Angebliche "Anti-Corona-Mittel": Abmahnungen und Klagen gegen Hersteller

Stand:
Mit Abmahnungen und Klagen gehen die Verbraucherzentralen gegen Hersteller vor, die ihre Produkte unzulässig als wirksam im Kampf gegen Corona bewerben.
Finger auf Spray, Sprühstrahl gegen stilisierte Coronaviren

Das Wichtigste in Kürze:

  • Laut Gesetz ist Werbung mit Corona-Bezug vielfach unzulässig.
  • Mit dem Projekt "Faktencheck Gesundheitswerbung" gehen die Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gegen solche Werbung vor.
  • Beispiele solcher Werbung können Sie dem Projekt direkt über dieses Kontaktformular senden.
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Vom Kaugummi über die angebliche Anti-Corona-Lampe bis zur antiviralen Mundspülung: Seit dem Beginn der Corona-Pandemie werden vermeintliche Wundermittel gegen das Sars-CoV-2-Virus angepriesen. Mit juristischen Mitteln geht das Projekt Faktencheck Gesundheitswerbung gegen unerlaubte Werbeeaussagen vor. Daran sind die Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz beteiligt. Ein Überblick:

BIOVITAE

Der bayrische Anbieter der LED-Lampe BIOVITAE hat behauptet, die Strahlen der Lampe würden im Lichtkegel "bis zu 99,8 Prozent" der Coronaviren in der Luft reduzieren. Er wurde abgemahnt und hat sich in einer Unterlassungserklärung dazu verpflichtet, mit der Aussage nicht weiter zu werben.

COVIDGUM

COVIDGUM ist ein Kaugummi, das als Medizinprodukt auf dem Markt ist. Es wurde mit auffälligen Aussagen im Zusammenhang mit dem Coronavirus beworben. Nach einer Abmahnung sind diese Aussagen auf der Internetseite des Herstellers nicht mehr zu finden. Eine Unterlassungserklärung hat der Hersteller aber nicht abgegeben. Vor dem Landgericht München ist aktuell eine Klage anhängig, die ihn zur Unterlassung verpflichten soll.

Linola sept Mund- und Rachenspülung

Im Laufe der Pandemie kamen immer wieder Gerüchte auf, dass antivirale Mundwässer vor einer Corona-Infektion schützen könnten. Auch die Mund- und Rachenspülung Linola sept wurde im Internet beworben mit Aussagen wie "Das Risiko einer Tröpfchenübertragung der Coronaviren wird verringert". Aus unserer Sicht und der anderer Wettbewerbsverbände ist das ein klarer Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz.

Weil er die Unterlassungserklärung nicht unterzeichnete, läuft gegen den Hersteller des Medizinprodukts, die Dr. August Wolff GmbH & Co. KG, aktuell ein Klageverfahren vor dem Landgericht Bielefeld. Das Urteil zu diesem Verfahren wird am 25. Mai 2022 verkündet.

PulmoVir immun

In der Werbung für das Nahrungsergänzungsmittel konnte der Eindruck entstehen, dass das Präparat aus der Apotheke gegen eine Infektion mit dem Coronavirus helfe. Nach einer Abmahnung wurde die Werbung nicht mehr veröffentlicht.

Unizink 50

Der hessische Anbieter von Unizink 50 hatte sein Arzneimittel unter anderem damit angepriesen, dass es "das Eindringen der Viren in Körperzellen verhindern" könne. Nach einer Abmahnung hat er sich verpflichtet, mit dieser Aussage nicht mehr zu werben.

Vitamin-D-Ratgeber.de

Die österreichischen Betreiber der Webseite Vitamin-D-Ratgeber.de haben mit der Angst vor einem schweren Covid-19-Verlauf für ein Vitamin-D-Produkt geworben. Dieses war zugelassen als Arzneimittel. Nach einer Abmahnung haben sie die kritisierten Aussagen entfernt und sich per Unterlassungserklärung dazu verpflichtet, diese so nicht zu wiederholen.