benötigt. Auch telefonisch oder per Anmeldung etwa in Geschäften ist die Freischaltung möglich. Viele Ladesäulenbetreiber stellen auch Chipkarten zur Verfügung, mit denen Sie den Ladevorgang starten können. Darüber erfolgt dann auch die Abrechnung.

Inzwischen haben manche Ladesäulenbetreiber Roaming-Abkommen miteinander abgeschlossen. Das Modell ist vom Mobilfunk bekannt: Die Kundinnen und Kunden des Anbieters A können an den Stationen des Anbieters B laden. Die Rechnung bekommen sie aber über ihren eigentlichen Vertragspartner, Anbieter A. An allen Stationen eines solchen Roaming-Netzwerks können Sie sich mit ein- und derselben Chipkarte identifizieren. Aber Achtung: Es gelten nicht automatisch ihre gewohnten Bedingungen, sondern teils andere Tarife.

Als Alternative zum Roaming werden zum Beispiel Möglichkeiten geschaffen, ohne vorherige Registrierung per SMS zu bezahlen, also über die Mobilfunkrechnung. An einigen Schnellladestationen können Sie auch direkt mit Kreditkarte bezahlen.

Den eigenen Solarstrom unterwegs tanken?

In Zukunft kann es möglich sein, auch unterwegs den eigenen Solarstrom zu tanken – zumindest rechnerisch. Möglich wird das über eine intelligente Abrechnung mithilfe vernetzter Stromzähler. Wenn das Elektromobil zum Beispiel beim Arbeitgeber geladen wird, während zu Hause Solarstrom ins Netz fließt, könnte die Menge Ladestrom kostenlos oder ermäßigt abgegeben werden, die während der Ladung eingespeist wurde. Auch die Einrichtung von Strom-Konten wäre denkbar: Überschüssiger Solarstrom würde dann ohne EEG-Vergütung eingespeist. Diese Summe würde auf dem Konto rechnerisch aufgespart. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte das Stromguthaben dann an einer Ladestation abgerufen werden. Sowohl technisch wie auch rechtlich müssten dafür aber erst noch die Voraussetzungen geschaffen werden.

CCS-Stecker

Der Combo- oder CCS-Stecker (Combined Charging System) ist für die Schnellladung mittels Gleichstrom und Wechselstrom vorgesehen. Theoretisch sind derzeit bis zu 170 kW Leistung möglich, in der Realität liegt die Ladeleistung jedoch deutlich darunter. Für die Schnellladung in Europa mittels Gleichstrom ist dieser Steckertyp weit verbreitet.

ChaDeMo-Stecker

Der meist bei japanischen Herstellern für die schnelle Gleichstromladung genutzte Stecker ist der ChaDeMo-Stecker. Hier können derzeit Ladeleistungen von etwa 50 kW übertragen werden, theoretisch sind aber auch 100 kW möglich.

Ein E-Auto tankt Solarstrom.

Der sogenannte Typ-1-Stecker erlaubt Ladeleistungen bis zu 7,4 kW. Er wird vor allem in Automodellen aus dem asiatischen Raum verwendet, weshalb es in Europa kaum Ladesäulen mit fest angebrachtem Typ 1-Ladekabel gibt. Mithilfe von Adapterkabeln können Typ-2-LAdesäulen genutzt werden.

Typ-2-Stecker

Der sogenannte Typ-2-Stecker gilt als der europäische Standardanschluss für E-Mobile und hat hier die weiteste Verbreitung. Er kann eine Ladeleistung von rund 43 kW übertragen. Ein Typ-2-Stecker ist auch Voraussetzung für die aktuelle Förderung in NRW.