Hochzeitsfeier geplatzt – wer übernimmt die Kosten?

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Vielen Brautpaaren hat die Pandemie die Planungen für ein rauschendes Fest in diesem Jahr verdorben. Doch in welchen Fällen kann man von getroffenen Vereinbarungen zurücktreten und sein Geld zurückzufordern?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Sie sollten sich stets aktuell erkundigen, welche Regelung vor Ort gilt.
  • In NRW sind derzeit Versammlungen untersagt, für standesamtliche Trauungen gilt jedoch eine Ausnahme. Dies gilt jedoch ausschließlich für die Trauung. Partys und vergleichbare Feiern sind bis einschließlich 31.01.2021 untersagt. Daher besteht hier keine Zahlungsverpflichtung für den Veranstaltungsort.
  • Bei Absage von privaten Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagspartys müssen Sie keinen Gutschein akzeptieren.
Leere gedeckte Hochzeitstische
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Es sollte der schönste Tag ihres Lebens sein: Das Aufgebot war bestellt, die Einladungen an die Hochzeitsgäste verschickt, Location und Catering für die Party reserviert und angezahlt – doch dann kam Corona. Vielen Brautpaaren hat die Pandemie die Planungen für ein rauschendes Fest in diesem Jahr verdorben. Aufgrund der geltenden Kontaktbeschränkungen musste die Feier abgesagt werden.

Zu der Enttäuschung über den verpatzten Festtag gesellt sich nun auch noch die bange Frage, ob die Kosten dennoch anfallen. Die Hochzeitspaare, die sich ratsuchend an uns wenden, sind oftmals mit Forderungen von Anbietern konfrontiert, die Stornierungskosten für angemietete Räume oder Event-Locations fordern oder bestenfalls Gutscheine für eine spätere Nutzung anbieten. Ein Angebot, das für abgesagte Hochzeitsfeiern oder ausgefallene Partys zu bestimmten Anlässen für die Betroffenen oft wenig Sinn ergibt.

Weiterhin entscheidend: Ist die Veranstaltung behördlich untersagt?

Kann man in solchen Fällen von den getroffenen Vereinbarungen zurücktreten und sein Geld zurückzufordern? Da die Verfügungen laufend angepasst werden und sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden, sollten Sie sich stets aktuell erkundigen, welche Regelung vor Ort gilt. In NRW sind derzeit bis einschließlich 31. Januar 2021 standesamtliche Trauungen erlaubt. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Gäste das Kontaktverbot beachten, also einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten und insbesondere direkte Berührungen wie Händeschütteln oder Umarmungen vermeiden. Partys und ähnliche Feierlichkeiten sind jedoch untersagt. Auch Restaurants und typische Hochzeitslocations sind bis einschließlich 31. Januar 2021 geschlossen.

Juristisch betrachtet liegt daher in diesem Zeitraum die "Unmöglichkeit der Leistungserbringung" vor. Für Verbraucher besteht keine Pflicht zur Zahlung. Entsprechend darf der Vermieter bei einer Absage auch keine Stornokosten verlangen. Weil es sich bei privaten Festen wie Hochzeiten oder Geburtstagspartys nicht um eine Musik-, Kultur-, Sport- oder sonstige Freizeitveranstaltung handelt, werden diese auch nicht von den Regelungen des Gutscheingesetzes umfasst. Sie müssen bei einer Absage des Festes also auch keinen Gutschein akzeptieren.

Im Moment ist auch nicht absehbar, ab wann wieder Feierlichkeiten in größerem Rahmen möglich sein werden. Eventuell werden Einschränkungen für Feierlichkeiten verlängert werden. Sollten Sie als Brautleute bereits jetzt mit dem Veranstalter über eine Verschiebung der geplanten Hochzeit reden wollen, können Sie sich darauf berufen, dass sich die Umstände seit dem Zeitpunkt der Buchung so geändert haben, dass Sie mit dem jetzigen Wissen einen derartigen Vertrag nicht geschlossen hätten – Juristisch „Störung der Geschäftsgrundlage“. Dann können Sie zunächst Vertragsanpassung verlangen, also z.B. die Verlegung auf einen späteren Zeitpunkt. Scheitert eine Anpassung, können sich Parteien unter Umständen vom Vertrag lösen. Dazu muss man jedoch im Detail darlegen, warum eine Anpassung nicht zumutbar ist.