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Hochzeitsfeier geplatzt – wer übernimmt die Kosten?

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Man sollte sich stets aktuell erkundigen, welche Regelung vor Ort gilt.
  • In NRW sind standesamtliche Trauungen erlaubt, eine anschließende Feier aber nicht. Daher besteht hier keine Zahlungsverpflichtung für den Veranstaltungsort.
  • Bei Absage von Hochzeiten, Abifeiern oder Geburtstagspartys muss man keinen Gutschein akzeptieren.
Leere gedeckte Hochzeitstische
Off

Es sollte der schönste Tag ihres Lebens sein: Das Aufgebot war bestellt, die Einladungen an 120 Hochzeitsgäste verschickt, Location und Catering für die Party reserviert und angezahlt – doch dann kam Corona. Vielen Brautpaaren hat die Pandemie die Planungen für ein rauschendes Fest in diesem Frühjahr verdorben. Aufgrund der geltenden Kontaktbeschränkungen musste die Feier abgesagt werden.

Zu der Enttäuschung über den verpatzten Festtag gesellt sich nun auch noch die bange Frage, ob die Kosten dennoch anfallen. Die Hochzeitspaare, die sich ratsuchend an uns wenden, sind oftmals mit Forderungen von Anbietern konfrontiert, die Stornierungskosten für angemietete Räume oder Event-Locations fordern oder bestenfalls Gutscheine für eine spätere Nutzung anbieten. Ein Angebot, das für abgesagte Hochzeitsfeiern, aber auch für ausgefallene Partys zum runden Geburtstag oder Abiturfeiern für die Betroffenen oftmals wenig Sinn ergibt. Denn der eigentliche Anlass für das Fest ist fest terminiert und liegt nach Aufhebung der Corona-Einschränkungen nicht mehr vor.

Entscheidend: Ist die Veranstaltung behördlich untersagt?

Kann man in solchen Fällen von den getroffenen Vereinbarungen zurücktreten und ihr Geld zurückzufordern? Da die Verfügungen laufend angepasst werden und sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden, sollte man sich stets aktuell erkundigen, welche Regelung vor Ort gilt. In NRW sind standesamtliche Trauungen einschließlich der Zusammenkunft unmittelbar vor dem Ort der Trauung mittlerweile wieder mit Gästen erlaubt. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Gäste das Kontaktverbot beachten, also einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten und insbesondere direkte Berührungen wie Händeschütteln oder Umarmungen vermeiden. Entsprechendes gilt für kirchliche und andere religiöse Trauungen.

Veranstaltungen und Versammlungen mit geselligem Charakter sind ab dem 15. Juni mit höchstens 50 Teilnehmern wieder erlaubt. Voraussetzungen: Es muss klar sein, wie alle Teilnehmer danach erreichbar sind und die Hygienevorschriften müssen eingehalten werden. Da bei einer Hochzeitsfeier mit mehr als 50 Gästen und dem Brautpaar der Zweck der Anmietung einer Location also aus behördlichen Gründen entfällt, liegt juristisch betrachtet die "Unmöglichkeit der Leistungserbringung" vor und für Verbraucher besteht keine Pflicht zur Zahlung. Entsprechend darf der Vermieter bei einer Absage auch keine Stornokosten verlangen. Weil es sich bei privaten Festen wie Hochzeiten, Abifeiern oder Geburtstagspartys nicht um eine Musik-, Kultur-, Sport- oder sonstige Freizeitveranstaltung handelt, werden diese auch nicht von den Regelungen des Gutscheingesetzes umfasst. Betroffene müssen bei einer Absage der Festivität also auch keinen Gutschein akzeptieren.