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Stromverträge untergeschoben: Klage gegen E.ON

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Wechsel von Strom- und Gaslieferanten ist in den vergangenen Jahren immer einfacher geworden. Doch das hat auch eine Kehrseite: ungewollte Anbieterwechsel.
  • Einige Kunden, die ihren Lieferanten gar nicht wechseln wollten, beschweren sich, dass ihnen von E.ON am Telefon ein neuer Vertrag untergeschoben wurde.
  • Die Marktwächter-Experten der Verbraucherzentralen haben jetzt Klage gegen den Anbieter erhoben.
Ein Mann telefoniert und macht ein verärgertes Gesicht
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Ihren Strom- und Gasvertrag können Sie schnell und unbürokratisch wechseln. Ihr Versorger darf auf den Nachweis einer Vollmacht verzichten, wenn Ihr Neulieferant für Sie den Vertrag kündigt. Die Krux daran: Der neue Versorger kann auch schlicht behaupten, dass ihm eine Kündigungsvollmacht erteilt wurde – ohne diese tatsächlich eingeholt zu haben. Sie als Kunde erfahren davon dann häufig erst nachträglich.

Ungewollte Kündigung

Nicht alle Anbieter scheinen verinnerlicht zu haben, dass der Kunde beim Vertragswechsel eine schriftliche Kündigungsvollmacht (zumindest in elektronischer Form) erteilen muss. Dem Marktwächter Energie liegen entsprechende Beschwerden über den Energiegiganten E.ON vor. Dieser soll bei unaufgeforderten Werbeanrufen Lieferverträge angeboten und während des Gesprächs die Vollmacht zur Kündigung des Altvertrags per SMS eingefordert haben. Anschließend wurde offenbar ein Vertragswechsel eingeleitet, obwohl keine Vollmacht erteilt wurde.

Die Marktwächter-Experten haben E.ON wegen dieses Vorgehens abgemahnt und Klage erhoben.

Wir brauchen Ihre Unterstützung!

Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Dann berichten Sie uns über das Beschwerdeformular der Marktwächter davon.

Untergeschobener Vertrag: Das können Sie tun

Wurde Ihnen ungewollt ein Strom- oder Gasvertrag untergeschoben, dann sollten Sie sich wehren:

  • Innerhalb der Widerrufsfrist können Sie den Vertrag bei Ihrem Neulieferanten widerrufen. Die Frist dafür beträgt 14 Tage und beginnt mit Vertragsschluss – allerdings nur, wenn Sie ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht aufgeklärt wurden. Wenn nicht, beträgt die Frist ein Jahr und 14 Tage. Reichen Sie Ihren Widerruf am besten schriftlich per Fax oder Einschreiben ein.
  • Informieren Sie zudem Ihren bisherigen Anbieter darüber, dass die Kündigung nicht wirksam ist und Ihr ursprünglicher Vertrag weiterhin besteht.
  • In der Praxis kann es allerdings dazu kommen, dass sich Ihr Altanbieter nicht darauf einlassen will, Ihren Vertrag wieder zu den ursprünglichen Bedingungen herzustellen bzw. weiterlaufen zu lassen. Ist dies der Fall, sollten Sie einen neuen Strom- oder Gasvertrag abschließen. Andernfalls laufen Sie Gefahr, in die meist teurere Grundversorgung zu fallen.

Mehr zu Ihrem Widerrufsrecht bei Verträgen können Sie hier nachlesen.

Melden Sie Ihr Problem dem Marktwächter Energie

Marktwächter Energie

Mit dem Projekt Marktwächter Energie beobachten und analysieren die Verbraucherzentralen den Energie-Markt aus Sicht der Verbraucher. Über ein Beschwerdeformular können Sie unseren Experten Ihre Probleme mit Heizkostenabrechnungen, dem Strom-, Gas- oder Fernwärmemarkt oder Beobachtungen zu aktuellen Entwicklungen melden.

Individuelle Beratung gibt es bei der Verbraucherzentrale in Ihrem Bundesland. Hier finden Sie eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe